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Hoch- und Mittelspannungsschaltanlagen

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Hoch- und Mittelspannungsschaltanlagen

Hoch- und Mittelspannungsschaltanlagen

Diese Dokumentationsübersicht definiert alle technischen, sicherheitsrelevanten und rechtsverbindlichen Unterlagen, die für Planung, Errichtung, Abnahme, Betrieb, Instandhaltung und Überwachung von Hoch‑ und Mittelspannungs‑Schaltanlagen in Deutschland notwendig sind. Sie orientiert sich an den Vorgaben der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI), den technischen Vorschriften der VDE‑Normen (insbesondere DIN EN 61082‑1/VDE 0040‑1 für die strukturierte elektrotechnische Dokumentation), den Regeln der Vergabe‑ und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB/C), den arbeitsschutzrechtlichen DGUV‑Regeln sowie den aktuell geltenden F‑Gas‑Vorschriften (EU‑Verordnungen und ChemKlimaschutzV). Diese Unterlagen bilden die Grundlage für eine auditfähige Betreiberverantwortung und eine rechtssichere, normgerechte Bewirtschaftung von Hoch‑ und Mittelspannungsanlagen.

Betrieb und Sicherheit von Hoch- und Mittelspannungsschaltanlagen

Abnahmeprotokoll – Hochspannungsschaltanlagen

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/ typ

Abnahmeprotokoll Hochspannungsanlage

Zweck & Geltungsbereich

Schriftlicher Nachweis über die förmliche Abnahme der fertiggestellten Schaltanlage. Die HOAI verlangt in der Leistungsphase 8 die Organisation der Bauabnahme, die Feststellung von Mängeln und die Abgabe einer Abnahmeempfehlung.

Relevante Regelwerke/Normen

HOAI, VOB/B § 12 (Abnahme)

Schlüsselelemente

Auflistung der geprüften Komponenten
Beschreibung festgestellter Mängel
Ergebnisse der Funktions und Sicherheitsprüfungen
Übergabeprotokoll mit Abnahmeempfehlung
Freigabe zur Inbetriebnahme

Verantwortlich

Auftraggeber und Auftragnehmer; der Planer/Architekt muss die Abnahme organisieren und anwesend sein.

Praxis Hinweise

Das Protokoll bildet den formalen Abschluss der Bau und Montageleistungen. Es dokumentiert Gewährleistungsfristen und ist unverzichtbarer Bestandteil der technischen Betreiberakte.

Erläuterung

Das Abnahmeprotokoll bescheinigt den ordnungsgemäßen Abschluss der Bau‑ und Montageleistungen einer Hochspannungsanlage. Die HOAI verpflichtet den Planer in Leistungsphase 8 zur Organisation der Abnahme, zur Feststellung von Mängeln und zur Empfehlung an den Bauherrn. Mit der Abnahme geht die Verkehrssicherungspflicht auf den Betreiber über, und das Protokoll dient als rechtlicher Nachweis für die mangelfreie Herstellung der Anlage.

Lageplan – elektrotechnische Anlagen

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/ typ

Lageplan der Schaltanlage

Zweck & Geltungsbereich

Graphische Darstellung der räumlichen Position aller Schalt und Anlagenteile. Die Norm DIN EN 61082 1/VDE 0040 1 fordert eine eindeutige, übersichtliche Darstellung von Anordnungsplänen, damit der Nutzer die wesentlichen Bestandteile und Zusammenhänge der Anlage erkennt.

Relevante Regelwerke/Normen

DIN EN 61082 1 (VDE 0040 1)

Schlüsselelemente

Gebäudebezeichnung und Raumbezug
Positionierung von Schaltfeldern, Transformatoren, Kabeltrassen
Kennzeichnung von Zugangs , Rettungs und Fluchtwegen
Einhaltung von Sicherheitsabständen und Schutzbereichen

Verantwortlich

Elektrofachplaner/Planer

Praxis Hinweise

Der Lageplan bildet die Grundlage für Revisionen, Feuerwehr und Rettungspläne sowie für Wartungs und Zugangskonzepte. Die Norm empfiehlt A3 Format, klare Grafiksymbole und die Ausrichtung von Texten horizontal oder vertikal.

Erläuterung

Der Lageplan (Anordnungsplan) bildet die räumliche Grundlage für Planung, Betrieb und Gefährdungsbeurteilung. Nach DIN EN 61082‑1/VDE 0040‑1 sollen Anordnungspläne die relativen oder absoluten Orte von Objekten, z.B. Installationspläne für elektrische und informationstechnische Anlagen, klar darstellen. Zusätzliche Angaben wie genaue Maße, Montagemethoden und Montagehinweise (horizontal, vertikal etc.) sind erforderlich.

Anschlusstabelle/Anschlussplan – elektrotechnische Systeme

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/ typ

Anschlusstabelle der Schaltanlage

Zweck & Geltungsbereich

Dokumentation der elektrischen Verbindungen zwischen Komponenten, Leitungen und Klemmen. Verbindungsschaltpläne nach DIN EN 61082 1 müssen alle Anschlusspunkte und verwendeten Leitungen eindeutig identifizieren.

Relevante Regelwerke/Normen

DIN EN 61082 1 (VDE 0040 1), DIN EN 61346 (Referenzkennzeichnungen)

Schlüsselelemente

Zuordnung der Klemmen
Kabelbezeichnungen und Leitungsnummern
Systemzuordnung (HV/MV/Steuer und Schutzsignale)
Querschnitte und Schutzorgane
Identifikationskennzeichen nach DIN EN 61346

Verantwortlich

Installationsbetrieb oder Elektrofachkraft

Praxis Hinweise

Die Norm fordert, dass Verbindungslinien in Anschlussplänen waagerecht und senkrecht verlaufen, Anschlusspunkte eindeutig gekennzeichnet sind und grafische Symbole nach DIN EN 60617 verwendet werden.

Erläuterung

Die Anschlusstabelle verbindet die logische Steuerung mit der physischen Installation. Nach DIN EN 61082‑1 müssen in Verbindungsschaltplänen die internen und externen physischen Verbindungen zwischen Einheiten, Baugruppen und Geräten klar dargestellt sein; Anschlusspunkte und Leitungen sind über Anschlusskennzeichen eindeutig zu identifizieren. Diese Dokumentation ist für Reparaturen, Revisionen und Abschaltungen wesentlich.

Anschlusstabelle (Leistungsphase 7 – Montageplanung)

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/ typ

Anschlusstabelle (Status Leistungsphase 7)

Zweck & Geltungsbereich

Festlegung des Planungsstands vor der Montage. Die VOB/C fordert eine "notwendige Dokumentation"; die Unterlagen müssen so gestaltet sein, dass ein Elektriker sich in angemessener Zeit einen Überblick über die Anlage verschaffen kann.

Relevante Regelwerke/Normen

DIN 18382 (Allgemeine technische Vertragsbedingungen für Nieder und Mittelspannungs Anlagen bis 20 kV)

Schlüsselelemente

Darstellung des Vormontagezustands
Funktions und Steuerlogik
Zuordnung von Klemmen und Leitungen
Vorgaben für Installation und Montage

Verantwortlich

Fachinstallateur/Elektroplaner

Praxis Hinweise

Diese Tabelle dient der Koordination zwischen Gewerken und der Schutztechnik. VOB/C fordert, dass die Dokumentation dem elektrischen Fachpersonal eine schnelle Übersicht ermöglicht.

Erläuterung

In der Leistungsphase 7 werden die Details für Kabelrouting, Steuerleitungen und Klemmenpläne finalisiert. Die VOB/C betont, dass die Dokumentation so umfassend sein muss, dass ein Elektriker die Anlage zeitnah versteht. Die Anschlusstabelle ist somit das zentrale Planungsinstrument für die fachgerechte Montage.

Anschlusstabelle (Leistungsphase 8 – Ausführung/Bestandsdokumentation)

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/ typ

Anschlusstabelle (Status LPH 8 – Bestandsstand)

Zweck & Geltungsbereich

Dokumentation aller realisierten Anschlüsse und finalen Klemmenbelegungen der fertiggestellten Anlage.

Relevante Regelwerke/Normen

DIN 18382

Schlüsselelemente

Tatsächliche Kabel und Steuerwege
Endgültige Klemmenbelegung
Dokumentation von Abweichungen zur Planung
Kennzeichnung von Änderungen und Erweiterungen

Verantwortlich

Installationsunternehmen

Praxis Hinweise

Diese Bestandsdokumentation ist integraler Bestandteil der Revisionsunterlagen; sie dient als Grundlage für Schutzprüfungen und Netzfreigabe.

Erläuterung

Die endgültige Anschlusstabelle bildet die nach Prüfung und Inbetriebnahme festgestellte Situation ab. Sie ist für Betrieb, Instandhaltung und spätere Erweiterungen unentbehrlich. Abweichungen von der Montageplanung sind zu dokumentieren; nur so kann die Anlage später sicher geprüft und betrieben werden.

Arbeitsanweisung zum Arbeiten unter Spannung

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/ typ

Arbeitsanweisung für Arbeiten unter Spannung (AuS)

Zweck & Geltungsbereich

Festlegung aller sicherheitsrelevanten Anforderungen für Arbeiten an Hoch und Mittelspannungsanlagen unter Spannung. Arbeiten unter Spannung sind nur zulässig, wenn eine Gefährdungsbeurteilung ergibt, dass die Sicherheit und Gesundheit aller Beteiligten gewährleistet werden kann.

Relevante Regelwerke/Normen

DGUV Regel 103 011 (früher BGR A3)

Schlüsselelemente

Gefährdungsbeurteilung unter Berücksichtigung menschlicher Fehler
Qualifikations und Befähigungsnachweis (nur Elektrofachkräfte ≥ 18 Jahre, medizinisch geeignet)
Auswahl und Einsatz der persönlichen Schutzausrüstung sowie geeigneter Werkzeuge
Arbeitsverfahren und Freigabeprozesse
Anforderung eines zweiten Sicherungspostens und Erste Hilfe Bereitschaft

Verantwortlich

Arbeitgeber; er muss schriftlich festlegen, welche Arbeiten unter Spannung durchgeführt werden dürfen und die Durchführung überwachen.

Praxis Hinweise

Die Arbeitsanweisung ist Pflichtdokument. Arbeiten unter Spannung dürfen nur von qualifizierten Elektrofachkräften mit schriftlicher Befähigung durchgeführt werden. Der Arbeitgeber muss geeignete Werkzeuge und PSA bereitstellen und für regelmäßige Unterweisungen sorgen.

Erläuterung

Arbeiten unter Spannung stellen ein erhebliches Risiko dar und sind nach DGUV‑Regel 103‑011 nur in Ausnahmefällen zulässig. Der Arbeitgeber muss eine umfassende Gefährdungsbeurteilung durchführen und die Ergebnisse dokumentieren. Die Arbeitsanweisung definiert die Organisation, die Qualifikation der Mitarbeiter, das notwendige Schutzmaterial und die Bedingungen, unter denen Arbeiten unter Spannung sicher durchgeführt werden können. Ohne diese Dokumentation ist AuS unzulässig.

Montagezeichnung (Leistungsphase 7 – Montageplanung)

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/ typ

Montagezeichnung Hoch /Mittelspannung

Zweck & Geltungsbereich

Darstellung aller elektrotechnischen Komponenten und ihrer Montagepositionen als Grundlage für die Bauausführung.

Relevante Regelwerke/Normen

DIN 18382; DIN EN 61082 1 (Layout und Schaltplanregeln)

Schlüsselelemente

Platzierung der Bauteile
Schutztechnik und Schutzeinrichtungen
Kabelwege, Erdungs und Potentialausgleichsführung
Montagehinweise (horizontal, vertikal, bündig etc.)

Verantwortlich

Elektroinstallateur/Planer

Praxis Hinweise

Montagezeichnungen müssen mit anderen Gewerken, dem Brandschutz, der Statik und der Schutztechnik abgestimmt werden. Die Norm empfiehlt, dass Stromlaufpläne den Signalfluss hervorheben und Verbindungslinien geradlinig ausgerichtet sind.

Erläuterung

Montagezeichnungen verbinden die technische Planung mit der baulichen Realität. Sie zeigen, wo und wie die Komponenten montiert werden müssen und berücksichtigen Schutztechniken, Erdung und Potentialausgleich. DIN EN 61082‑1 fordert, dass die Darstellung übersichtlich und lesbar ist; Verbindungslinien sollen horizontal und vertikal verlaufen, um den Signal‑ und Energiefluss hervorzuheben.

Ausführungszeichnung (Leistungsphase 8 – Bestandsstand)

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/ typ

Ausführungs /Revisionszeichnung HV/MV (As built)

Zweck & Geltungsbereich

Dokumentation der final installierten Schaltanlage.

Relevante Regelwerke/Normen

DIN 18382; DIN EN 61082 1

Schlüsselelemente

Endgültige Positionen sämtlicher Bauteile und Schaltfelder
Tatsächliche Leitungstrassen und Kabeltypen
Schutzgeräte und Relaiskonfigurationen
Kennzeichnung aller Abweichungen zur Planung

Verantwortlich

Installationsunternehmen

Praxis Hinweise

As built Zeichnungen dienen den Prüfbehörden, Energieversorgern und Facility Management Systemen als verbindliche Grundlage.

Erläuterung

Die Ausführungszeichnung (Revisionszeichnung) bildet die tatsächliche Ausführung der Schaltanlage ab. Nach DIN EN 61082‑1 sollten Schaltpläne alle verwendeten Komponenten und ihre Verbindungen zeigen. Die finale Darstellung ermöglicht es, später Prüfungen, Instandhaltungen und Erweiterungen normgerecht auszuführen.

Aufzeichnungen für Anlagen mit fluorierten Treibhausgasen

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/ typ

F Gas Dokumentation für schaltanlagenintegrierte Kühlsysteme

Zweck & Geltungsbereich

Gesetzliche Dokumentation von Dichtheitskontrollen, Kältemittelbewegungen und Prüfprotokollen für Anlagen mit fluorierten Treibhausgasen.

Relevante Regelwerke/Normen

EG 1497/2007, EG 1516/2007, DIN EN 378 4, ChemKlimaschutzV, EU 2024/573

Schlüsselelemente

Anlagenidentifikation
Kältemitteltyp und Füllmenge
Prüfintervalle und Ergebnisse von Dichtheitskontrollen
Aufzeichnung von Kältemittelverlusten, Leckagen und Reparaturen
Nachweis der Qualifikation der Wartungsfirmen

Verantwortlich

Anlagenbetreiber

Praxis Hinweise

Die ChemKlimaschutzV verpflichtet Betreiber, Aufzeichnungen über Art und Menge der aufgefüllten oder zurückgewonnenen F Gase zu führen und mindestens fünf Jahre aufzubewahren. Die neue EU Verordnung 2024/573 verlangt regelmäßige Leckagekontrollen und detaillierte Aufzeichnungen für Anlagen, die bestimmte Mengen an F Gas enthalten; elektrische Schaltanlagen mit F Gas Kühlsystemen sind eingeschlossen.

Erläuterung

Viele Schaltanlagen verfügen über klimatisierte Schaltschränke oder gasisolierte Komponenten mit fluorierten Treibhausgasen. Die Betreiber sind verpflichtet, Dichtheitskontrollen nach den Verordnungen (EG) 1497/2007 und 1516/2007 durchzuführen und die Ergebnisse zu dokumentieren. DIN EN 378‑4 liefert Anforderungen an Betrieb, Wartung und Rückgewinnung von Kälteanlagen und Wärmepumpen, um Personen, Umwelt und Eigentum zu schützen. Die ChemKlimaschutzV schreibt die lückenlose Aufzeichnung der eingesetzten Kältemittel vor, einschließlich Art und Menge, und verlangt eine Aufbewahrungspflicht von mindestens fünf Jahren. Die neue EU‑Regulation 2024/573 reduziert die zulässigen Mengen an F‑Gas, verschärft die Leckagekontrollen und verpflichtet Betreiber zu detaillierten Aufzeichnungen.

Nachweis der Vorbereitung komplexer elektrotechnischer Arbeiten

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/ typ

Arbeitsvorbereitungsnachweis für komplexe elektrische Arbeiten

Zweck & Geltungsbereich

Sicherstellung, dass Elektrizitätsarbeiten gemäß VDE 0105 100 sicher vorbereitet, risikobewertet und organisatorisch freigegeben sind

Relevante Regelwerke/Normen

VDE 0105 100

Schlüsselelemente

Beschreibung der Arbeitsaufgabe
Gefährdungsbeurteilung
Verantwortlichkeiten
Schalt und Sperrmaßnahmen
5 Sicherheitsregeln
Abstimmung mit dem Anlagenbetrieb

Verantwortlich

Anlagen /Betriebsverantwortlicher

Praxis Hinweise

Pflicht bei Arbeiten im HV/MS Bereich; wird regelmäßig von Aufsichtsbehörden und DGUV geprüft

Erläuterung

Die DIN VDE 0105‑100 ist die zentrale Betriebsnorm für elektrische Anlagen. Sie verlangt, dass Arbeiten nur von Elektrofachkräften oder unter deren Leitung durchgeführt werden und dass Nicht‑Elektrofachkräfte nur nach vorheriger Arbeitsvorbereitung tätig werden dürfen. Vor Beginn komplexer Arbeiten muss eine verantwortliche Elektrofachkraft die Aufgabe vorausdenken, die Gefährdungen beurteilen und organisatorische Maßnahmen wie Freischalten, Sperren und Erden bestimmen. In der Vorbereitung müssen die fünf Sicherheitsregeln berücksichtigt werden (Freischalten, gegen Wiedereinschalten sichern, Spannungsfreiheit feststellen, Erden und Kurzschließen, benachbarte Teile abdecken). Die Dokumentation dient als Nachweis für Behörden und zur internen Freigabe.

Ausführungspläne (LPH 7 – Montageplanung)

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/ typ

Ausführungs bzw. Anordnungspläne (Planungsstand LPH 7)

Zweck & Geltungsbereich

Darstellung aller notwendigen elektrotechnischen Montage und Verlegewege zur baulichen Umsetzung

Relevante Regelwerke/Normen

DIN 18382 (Elektrische Kabel und Leitungsanlagen in Gebäuden)

Schlüsselelemente

Verlegewege
Kabelführungssysteme
Schaltanlagenpositionen
Erdungskonzepte
Raumbedarf und Platzierungspläne

Verantwortlich

Elektroinstallateur / Fachunternehmer

Praxis Hinweise

Grundlage für Montage, Koordination, Terminabläufe und Leistungsverzeichnis Abgleich

Erläuterung

Die DIN 18382 regelt die Ausführung von Kabel‑ und Leitungsanlagen in Gebäuden und gilt auch für nicht selbstständige Außenanlagen. In der Leistungsphase 7 (Montageplanung) sind detaillierte Pläne zu erstellen, die die tatsächlichen Verlegewege, die Positionen von Schaltfeldern, Erdungssysteme und Platzbedarf festlegen. Diese Unterlagen dienen der Schnittstellenkoordination zwischen Bau‑, TGA‑ und Elektrogewerken. Sie bilden die Grundlage für die Montagearbeiten und gewährleisten, dass die spätere Ausführung den planerischen Vorgaben entspricht.

Ausführungspläne (LPH 8 – Ausführung/Baufortschritt)

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/ typ

Bestands bzw. As Built Ausführungspläne (Planungsstand LPH 8)

Zweck & Geltungsbereich

Dokumentation der tatsächlich ausgeführten Installation im Vergleich zur Planung

Relevante Regelwerke/Normen

DIN 18382

Schlüsselelemente

Revisionsstände
tatsächliche Kabelführung
installierte Komponenten
Abweichungsdokumentation
finale Schaltanlagenkonfiguration

Verantwortlich

Elektroinstallateur

Praxis Hinweise

Grundlage für Abnahme, Übergabe, Betrieb, Wartung und spätere Änderungen gemäß VDI 6026

Erläuterung

Die LPH‑8‑Dokumentation beschreibt die real installierte Anlage und ist damit wesentlicher Bestandteil der Betreiberakte. Die VDI 6026 fordert, dass in jeder Phase des Projekts vollständige Unterlagen erstellt werden, die den Informationsfluss zwischen Bauherr, Planer, Behörden und Errichter sichern. Der Beginn einer Phase setzt den Abschluss der vorherigen voraus. Für die Bestands‑ bzw. As‑Built‑Pläne bedeutet dies, dass die installierten Leitungen, Schaltfelder und Schutzsysteme revisionserfasst werden. Diese Unterlagen sind Grundlage für die Abnahme, erleichtern den späteren Betrieb und sind Voraussetzung für spätere Erweiterungen und Umbauten.

Betriebs-/Benutzerhandbuch – Elektroanlagen

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/ typ

Betriebs und Bedienungsanleitung für Hoch /Mittelspannungsanlagen

Zweck & Geltungsbereich

Vollständige Beschreibung von Betrieb, Bedienung, Schaltberechtigungen, Schutzgeräten, Wartungsabläufen

Relevante Regelwerke/Normen

DIN 18382, VDI 6026 1

Schlüsselelemente

Aufbau & Funktion der Anlage
Schutztechnik & Selektivität
Schaltanweisungen
Wartungsvorgaben nach Hersteller & Norm
Gesundheits , Sicherheits und Umwelthinweise

Verantwortlich

Errichter / Fachunternehmen

Praxis Hinweise

Muss als Teil der Betreiberakte dauerhaft verfügbar sein; essentiell für Schalthandlungen & Abnahmen

Erläuterung

Die Betriebs‑ und Bedienungsanleitung ist nach VDI 6026 ein zwingender Bestandteil der technischen Dokumentation. Die Richtlinie beschreibt, welche Unterlagen in welcher Projektphase erstellt werden müssen und welchen Informationsgehalt sie haben müssen, um den Erfolg eines Bauvorhabens sicherzustellen. Für Schaltanlagen umfasst das Handbuch den schematischen Aufbau, die Funktion und Selektivität der Schutzgeräte, die notwendigen Schaltanweisungen und Wartungsvorgaben. Es legt zudem fest, welche Personen schaltberechtigt sind und wie sie die fünf Sicherheitsregeln umzusetzen haben. Ohne ein solches Handbuch kann der Betreiber seine Pflichten aus VDE 0105‑100 und DGUV‑Vorschrift 3 nicht erfüllen.

VdS‑Report gemäß VdS 2871 – Elektroanlagen

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/ typ

VdS Prüfbericht für elektrische Anlagen

Zweck & Geltungsbereich

Nachweis der brandschutztechnischen Sicherheit und Störfallminimierung

Relevante Regelwerke/Normen

VdS 2871

Schlüsselelemente

Zustand der Schaltanlage
Brandschutzabstände
Kabelanlagenbewertung
Blitz /Überspannungsschutz
Mängel & Maßnahmenverzeichnis

Verantwortlich

VdS anerkannter Sachverständiger

Praxis Hinweise

Oft Versicherungsauflage; erhöht Brandschutzkonformität und Risikotransparenz

Erläuterung

Die Richtlinie VdS 2871 verpflichtet Versicherungsnehmer, elektrische Anlagen durch einen von der VdS Schadensverhütung GmbH anerkannten Sachverständigen prüfen zu lassen. Der Sachverständige erstellt einen Befundschein, in dem Mängel und Abweichungen von den anerkannten Regeln der Elektrotechnik aufgeführt und Fristen zur Beseitigung gesetzt werden. Die Prüfung gliedert sich in Besichtigungen, Messungen, Funktionsprüfungen und Ordnungsprüfungen. Bei der Ordnungsprüfung überprüft der Sachverständige Prüf‑ und Wartungsbücher, Messprotokolle nach DIN VDE 0105‑100 und DGUV‑Vorschrift 3 sowie Nachweise über regelmäßige Wartungen. Für Betreiber ergibt sich daraus ein hohes Maß an Betriebs‑ und Brandschutzsicherheit.

Bestellung einer Verantwortlichen Elektrofachkraft

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/ typ

Bestellschreiben vEFK

Zweck & Geltungsbereich

Übertragung der Verantwortung für den elektrotechnischen Betrieb mittels formaler Bestellung

Relevante Regelwerke/Normen

VDE 1000 10, Arbeitsschutzgesetz, DGUV Vorschrift 3

Schlüsselelemente

Aufgabenbeschreibung
Befugnisse & Verantwortlichkeiten
Qualifikationsanforderungen
Unterschrift Arbeitgeber
Geltungsbereich (HV/MS)

Verantwortlich

Arbeitgeber

Praxis Hinweise

Pflicht in elektrotechnischen Betrieben; Grundlage jeder Schaltorganisation

Erläuterung

Nach § 3 und § 13 des Arbeitsschutzgesetzes muss der Arbeitgeber eine geeignete Organisation für die Sicherheit seiner Beschäftigten schaffen und kann zuverlässige, fachkundige Personen schriftlich mit Aufgaben betraue. Die DIN VDE 1000‑10 verankert die Funktion der verantwortlichen Elektrofachkraft (vEFK) und verlangt, dass Unternehmen mit elektrotechnischen Betriebsteilen eine vEFK bestellen. Die vEFK übernimmt die Fach‑ und Aufsichtsverantwortung für Planung, Errichtung, Betrieb, Prüfungen und Instandhaltung elektrischer Anlagen.

Ein Bestellschreiben muss die übertragenen Aufgaben, Befugnisse und den Zuständigkeitsbereich enthalten. Im Muster der Unfallkasse werden als Aufgaben u.a. das Ermitteln der elektrotechnischen Tätigkeiten, das Festlegen der Arbeitsverfahren und Sicherheitsmaßnahmen, die Auswahl und Prüfung der Qualifikation der Elektrofachkräfte und elektrotechnisch unterwiesenen Personen, regelmäßige Unterweisungen, die Überwachung der elektrischen Sicherheit, stichprobenhafte Kontrollen, Unfalluntersuchungen und die Erstellung eines Jahresberichts genannt. Die vEFK ist fachlich weisungsbefugt, unterliegt keiner Weisung durch nicht befugte Personen und muss regelmäßig fortgebildet werden. Nur mit einer schriftlichen Bestellung kann der Arbeitgeber im Haftungsfall eine gerichtsfeste Übertragung der Pflichten nachweisen.

Berechtigungsschein – Arbeiten unter Spannung

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/ typ

Autorisierungsschein für Arbeiten unter Spannung (AuS Pass)

Zweck & Geltungsbereich

Nachweis, dass Mitarbeitende für AuS Tätigkeiten geschult, qualifiziert und autorisiert sind

Relevante Regelwerke/Normen

DGUV R 103 011, DIN VDE 0105 100

Schlüsselelemente

Ausbildung & Schulungsnachweise
medizinische Tauglichkeit
verantwortliche Person
Tätigkeitsumfang
Gültigkeitsdauer

Verantwortlich

Arbeitgeber

Praxis Hinweise

Pflichtdokument für AuS Teams; wird bei DGUV Prüfungen regelmäßig kontrolliert

Erläuterung

Die BG‑Regel DGUV R 103‑011 konkretisiert die Anforderungen an Arbeiten unter Spannung. Der Fachausschuss Elektrotechnik hat diese Regel erstellt, um den Rahmen für Arbeiten unter Spannung zu beschreiben und bezieht sich auf die DIN VDE 0105‑100. Der Unternehmer darf solche Arbeiten nur zulassen, wenn eine Gefährdungsbeurteilung ergibt, dass Sicherheit und Gesundheitsschutz gewährleistet werden können; es müssen geeignete Arbeitsverfahren angewendet und gut ausgebildetes sowie ausgerüstetes Personal eingesetzt werden.

Personen, die für Arbeiten unter Spannung ausgebildet wurden, erhalten eine schriftliche Berechtigung, die den Umfang der zugelassenen Arbeiten festlegt; diese Berechtigung soll in einem „Pass“ dokumentiert werden. Arbeiten dürfen nur von Elektrofachkräften mit spezieller Ausbildung und Kenntnis der Grundsätze für Arbeiten unter Spannung durchgeführt werden. Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass nur geeignete Vorgesetzte Arbeiten unter Spannung anweisen und dass Ausführende, Arbeitsverantwortliche und Anlagenverantwortliche Elektrofachkräfte sind und über die erforderliche Befähigung verfügen. Voraussetzungen für die Ausbildung sind u.a. Volljährigkeit, gesundheitliche Eignung, Erste‑Hilfe‑Ausbildung und die Qualifikation als Elektrofachkraft. Die theoretische Ausbildung umfasst Rechtsgrundlagen, Gefahren der Elektrizität, Arbeitsverfahren, Schutzmaßnahmen und den Umgang mit persönlicher Schutzausrüstung.

Bestands‑/Inventarpläne gemäß VDI 6026‑1 & DIN 18382

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/ typ

Inventar- und Bestandspläne für Hoch /Mittelspannungsanlagen

Zweck & Geltungsbereich

Vollständige Dokumentation aller Schaltgeräte, Kabel, Schutzsysteme, Räume und Strukturmerkmale

Relevante Regelwerke/Normen

VDI 6026 1, DIN 18382

Schlüsselelemente

Anlagenkennzeichnung
Schaltfeldübersichten
Kabeltrassen & Erdungssysteme
Schutzeinstellungen
Raum & Anlagenzuordnung

Verantwortlich

Errichter / Fachunternehmer

Praxis Hinweise

Grundlage für Betrieb, Instandhaltung, Störungsanalyse und Modernisierungen

Erläuterung

Inventar‑ und Bestandspläne sind Pflichtbestandteil der technischen Betreiberakte. Die VDI 6026 stellt Anforderungen an den Umfang der Unterlagen, die im Rahmen der Planung, Ausführung oder des Betriebs einer TGA‑Anlage zu erstellen sind; sie beschreibt den Informationsgehalt der Unterlagen in der jeweiligen Projektphase und die Schnittstellen zwischen den Gewerken. Für Schaltanlagen müssen alle Schaltgeräte, Kabel, Erdungs‑ und Schutzsysteme, Räume und Zuordnungen detailliert erfasst und gekennzeichnet werden. Diese Pläne ermöglichen eine schnelle Störungsdiagnose, erleichtern Wartungs- und Prüfprozesse und sind Voraussetzung für spätere Anpassungen.

Betriebs‑ und Sicherheitsinformationen – elektrische Geräte

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/ typ

Geräte Betriebs und Sicherheitsunterlagen

Zweck & Geltungsbereich

Nachweis der Produktsicherheit, CE Konformität und Niederspannungsrichtlinie

Relevante Regelwerke/Normen

1. ProdSV, EU Richtlinie 2014/35/EU (Niederspannungsrichtlinie)

Schlüsselelemente

CE Kennzeichnung
Sicherheits & Restrisikoanalyse
Elektro Produktparameter
Montagehinweise
Prüfvorgaben

Verantwortlich

Hersteller

Praxis Hinweise

Muss vor Inbetriebnahme vollständig vorliegen; Grundlage für Betrieb und Wartung

Erläuterung

Die EU‑Richtlinie 2014/35/EU (Niederspannungsrichtlinie) legt die grundlegenden Anforderungen zur Sicherheit von elektrischen Betriebsmitteln innerhalb definierter Spannungsgrenzen fest. Ihr Ziel ist der freie Warenverkehr von elektrischen Betriebsmitteln und die Gewährleistung eines hohen Schutzniveaus für Menschen und Sachwerte. Elektrische Betriebsmittel dürfen nur dann in Verkehr gebracht werden, wenn sie dem Stand der Sicherheitstechnik entsprechen und bei ordnungsgemäßer Installation und bestimmungsgemäßer Verwendung keine Gefährdung darstellen. Der Geltungsbereich umfasst Geräte mit 50 bis 1000 V AC bzw. 75 bis 1500 V DC. In Deutschland wird die Richtlinie durch die erste Verordnung zum Produktsicherheitsgesetz (1. ProdSV) umgesetzt.

Hersteller müssen eine CE‑Konformitätserklärung abgeben und die CE‑Kennzeichnung am Gerät anbringen, womit sie die Einhaltung aller einschlägigen EU‑Richtlinien bestätigen. Die CE‑Kennzeichnung ist gesetzlich vorgeschrieben und dient als „Reisepass“ für den europäischen Binnenmarkt. Sie signalisiert, dass das Produkt die grundlegenden Sicherheits‑ und Gesundheitsanforderungen erfüllt. Zur CE‑Kennzeichnung gehört eine technische Dokumentation, die u.a. die Produktbeschreibung, eine Sicherheits‑ und Restrisikoanalyse, Montage‑ und Betriebsanleitungen, Prüfvorgaben sowie Hinweise zu Wartung und Entsorgung enthält. Diese Unterlagen müssen dem Betreiber vollständig vor der Inbetriebnahme vorliegen, da sie die Grundlage für sichere Installation, Betrieb und Instandhaltung bilden.

Datenpunkt‑ und Funktionsliste (LPH 7 – Montageplanung)

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/ typ

Datenpunkt / Funktionsliste (Planungsstand LPH 7)

Zweck & Geltungsbereich

Technische Festlegung aller Datenpunkte, Steuerungsfunktionen und Signalübertragungen für Schaltanlagen; dient als verbindliches Planungsdokument in der Montageplanung

Relevante Regelwerke/Normen

DIN 18382 (VOB/C); VDI 6026 für Dokumentationsstrukturen

Schlüsselelemente

Funktionsdefinitionen
Zuordnung von Steuer und Meldepunkten
Beschreibung der Kommunikationswege und Bus Strukturen
Einbindung in Gebäudeleittechnik
Vorgaben für Montage, Parametrierung und spätere Inbetriebnahme

Verantwortlich

Elektroinstallateur / Facherrichter in Abstimmung mit dem Systemplaner

Praxis Hinweise

Grundlage für Angebotsprüfung, Steuerungslogik, Leitungs und Schaltschrankplanung sowie für die spätere Inbetriebnahme. Die Norm verlangt, dass Datenpunkt /Funktionslisten Teil der Montage und Werkplanung sind.

Erläuterung

Die Datenpunkt‑ und Funktionsliste bildet die funktionale Basis der Steuerungsarchitektur. Für jede geplante Schaltfunktion definiert sie Melde‑ und Steuerinformationen, Zuordnungen von Eingangs‑/Ausgangsklemmen sowie Kommunikationsadressen. Laut DIN 18382 müssen solche Listen bereits in der Montageplanung erstellt werden und sind zusammen mit Ausführungs‑ und Stromlaufplänen Teil der dem Auftraggeber zu übergebenden Unterlagen. Dadurch werden der Umfang der Installation transparent, die Schnittstellen zu anderen Gewerken klar beschrieben und die Voraussetzungen für eine normgerechte Inbetriebnahme geschaffen.

Datenpunkt / Funktionsliste (Ist Stand LPH 8)

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/ typ

Datenpunkt / Funktionsliste (Ist Stand LPH 8)

Zweck & Geltungsbereich

Dokumentation der tatsächlich realisierten Funktionen, Adressierungen und Parametrierungen; stellt die Soll /Ist Abgleiche sicher

Relevante Regelwerke/Normen

DIN 18382; DIN EN 61082 1 (Dokumente der Elektrotechnik)

Schlüsselelemente

Endgültige Adressierung aller Datenpunkte
Parameter der Software Module
Signalzustände und Funktionstestprotokolle
Beschreibung von Funktionsketten und Interlocks
Änderungen gegenüber dem Planungsstand

Verantwortlich

Installateur / Systemintegrator

Praxis Hinweise

Unverzichtbar für Inbetriebnahme, Fehleranalyse und zukünftige Erweiterungen. Nach DIN 18382 müssen Datenpunkt /Funktionslisten zusammen mit Stromlaufplänen und Aufbauzeichnungen dem Betreiber übergeben werden.

Erläuterung

Diese Liste dokumentiert den realisierten Zustand der Schaltanlage und bildet die Grundlage für die Betriebsphase. Sie enthält die tatsächlich programmierten Logiken, adressierten Ein‑ und Ausgänge sowie alle Parameter der Steuerung. Der Abgleich mit der Planungs‑Datenpunktliste ermöglicht es dem Betreiber, Abweichungen oder Erweiterungen nachvollziehen zu können. DIN 18382 verlangt, dass diese Unterlagen zur Abnahme in geordneter und aktualisierter Form vorgelegt werden.

Installateursbestätigung – Sicherheit & Errichtung

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/ typ

Installateursbestätigung (Prüf und Errichtungsnachweis)

Zweck & Geltungsbereich

Nachweis der sicheren, normgerechten Errichtung und Erstprüfung vor Inbetriebnahme gemäß DGUV V 3; dient der Entlastung des Betreibers von der Prüfpflicht

Relevante Regelwerke/Normen

DGUV Grundsatz 303 003 (Bestätigung nach § 5 Abs. 4 DGUV V 3 und 4); DGUV Vorschrift 3; DIN VDE 0100 600 (Erstprüfung)

Schlüsselelemente

Mess und Prüfwerte der HV/MV Anlage
Schutzmaßnahmen (Erdung, Kurzschlussfestigkeit)
Prüfprotokolle und Freigabe zur Inbetriebnahme
Angaben zu Hersteller und Installateur
Bestätigung, dass die Anlage den Unfallverhütungsvorschriften entspricht

Verantwortlich

Installateur / Hersteller

Praxis Hinweise

Pflichtdokument für Versicherung, Berufsgenossenschaft und Betreiber. Der DGUV Grundsatz besagt, dass der Errichter durch diese Bestätigung dem Unternehmer die Pflicht abnimmt, die Anlage vor der ersten Inbetriebnahme selbst zu prüfen.

Erläuterung

Die Installateursbestätigung dokumentiert, dass alle Arbeiten elektrotechnisch sicher ausgeführt wurden und die Anlage den geltenden Unfallverhütungsvorschriften entspricht. Der DGUV‑Grundsatz 303‑003 schreibt vor, dass der Errichter bestätigt, dass die elektrische Anlage den Bestimmungen der DGUV‑V 3 entspricht und der Unternehmer somit von der eigenen Prüfpflicht entbunden ist. Für die Betriebsphase stellen die Mess‑ und Prüfprotokolle, einschließlich der Schutzmaßnahmen, die Basis für die regelmäßigen Wiederholungsprüfungen nach DGUV‑Information 203‑071 dar, in der der Unternehmer verpflichtet wird, elektrische Anlagen nur in ordnungsgemäßem Zustand zu betreiben und hierfür wiederkehrende Prüfungen zu organisieren.

Installateurserklärung – Ausführung gemäß DIN 18382

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/ typ

Installateurserklärung gemäß DIN 18382

Zweck & Geltungsbereich

Bestätigung der VOB/C konformen Ausführung sämtlicher Installationsarbeiten; erklärt, dass alle Leistungen nach den ATV Regeln erbracht wurden

Relevante Regelwerke/Normen

DIN 18382 (ATV „Elektro , Sicherheits und Informationstechnische Anlagen“)

Schlüsselelemente

Beschreibung der ausgeführten Arbeiten
Verwendete Materialien und Geräte
Einhaltung der einschlägigen Normen (DIN, DIN VDE)
Abnahmefähigkeit und Gewährleistungsfristen
Leistungsumfang und Nebenleistungen

Verantwortlich

Elektroinstallateur

Praxis Hinweise

Bestandteil jeder Vergabe und Abnahmedokumentation. Die DIN 18382 verlangt, dass der Auftragnehmer vor Inbetriebnahme sicherstellt, dass die errichtete Anlage die geforderten Funktionen erbringt und den gesetzlichen Bestimmungen entspricht.

Erläuterung

Im Rahmen der Abnahme bestätigt der Installateur mit dieser Erklärung, dass sämtliche Installationsarbeiten entsprechend den ATV‑Vorgaben der DIN 18382 ausgeführt wurden. Dazu gehören die Einhaltung der technischen Regelwerke, die korrekte Montage der Schaltgeräte sowie die vollständige Dokumentation der Arbeiten. Die DIN 18382 weist darauf hin, dass der Auftragnehmer vor der Inbetriebnahme Prüfungen auf Betriebsfähigkeit und normgerechte Ausführung durchführen und dokumentieren muss. Dadurch wird die Abnahmefähigkeit und die Einhaltung von Gewährleistungsfristen sichergestellt.

Ersatzteil‑ / Komponentenliste – Schaltanlagen (allgemein)

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/ typ

Ersatzteil / Komponentenliste für Schaltanlagen

Zweck & Geltungsbereich

Sicherstellung der langfristigen Instandhaltbarkeit und Verfügbarkeit kritischer Komponenten sowie Reduzierung von Ausfallzeiten

Relevante Regelwerke/Normen

DIN 18382; Herstellervorgaben; VDI 6026 zur Dokumentationsstruktur

Schlüsselelemente

Komponentenliste mit Typbezeichnungen
Bestellnummern und Lieferanten
Wartungs /Austauschzyklen
Hersteller und Seriennummern
Kompatibilitätsangaben und Lagerhinweise

Verantwortlich

Installateur / Errichter (in Abstimmung mit Hersteller)

Praxis Hinweise

Die VOB/C fordert, dass Ersatzteil /Stücklisten sowie Bedienungs und Wartungsanleitungen Teil der zu übergebenden Unterlagen sind. Eine vollständige Ersatzteilliste ist besonders bei Hoch und Mittelspannungsanlagen essenziell, da Komponenten lange Lieferzeiten haben und bei Ausfall hohe Risiken entstehen.

Erläuterung

Die Ersatzteil‑ und Komponentenliste enthält alle für den störungsfreien Betrieb relevanten Baugruppen der Schaltanlage. Für jedes Bauteil werden die Bestellinformationen, Lagerbedingungen und empfohlenen Austauschintervalle dokumentiert. Der Auftragnehmer muss gemäß DIN 18382 neben Messprotokollen und Bedienungsanleitungen auch Ersatzteil‑/Stücklisten übergeben. Ein systematisches Ersatzteilmanagement sichert im Facility‑Management die Anlagenverfügbarkeit und ermöglicht die Planung von Serviceverträgen und Lagerkapazitäten.

Ersatzteilliste für Anlagen bis 36 kV

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/ typ

Ersatzteilverzeichnis für Systeme ≤ 36 kV

Zweck & Geltungsbereich

Dokumentation aller relevanten Ersatzteile für Nieder und Mittelspannungsanlagen bis 36 kV; ergänzt die allgemeine Komponentenliste

Relevante Regelwerke/Normen

Herstellervorgaben, elektrotechnische Standards (z. B. DIN EN 62271 200 für Mittelspannungsschaltanlagen)

Schlüsselelemente

Schaltgeräte und Leistungsschalter
Sicherungen
Schutz und Messwandler
Sensorik / Messtechnik
Ersatzverdrahtung und Zubehör

Verantwortlich

Ausführendes Unternehmen

Praxis Hinweise

Wichtig für Ersatzteilbevorratung und Störfallmanagement im FM Betrieb. Die Ersatzteile sollten hinsichtlich Kompatibilität und Spannungsebene eindeutig zugeordnet werden.

Erläuterung

Diese spezifische Ersatzteilliste ergänzt die allgemeine Komponentenliste, indem sie die für Schaltanlagen bis 36 kV erforderlichen Ersatzteile detailliert auflistet. Neben den gängigen Leistungsschaltern und Sicherungen umfasst sie vor allem Sensoren und Messwandler, die für Schutzfunktionen (z. B. Erdschluss‑ und Überstromschutz) unerlässlich sind. Eine klare Zuordnung der Komponenten zu den Spannungsebenen erleichtert das Störungsmanagement und verhindert Fehlbestellungen.

Funktionsbeschreibung (LPH 8 – Ausführung)

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/ typ

Funktionsbeschreibung (Ist Stand LPH 8)

Zweck & Geltungsbereich

Beschreibung aller realisierten Schalt , Schutz und Steuerungsfunktionen der Schaltanlage; dient als Referenz für Betrieb, Wartung und Schulung

Relevante Regelwerke/Normen

DIN 18382; DIN VDE 0105 100 (Betrieb von elektrischen Anlagen)

Schlüsselelemente

Schaltlogiken und Betriebsarten
Schutzfunktionen (Überstrom , Kurzschluss , Erdschlussschutz)
Interlocks und Verriegelungen
Rückmeldefunktionen und Signalisierungen
Betriebsarten (Hand /Automatikbetrieb, Notbetrieb)

Verantwortlich

Installateur / Systemintegrator

Praxis Hinweise

Zentrales Dokument für Störungsanalyse, Instandhaltung, Gefährdungsbeurteilung und Betriebsschulung. DIN 18382 fordert die Übergabe von Anlagen /Funktionsbeschreibungen im Rahmen der Dokumentation.

Erläuterung

Die Funktionsbeschreibung dokumentiert die tatsächlichen Betriebsabläufe der Schaltanlage. Sie beschreibt, wie einzelne Schaltbefehle, Messwerte und Schutzfunktionen zusammenwirken, welche Verriegelungen bestehen und wie Rückmeldungen an die Leittechnik erfolgen. Laut DIN 18382 gehören Anlagen‑/Funktionsbeschreibungen zu den Unterlagen, die der Auftragnehmer spätestens bei der Abnahme an den Auftraggeber übergeben muss. Sie dient daher als zentrales Nachschlagewerk für das Betriebspersonal und als Grundlage für Gefährdungsbeurteilungen und Schulungen.

Gebrauchsanweisung / Betriebsanleitung

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/ typ

Gebrauchsanweisung gemäß Produktsicherheitsgesetz (ProdSG)

Zweck & Geltungsbereich

Sicherstellung der bestimmungsgemäßen Verwendung, Instandhaltung und Störungshandhabung der Schaltanlage; beschreibt Gefahren, Warnhinweise und Betriebsgrenzen

Relevante Regelwerke/Normen

ProdSG § 3 Abs. 4 (Pflicht zur deutschsprachigen Gebrauchsanleitung); DIN EN 82079 1 (Erstellen von Gebrauchsanleitungen)

Schlüsselelemente

Sicherheits und Warnhinweise
Installations und Inbetriebnahmevorgaben
Betriebsvorschriften und zulässige Betriebsbedingungen
Wartungsintervalle und Prüfhinweise
Notfall und Störungsmaßnahmen

Verantwortlich

Hersteller

Praxis Hinweise

Die Gebrauchsanweisung muss dauerhaft verfügbar sein und in deutscher Sprache vorliegen. ProdSG § 3 Abs. 4 verpflichtet den Hersteller, eine Betriebs und Gebrauchsanleitung mitzuliefern, wenn für sichere Verwendung, Ergänzung oder Instandhaltung Regeln zu beachten sind. Grundlage für Unterweisungen und Gefährdungsbeurteilungen.

Erläuterung

Herstellerunterlagen sind gesetzlich vorgeschrieben. Nach § 3 Abs. 4 ProdSG ist dem Produkt eine Gebrauchsanleitung in deutscher Sprache beizulegen, wenn bestimmte Regeln beachtet werden müssen, um die Sicherheit und Gesundheit von Personen zu gewährleisten. Die Betriebsanleitung beschreibt daher detailliert die zulässige Nutzung der Schaltanlage, notwendige Wartungsintervalle sowie Notfallmaßnahmen. Sie bildet die Grundlage für Unterweisungen des Betriebspersonals und für die Gefährdungsbeurteilung.

Wartungsplan – Hoch‑/Mittelspannungsanlagen

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/ typ

Wartungsplan gemäß DIN 18382

Zweck & Geltungsbereich

Strukturierte Festlegung aller Wartungs , Prüf und Inspektionsmaßnahmen für HV/MV Schaltanlagen; sichert Betriebssicherheit und Anlagenverfügbarkeit

Relevante Regelwerke/Normen

DIN 18382; DGUV V 3; DIN VDE 0105 100; DGUV Information 203 071 (Organisation wiederkehrender Prüfungen)

Schlüsselelemente

Wartungsintervalle und Prüfzyklen
Prüfprozeduren und Messmethoden
Zuständigkeiten und Qualifikation der Prüfpersonen
Ersatzteilanforderungen und Lagerhaltung
Dokumentations und Kennzeichnungspflichten

Verantwortlich

Installateur / Instandhaltung in Abstimmung mit Betreiber

Praxis Hinweise

Wartungspläne müssen Teil der Betreiberakte sein. Die DGUV Information 203 071 weist darauf hin, dass der Unternehmer dafür verantwortlich ist, elektrische Anlagen nur in ordnungsgemäßem Zustand in Betrieb zu nehmen und zu halten und hierfür wiederkehrende Prüfungen zu organisieren sowie eine sachgerechte Dokumentation und Kennzeichnung sicherzustellen.

Erläuterung

Ein Wartungsplan definiert die systematische Instandhaltung von Hoch‑ und Mittelspannungsanlagen. Er legt fest, wann Schutz‑ und Schaltgeräte geprüft, Schmier‑ und Verschleißteile gewechselt, Isolationsmessungen durchgeführt sowie Funktionstests der Schutzrelais vorgenommen werden. Die DGUV‑Information 203‑071 betont, dass der Unternehmer regelmäßige Prüfungen von elektrischen Anlagen organisieren und die Prüfergebnisse dokumentieren muss. Durch regelmäßige Wartung werden Ausfallrisiken reduziert, die Lebensdauer der Anlage verlängert und die Einhaltung der gesetzlichen Prüfintervalle gewährleistet.

Messprotokoll – elektrische Anlagen

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/ typ

Messprotokoll für Hoch /Mittelspannungsanlagen

Zweck & Geltungsbereich

Dokumentation aller messtechnischen Prüfungen vor Abnahme und Inbetriebnahme. Diese Prüfungen umfassen Isolationsmessungen, Fehlerschleifen /Netzimpedanz, Schutzleitermessungen und Funktionsprüfungen. Die Messergebnisse belegen, dass Schutzmaßnahmen wie die automatische Abschaltung innerhalb der vorgeschriebenen Abschaltzeiten greifen.

Relevante Regelwerke/Normen

DIN 18382 (VOB/C); DIN VDE 0100 410 für Abschaltbedingungen; DIN VDE 0100 600 für Erstprüfungen.

Schlüsselelemente

Isolationswiderstandsmessung und Nachweis der Isolationsfestigkeit
Ermittlung von Schleifen /Netzimpedanz zur Sicherstellung der Abschaltbedingungen
Messung des Schutzleiterwiderstands und der Durchgängigkeit
Funktionsprüfung der Schutz und Steuereinrichtungen.

Verantwortlich

Errichtender Elektrofachbetrieb oder Fachplaner.

Praxis Hinweise

Das Messprotokoll ist zwingender Bestandteil der technischen Abnahme und dient als Referenz für spätere Vergleichsmessungen. Messungen müssen mit kalibrierten Messgeräten durchgeführt werden; bei Wiederholungsprüfungen genügt oft die Messung an der entferntesten Betriebsmittelstelle.

Erläuterung

Messprotokolle gemäß DIN 18382 und DIN VDE 0100‑600 dokumentieren, dass die Anlage elektrisch sicher errichtet wurde. Sie erfassen sämtliche Messwerte, Funktionsprüfungen und Berechnungen und dienen als Grundlage für die Inbetriebnahmefreigabe. Die Normen schreiben vor, dass Fehlerschleifenimpedanz und Abschaltzeiten so bemessen werden müssen, dass Schutzorgane (z. B. Leitungsschutzschalter) innerhalb von 0,4 s abschalten. Für den laufenden Betrieb werden diese Protokolle als Referenz genutzt, um bei wiederkehrenden Prüfungen Alterungs‑ oder Abnutzungserscheinungen zu erkennen.

Notfall‑ und Störfallplan für Schaltanlagen

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/ typ

Notfallplan / Störfallmanagement für elektrische Anlagen

Zweck & Geltungsbereich

Organisation aller Sofortmaßnahmen bei Schalthandfehlern, Kurzschlüssen, Lichtbogenereignissen oder Ausfällen. Die DIN VDE 0105 100 verpflichtet den Betreiber, vor jedem Bedienen und Arbeiten die Risiken zu bewerten und geeignete Sicherheitsmaßnahmen festzulegen.

Relevante Regelwerke/Normen

DIN VDE 0105 100; DGUV Vorschrift 3 (Arbeitsschutz); ArbSchG.

Schlüsselelemente

Alarmierungs und Kommunikationsketten
Regelung der Schalthandfreigabe und Benennung des Anlagenverantwortlichen
Verhaltensregeln bei Kurzschluss und Störlichtbogen (z. B. sofortiges Entfernen aus dem Gefahrenbereich, Einsatz von persönlicher Schutzausrüstung)
Maßnahmen zur Lichtbogenschutz Ausrüstung (PSA nach DIN EN 61482) und Bereitstellung von Erste Hilfe Mitteln
Evakuierungsstrategie und Rettungspunkte mit Notrufnummern sowie Information der Leitstelle.

Verantwortlich

Anlagenbetreiber bzw. verantwortliche Elektrofachkraft.

Praxis Hinweise

Der Notfallplan muss allen schaltberechtigten Personen zugänglich sein und regelmäßig im Rahmen der Unterweisung aktualisiert werden. Geschlossene Schaltanlagenräume sind mit Warnzeichen „Gefährliche elektrische Spannung“ zu kennzeichnen; Zutritt erhalten nur Elektrofachkräfte oder unterwiesene Personen.

Erläuterung

Ein Notfall‑ und Störfallplan ist ein lebenswichtiges Sicherheitsinstrument. Die DIN VDE 0105‑100 verlangt eine Risikobewertung vor jedem Schalthandvorgang. Der Plan beschreibt Meldewege, Zuständigkeiten und Rettungsmaßnahmen bei Lichtbogenunfällen, Kurzschlüssen oder Versagen der Steuerungstechnik. Ergänzend werden Verhaltensregeln für Erste Hilfe bei Stromunfällen und das Tragen geeigneter Lichtbogenschutz‑PSA festgelegt. Durch regelmäßige Übungen wird sichergestellt, dass alle Personen im Ernstfall richtig reagieren können.

Unterweisungsprotokoll für das Bedienpersonal

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/ typ

Protokoll über Unterweisung des Bedien und Instandhaltungspersonals

Zweck & Geltungsbereich

Nachweis, dass alle Bediener, Schaltberechtigten und Instandhalter gemäß DIN VDE 0105 100 unterwiesen wurden. Eine Unterweisung muss die Gefährdungen elektrischer Schläge und Störlichtbogen, die fünf Sicherheitsregeln sowie die Bedienungs und Instandhaltungsprozesse umfassen.

Relevante Regelwerke/Normen

DIN 18382 (VOB/C); DIN VDE 0105 100; DGUV Vorschrift 3.

Schlüsselelemente

Themenliste: Schalthandlungen, Freigabeprozesse, Persönliche Schutzausrüstung, Abschaltwege
Identifikation der Teilnehmenden (Name, Funktion)
Datum, Dauer und Art der Unterweisung
Unterschriften der Unterwiesenen und des Unterweisenden.

Verantwortlich

Errichter und Anlagenbetreiber; verantwortliche Elektrofachkraft.

Praxis Hinweise

Vor Erteilung der Schaltberechtigung ist eine detaillierte Unterweisung Pflicht. Die DGUV fordert, dass Arbeiten an elektrischen Anlagen nur von Elektrofachkräften oder unter deren Leitung ausgeführt werden; das Protokoll dient als juristischer Nachweis bei Audits oder Begehungen.

Erläuterung

Bevor Personal an Hoch‑ oder Mittelspannungsschaltanlagen arbeiten darf, müssen sie umfassend geschult werden. Die Unterweisung deckt technische Risiken, sichere Arbeitsverfahren und Notfallmaßnahmen ab. Die DGUV Vorschrift 3 schreibt vor, dass nur Elektrofachkräfte oder Personen unter deren Aufsicht Arbeiten durchführen dürfen; die Unterweisung stellt sicher, dass die Teilnehmenden diese Anforderungen erfüllen. Das unterschriebene Protokoll belegt die Einhaltung der Unterweisungspflicht.

Inbetriebnahme‑ und Einstellbericht

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/ typ

Inbetriebnahme und Einstellbericht

Zweck & Geltungsbereich

Dokumentation aller Einstellungen, Parametrierungen und Funktionsfreigaben der Schutz und Steuerungstechnik bei Erstinbetriebnahme.

Relevante Regelwerke/Normen

DIN 18382 (VOB/C); DIN VDE 0105 100 (Risikobewertung und Freigabeprozeduren).

Schlüsselelemente

Parametrierung der Schutzrelais (Einstellwerte für Überstrom , Erdfehler , Differential und Distanzschutz)
Einstellwerte für Abschaltzeiten und Auslösecharakteristiken gemäß DIN VDE 0100 410
Steuer und Kommunikationslogiken (z. B. IEC 60870, IEC 61850)
Dokumentation der Kommunikationsschnittstellen und Vernetzung (Fernwirktechnik, Leitwarte)
Freigabevermerke und Unterschrift des Prüfingenieurs.

Verantwortlich

Installationsunternehmen oder Prüfsachverständiger.

Praxis Hinweise

Der Bericht bildet die Basis für spätere Wiederholungsprüfungen. Abweichungen von den eingestellten Parametern können im Fehlerfall zu Falschabschaltungen führen. Eine transparente Dokumentation erleichtert die Fehlersuche und den Abgleich der Schutztechnik.

Erläuterung

Der Inbetriebnahme‑ und Einstellbericht stellt sicher, dass alle Einstellungen normgerecht vorgenommen wurden und die Anlage betriebsbereit ist. Er dokumentiert die Schutzrelais‑Parameter, Abschaltzeiten und Kommunikationslogiken. Diese Angaben sind bei der Fehleranalyse oder bei Parametrierungsänderungen unverzichtbar. Da die DIN VDE 0105‑100 eine Risikobewertung und Freigabe vor jedem Schalthandvorgang fordert, muss der Bericht die verantwortlichen Personen und Freigaben nennen.

Prüfbericht wiederkehrender Prüfungen

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/ typ

Prüfbericht der wiederkehrenden Prüfungen

Zweck & Geltungsbereich

Nachweis des aktuellen Zustands, der Schutzmaßnahmen und der elektrischen Sicherheit im laufenden Betrieb. Wiederkehrende Prüfungen sind nach § 5 DGUV Vorschrift 3 in bestimmten Zeitabständen durchzuführen; sie müssen sich an der DIN VDE 0105 100/A1 orientieren.

Relevante Regelwerke/Normen

DGUV Information 203 072; DGUV Vorschrift 3 und 4; DIN VDE 0105 100/A1.

Schlüsselelemente

Prüfung der Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen, z. B. automatische Abschaltung, Erdungs und Kurzschlusseinrichtungen
Funktionsprüfung der Schutztechnik und Steuerungssysteme
Sichtprüfung aller Komponenten auf Beschädigungen, thermische Veränderungen oder Verschmutzung
Messungen von Spannungen, Schleifenimpedanz, Schutzleiterwiderstand und Isolationswiderstand
Bewertung des Ist Zustands und Liste notwendiger Maßnahmen.

Verantwortlich

Prüfer oder befähigte Person. Die DGUV 203 072 definiert die Anforderungen an Prüfpersonen: abgeschlossene elektrotechnische Ausbildung, mindestens einjährige Berufserfahrung und Kenntnisse der einschlägigen Vorschriften.

Praxis Hinweise

Vor Beginn der Prüfung ist eine Bestandsaufnahme früherer Prüfprotokolle und Schaltpläne durchzuführen. Prüfungen können den Betriebsablauf beeinflussen; daher müssen Zeitpunkt und Umfang mit dem Betreiber abgestimmt werden. Bei Messungen sind persönliche Schutzausrüstung und Maßnahmen gegen Störlichtbogen zu beachten.

Erläuterung

Wiederkehrende Prüfungen dienen der frühzeitigen Erkennung von Alterungserscheinungen, thermischen Schäden und Funktionsabweichungen der Schutztechnik. Die DGUV Vorschrift 3 verpflichtet den Unternehmer, elektrische Anlagen vor Inbetriebnahme und in regelmäßigen Abständen zu prüfen. Die DGUV‑Information 203‑072 legt fest, dass diese Prüfungen nach DIN VDE 0105‑100/A1 durchzuführen sind. Der Prüfbericht dokumentiert die Messergebnisse, bewertet den Zustand und enthält eine Liste von Maßnahmen zur Behebung festgestellter Mängel.

Prüf‑ und Kontrollbuch – nur auf BG‑Anforderung

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/ typ

Prüf & Kontrollbuch für elektrische Betriebsmittel

Zweck & Geltungsbereich

Zentrale Sammlung aller Prüfergebnisse nach DGUV Vorschrift 3. Laut § 5 DGUV V3 ist auf Verlangen der Berufsgenossenschaft ein Prüfbuch mit bestimmten Eintragungen zu führen.

Relevante Regelwerke/Normen

DGUV Vorschrift 3.

Schlüsselelemente

Prüfdaten und Prüffristen
Messwerte und Bewertung
Maßnahmenliste
Identifikation des Prüfers und nächste Prüftermine.

Verantwortlich

Betreiber oder verantwortliche Elektrofachkraft.

Praxis Hinweise

Die Berufsgenossenschaft fordert ein Prüfbuch insbesondere bei Anlagen ≥ 1 kV oder erhöhtem Gefahrenpotenzial. Es dient als schnelle Übersicht über die Prüfhistorie und ermöglicht der Aufsichtsbehörde die Einsichtnahme.

Erläuterung

Das Führen eines Prüf‑ und Kontrollbuchs ist nicht für jede Anlage verpflichtend. Die DGUV Vorschrift 3 schreibt vor, dass ein Prüfbuch auf Anforderung der Berufsgenossenschaft vorzulegen ist. In Betrieben mit erhöhter Gefährdungslage oder besonderen Auflagen (z. B. Chemie‑ oder Kraftwerksanlagen) verlangen die Aufsichtsbehörden oft eine zentrale Dokumentation aller Prüfungen. Das Prüfbuch ergänzt die Prüfberichte und erleichtert die Überwachung der Prüffristen.

Sachkundenachweis – Umgang mit fluorierten Treibhausgasen

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/ typ

Sachkundenachweis nach ChemKlimaschutzV

Zweck & Geltungsbereich

Nachweis, dass Personen qualifiziert sind, an elektrischen Schaltanlagen zu arbeiten, die fluorierte Treibhausgase (z. B. SF₆) enthalten.

Relevante Regelwerke/Normen

ChemKlimaschutzV; Verordnung (EU) 2015/2066.

Schlüsselelemente

Personenzertifikat für die betreffende Tätigkeit
Umfang der Befähigung (z. B. Installation, Wartung, Stilllegung)
Prüfungsinhalte und Anerkennung der Zertifizierungsstelle
Gültigkeitsdauer des Nachweises.

Verantwortlich

Bildungsanbieter bzw. zertifizierende Stelle.

Praxis Hinweise

§ 5 ChemKlimaschutzV bestimmt, dass Tätigkeiten an ortsfesten elektrischen Schaltanlagen, die fluorierte Treibhausgase enthalten, nur von Personen mit entsprechender Sachkundebescheinigung durchgeführt werden dürfen. Dies betrifft insbesondere Schaltanlagen mit SF₆ gekühlten Transformatoren.

Erläuterung

Fluorierte Treibhausgase wie Schwefelhexafluorid (SF₆) werden bei Mittelspannungs‑Schaltanlagen als Isolier‑ und Löschgas eingesetzt. Die Chemikalien‑Klimaschutzverordnung verpflichtet Unternehmen, nur qualifiziertes Personal mit entsprechenden Zertifikaten für Installation, Wartung, Instandhaltung oder Rückgewinnung dieser Gase einzusetzen. Die Sachkunde umfasst Kenntnisse über Emissionsminderung, Dichtheitskontrollen und Rückgewinnungstechniken. Fehlende Qualifikation kann zu Umweltschäden und Bußgeldern führen.

Softwaredokumentation – Steuerungs‑ & Schutztechnik

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/ typ

Software und Parametrierungsdokumentation

Zweck & Geltungsbereich

Dokumentation aller Softwareversionen, Schutzparameter und Steuerungslogiken in digitalen Schutz und Leitsystemen.

Relevante Regelwerke/Normen

DIN 18382; DIN VDE 0105 100 (Anforderungen an Betriebs und Wartungsverfahren).

Schlüsselelemente

Firmware und Softwarestände der Schutzgeräte
Parameterlisten für Netz und Anlagenschutz (z. B. Ansprechwerte, Kennlinien)
Logikanpassungen und Steuerungsprogramme
Backup der Konfigurationen und Datenbanken
Änderungsprotokoll mit Datum, Version und Verantwortlichem.

Verantwortlich

Errichter und Softwaretechniker.

Praxis Hinweise

In modernen Schaltanlagen ist die Software häufig der kritische Faktor. Änderungen von Parametern oder Firmware dürfen nur von qualifizierten Personen dokumentiert und freigegeben werden, damit die Schutzfunktionen nachvollziehbar bleiben. Eine vollständige Dokumentation erleichtert Fehlersuche, Differentialschutz Analysen und die Wiederherstellung nach Störungen.

Erläuterung

Digitale Schutz‑ und Leittechnik ist wesentlicher Bestandteil moderner Hoch‑ und Mittelspannungsschaltanlagen. Änderungen von Schutzparametern haben unmittelbaren Einfluss auf die Abschaltbedingungen und Netzstabilität. Durch die lückenlose Dokumentation von Softwareversionen und Einstellungen bleibt transparent, welche Konfiguration in Betrieb war. Die DIN VDE 0105‑100 fordert, dass Arbeiten und Bedienvorgänge an elektrischen Anlagen geplant und freigegeben werden; dies gilt auch für Softwareänderungen. Backups und Änderungsprotokolle gewährleisten die Reproduzierbarkeit von Einstellungen.

Stromlauf‑, Übersichts‑ und Verdrahtungspläne

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/ typ

Schaltpläne (Stromlaufplan, Klemmenplan, Übersichtsschaltplan)

Zweck & Geltungsbereich

Vollständige elektrotechnische Darstellung aller Schaltungen, Verdrahtungen und Versorgungspfade der Anlage. Schaltpläne sind Bestandteil der Dokumentation und müssen nach VDE 0040 1 sowie VDE 0100 510 mitgeliefert werden, damit Art und Aufbau der Stromkreise sowie die Schutz und Schaltfunktionen eindeutig erkennbar sind.

Relevante Regelwerke/Normen

DIN EN 61082 1 (VDE 0040 1) „Dokumente der Elektrotechnik – Regeln“; DIN VDE 0100 510 „Errichten von Niederspannungsanlagen – Allgemeine Bestimmungen“.

Schlüsselelemente

Darstellung der Hauptstromkreise, Steuerstromkreise und Schutztechnik
Kennzeichnung von Bauteilen, Klemmen und Messkreisen
Übersichtsschaltplan als Lageplan und Stromlaufplan als Funktionsplan
Verdrahtungsplan mit Klemmen und Aderkennzeichnung.

Verantwortlich

Errichter und Planer.

Praxis Hinweise

Ohne aktuelle und vollständige Schaltpläne ist weder die ordnungsgemäße Prüfung noch die rechtssichere Inbetriebnahme möglich. Schaltpläne müssen nach jeder Änderung aktualisiert werden und dienen als Grundlage für Störungsbeseitigung und Einarbeitung neuer Mitarbeiter.

Erläuterung

Die VDE‑Normen verpflichten den Errichter, Schaltpläne als Teil der technischen Dokumentation bereitzustellen. Die VDE 0100‑510 fordert, dass Schaltpläne mitgeliefert werden müssen, aus denen Art und Aufbau der Stromkreise sowie die erforderlichen Merkmale für Identifikation und Schutzfunktionen hervorgehen. Die Norm VDE 0040‑1 legt Regeln für die Darstellung und Symbolik fest. Vollständige Pläne sind Grundlage für Betrieb, Wartung, Umbauten und Wiederholungsprüfungen. Fehlende oder veraltete Pläne gefährden die Sicherheit und führen zu Verzögerungen bei der Störungsbeseitigung.

Stromlaufpläne (LPH 7 – Ausführungsplanung)

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/ typ

Stromlaufplan (LPH 7 – Planungsstand)

Zweck & Geltungsbereich

Darstellung der elektrotechnischen Struktur für die finale Ausführungsplanung; Grundlage für Leistungs und Mengenermittlungen sowie sicherheitstechnische Konzeption

Relevante Regelwerke/Normen

DIN 18382

Schlüsselelemente

Strukturplan und hierarchische Gliederung der Anlage
Haupt und Steuerstromkreise
Kennzeichnungssysteme
Funktionsbeschreibung
Bezug zu Material und Komponenten

Verantwortlich

Elektroinstallateur / Fachplaner

Praxis Hinweise

Dient als Basisdokument für Ausschreibungen, Montagevorbereitung und technische Abnahme; Voraussetzung für die Übernahme der Daten in FM Systeme

Erläuterung

Im Planungsstadium der Leistungsphase 7 (LPH 7) definiert der Stromlaufplan den technischen Soll‑Zustand der Schaltanlage. Er gliedert die Anlage in Haupt‑ und Steuerkreise, kennzeichnet Betriebsmittel nach einheitlichen Systemen und stellt die Funktionszusammenhänge dar. DIN EN 61082‑1 fordert, dass Schaltpläne die funktionalen Beziehungen betonen, grafische Symbole nach DIN EN 60617 verwenden und die Teile der Komponenten gegebenenfalls verteilt darstellen. Die klare Darstellung erleichtert die Mengenermittlung und bildet die Grundlage für Vergabe, Montage und die spätere technische Abnahme nach VOB/C.

Stromlaufpläne (LPH 8 – Ausführung / Ist‑Dokumentation)

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/ typ

Stromlaufplan (LPH 8 – Ausführung / As Built)

Zweck & Geltungsbereich

Dokumentation aller tatsächlich ausgeführten Schalt und Verdrahtungszustände; Abbildung der realisierten Anlage als Bestandsdokumentation

Relevante Regelwerke/Normen

DIN 18382, DIN 18015 1

Schlüsselelemente

As built Verdrahtung
Geänderte Betriebszustände
Anlagenkennzeichnung nach DIN 18015 1
Dokumentation technischer Abweichungen
Integration in FM Dokumentation

Verantwortlich

Elektroinstallateur

Praxis Hinweise

Muss vollständig, korrekt und aktuell sein; Grundlage für Störungsanalyse, Prüfungen, Instandhaltung und Erweiterungen

Erläuterung

Die As‑Built‑Stromlaufpläne in der Leistungsphase 8 dokumentieren den realisierten Zustand der Schaltanlage. DIN 18015‑1 fordert, dass die Dokumentation des letzten Ausführungsstandes zwingend mitgeführt und bei Modernisierungen aktualisiert wird. Sie muss sämtliche Änderungen gegenüber der Planung enthalten, die Kennzeichnungssystematik fortführen und in die Betreiberakte integriert werden. Nur so können DGUV‑Prüfungen, Wartungsarbeiten und spätere Umbauten rechtssicher durchgeführt werden.

Übersichtsschaltplan (Allgemeiner Anlagenüberblick)

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/ typ

Übersichtsschaltplan

Zweck & Geltungsbereich

Darstellung der Gesamtstruktur der Schaltanlage, ihrer Energiepfade und der Systemtopologie; schnelle Orientierung für Betrieb und Instandhaltung

Relevante Regelwerke/Normen

VDE 0040 1 (DIN EN 61082 1)

Schlüsselelemente

Hauptverteilungen
Energieflüsse
Schutzorgane
Einspeisungen und Abgänge
Schaltgeräte und Schutzeinrichtungen

Verantwortlich

Betreiber / Planer / Elektroinstallateur

Praxis Hinweise

Essenziell für Fehlerdiagnose, Betriebsführung, Sicherheitsunterweisungen und die Bewertung von Netzrückwirkungen

Erläuterung

Der Übersichtsschaltplan vermittelt einen übergeordneten Blick auf die Struktur der Anlage. Die Norm DIN EN 61082‑1 beschreibt Übersichtsschaltpläne als Darstellungen, die nur die wesentlichen Bestandteile und Zusammenhänge eines Objekts abbilden, während Details in weiterführenden Plänen erläutert werden. Mehrphasige Stromkreise werden hier einpolig dargestellt, um die Lesbarkeit zu erhöhen. Für Facility Management dient der Plan als elementare Unterlage für Notfallmanagement, Schulungen und strategische Netzanalysen.

Übersichtsschaltplan nach DIN EN 61082‑1 (Planungsstand LPH 7)

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/ typ

Übersichtsschaltplan DIN EN 61082 1 (LPH 7)

Zweck & Geltungsbereich

Normgerechte grafische Darstellung der Struktur, Komponenten und Funktionspfade zur finalen technischen Planung

Relevante Regelwerke/Normen

DIN 18382

Schlüsselelemente

Planungsspezifikationen
Logische Strukturierung
Gerätekennzeichnung
Technische Symbole gemäß VDE 0040 1
Funktionsdefinitionen

Verantwortlich

Elektroinstallateur / Planer

Praxis Hinweise

Grundlage für Ausschreibung, Montageeinweisung und Fachbauüberwachung; Abgleich mit Schnittstellenlisten

Erläuterung

Im Planungsstand wird der Übersichtsschaltplan gemäß DIN EN 61082‑1 erstellt. Die Norm schreibt vor, dass Dokumentationen eindeutig und auf die praktische Anwendung ausgerichtet sein müssen. Grafische Symbole sind nach DIN EN 60617 zu wählen, und das Referenzkennzeichen ist bei jeder Darstellung anzugeben. Für die Ausführung werden die Symbole in logischer Reihenfolge angeordnet, die Informationsfülle auf das notwendige Maß reduziert und alle Funktionspfade klar definiert. Dieser Plan bildet die zeichnerische Grundlage für die spätere Ausschreibung und Montage.

Übersichtsschaltplan nach DIN EN 61082‑1 (As‑Built / LPH 8)

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/ typ

Übersichtsschaltplan DIN EN 61082 1 (LPH 8 – Ausführung)

Zweck & Geltungsbereich

Dokumentation des tatsächlich ausgeführten Anlagenzustands im normgerechten Schema

Relevante Regelwerke/Normen

DIN 18382

Schlüsselelemente

Vollständiges As Built Diagramm
Kennzeichnung tatsächlicher Geräte und Leitungslagen
Integration relevanter Schutzorgane
Kennzeichnung von Abweichungen

Verantwortlich

Elektroinstallateur

Praxis Hinweise

Entscheidendes Dokument für Betriebsgenehmigung; Grundlage für Instandhaltung, Störungsanalyse und Ersatzteilmanagement

Erläuterung

Der As‑Built‑Übersichtsschaltplan sichert die langfristige Nachvollziehbarkeit des realen Anlagenaufbaus. Er ergänzt den Stromlaufplan um die örtliche Zuordnung der Komponenten und stellt sicher, dass alle Abweichungen von der Planung dokumentiert sind. DIN EN 61082‑1 empfiehlt, Verbindungslinien waagerecht und senkrecht darzustellen und die verteilte Darstellung von Komponenten zu bevorzugen. Für den Betreiber ist dieses Dokument bei Genehmigungsverfahren, Umbauten und bei der Ersatzteilverwaltung unverzichtbar.

Wartungsanleitung für Schaltanlagen

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/ typ

Wartungsanleitung für Hoch & Mittelspannungsanlagen

Zweck & Geltungsbereich

Sicherstellung einer normgerechten, strukturierten und FM tauglichen Wartungsorganisation über den Lebenszyklus der Anlage

Relevante Regelwerke/Normen

VDI 6026 1, DIN 18382

Schlüsselelemente

Wartungsintervalle
Prüfumfang und Messmethoden
Grenzwerte
Ersatzteillisten
Dokumentationsanforderungen

Verantwortlich

Elektroinstallateur

Praxis Hinweise

Muss in die Betreiberakte aufgenommen werden; Grundlage für Jahreswartungen, DGUV und VDE Prüfungen; unterstützt FM Lebenszyklusmanagement

Erläuterung

Die Wartungsanleitung nach VDI 6026‑1 beschreibt Umfang und Qualität der Unterlagen, die während Planung, Ausführung und Betrieb zu erstellen sind. Die Richtlinie fasst die Unterlagen in gewerkebezogenen Dokumentationstabellen zusammen und definiert, dass jede Planungsphase auf der abgeschlossenen Vorgängerphase aufbaut. Sie fordert eine frühzeitige und angemessene Dokumentation, um eine effiziente Umsetzung und eine erleichterte Fehlersuche zu gewährleisten. Für Schaltanlagen legt die Wartungsanleitung deshalb Prüfzyklen, Messverfahren und Grenzwerte fest, listet notwendige Ersatzteile auf und schreibt vor, wie Wartungsnachweise geführt werden müssen.

Werk‑ und Prüfbescheinigungen (Elektrotechnik)

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/ typ

Werk und Prüfbescheinigung

Zweck & Geltungsbereich

Nachweis über normgerechte Errichtung, Prüfung und Inbetriebnahme der Schaltanlage

Relevante Regelwerke/Normen

DIN 18382

Schlüsselelemente

Prüfprotokolle
Isolations und Schutzleiterprüfungen
Funktionsprüfungen
Nachweise der Schutzorgane
Abnahmeerklärung

Verantwortlich

Elektroinstallateur

Praxis Hinweise

Benötigt bei der Abnahme, für DGUV Prüfungen und Wiederholungsprüfungen; Bestandteil der technischen Betreiberakte

Erläuterung

Die Werk‑ und Prüfbescheinigungen dokumentieren die ordnungsgemäße Errichtung und Funktionsfähigkeit der Anlage. Nach DIN 18382 muss der Auftragnehmer vor der Inbetriebnahme sicherstellen, dass die errichteten Anlagen die geforderten Funktionen erfüllen und die gesetzlichen Bestimmungen einhalten. Er hat Prüfungen auf Betriebsfähigkeit und nach den geltenden Normen durchzuführen und diese zu dokumentieren. Im Rahmen der Abnahme muss er dem Auftraggeber geordnete Unterlagen übergeben, darunter Ausführungspläne, Stromlaufpläne, Messprotokolle, Funktionslisten und die vorgeschriebenen Werk‑ und Prüfbescheinigungen. Diese Bescheinigungen sind bei Wiederholungsprüfungen und im Haftungsfall unerlässlich.

EU‑Zertifikat für natürliche Personen – Umgang mit fluorierten Treibhausgasen

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/ typ

Zertifikat für natürliche Personen – F Gase

Zweck & Geltungsbereich

Befähigungsnachweis für Arbeiten an Schaltanlagen mit fluorierten Gasen (z. B. SF₆); umfasst Installation, Wartung, Reparatur, Außerbetriebnahme und Rückgewinnung

Relevante Regelwerke/Normen

Verordnung (EU) 2024/573 und zugehörige Durchführungsverordnungen

Schlüsselelemente

Zertifikatsnummer
Geltungsbereich und Kategorien (A1, A2, B, C, D, E)
Qualifikation und Prüfungsumfang
Erneuerungsfristen

Verantwortlich

Zertifizierungsstelle

Praxis Hinweise

Pflichtdokument für Arbeiten an SF₆ haltigen Schaltanlagen; erforderlich für Wartung, Service, Rückgewinnung und Entsorgung; muss stets aktuell sein

Erläuterung

Schwefelhexafluorid (SF₆) besitzt ein sehr hohes Treibhauspotenzial. Die EU‑F‑Gas‑Verordnung verfolgt das Ziel, Emissionen fluorierter Gase zu begrenzen und regelt den Umgang mit F‑Gas‑haltigen Schaltanlagen. Artikel 10 erweitert die Zertifizierungspflichten für Personen und Unternehmen. Nur sachkundiges, zertifiziertes Personal darf Installation, Wartung, Reparatur und Rückgewinnung von F‑Gas‑Anlagen durchführen. Die zugehörige Durchführungsverordnung (EU) 2024/2215 definiert Mindestanforderungen und Kategorien der Personenzertifikate (A1 bis E) für verschiedene Tätigkeiten. Diese Zertifikate müssen bis spätestens 12. März 2029 an die neuen Anforderungen angepasst werden. Durch regelmäßige Schulungen und Prüfungen wird sichergestellt, dass das Personal Umweltrisiken minimiert und gesetzliche Vorgaben einhält.

EU‑Zertifikat für Unternehmen – Umgang mit fluorierten Treibhausgasen

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/ typ

Unternehmenszertifikat – F Gase

Zweck & Geltungsbereich

Nachweis, dass das Unternehmen organisatorisch und technisch befähigt ist, Tätigkeiten an F Gas Schaltanlagen auszuführen; umfasst Ausstattung, Prozesse und Qualitätssicherung

Relevante Regelwerke/Normen

Verordnung (EU) 2024/573 und zugehörige Durchführungsverordnungen

Schlüsselelemente

Nachweis der technischen Ausstattung
Nachweis qualifizierten Personals
Qualitäts und Umweltmanagementprozesse
Zertifikatsnummer
Prüffristen

Verantwortlich

Zertifizierungsstelle

Praxis Hinweise

Bei Neubau, Austausch und Instandsetzung von SF₆ haltigen Schaltanlagen zwingend erforderlich; relevant für Ausschreibungen und Compliance im FM

Erläuterung

Unternehmen dürfen Tätigkeiten an F‑Gas‑haltigen Schaltanlagen nur ausführen, wenn sie eine entsprechende Unternehmenszertifizierung besitzen. Die neuen Zertifizierungsanforderungen erstrecken den Umfang auf zusätzliche Einrichtungen und fluorierte Gase. Alle Sachkundebescheinigungen und Unternehmenszertifikate müssen bis spätestens 12. März 2029 an die neuen Mindestanforderungen der Durchführungsverordnungen angepasst werden. Ohne Zertifikat dürfen ab dem Inkrafttreten der Durchführungsverordnung (EU) 2025/627 keine Installation, Instandhaltung, Reparatur oder Außerbetriebnahme von ortsfesten elektrischen Schaltanlagen mit fluorierten Treibhausgasen erfolgen. Für das Facility Management bedeutet dies, dass nur zertifizierte Unternehmen beauftragt werden dürfen und dass die Zertifikate im Rahmen der Betreiberakte nachvollziehbar dokumentiert werden müssen.