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Notbeleuchtungssysteme

Facility Management: Elektrotechnik » Betrieb » Dokumente » Notbeleuchtungssysteme

Notbeleuchtungssysteme

Notbeleuchtungssysteme

Dieses strukturierte Verzeichnis beschreibt sämtliche erforderlichen Unterlagen für Notbeleuchtungsanlagen in Gebäuden. Es orientiert sich an den in Deutschland verbindlichen Normen und Vorschriften (insbesondere VDE 0105-100, VDE 0040-1, DGUV Regel 103-011, Arbeitsstättenverordnung (§ ArbStättV), HOAI und VdS 2871/2229) sowie etablierten FM-Praktiken. Ziel ist eine rechtssichere, prüfbare und betriebs­sichere Dokumentation von Planung, Errichtung, Prüfung und Wartung der Notbeleuchtung. Insbesondere dient sie der Personen­rettung und Betriebssicherheit bei Stromausfall.

Sicherheit durch zuverlässige Notbeleuchtung

Abnahmeprotokoll – Hochspannungs-/Sicherheitsanlagen

Aspekt

Beschreibung

Dokumenttitel/-typ

Abnahmeprotokoll – Hochspannungsanlagen / elektrische Sicherheitsanlagen

Zweck & Geltungsbereich

Dokumentiert die ordnungsgemäße Fertigstellung, Prüfung und Übergabe der Notbeleuchtungsanlage an den Betreiber.

Relevante Regelwerke/Normen

HOAI (Objektüberwachung, LPH 8; Nr. 02.2 Abs. 667); VDE 0100-718 (Errichten, Abnahmeprüfung); DIN EN 50172 (VDE 0108-100) (Sicherheitsbeleuchtung).

Schlüsselelemente

- Prüfergebnisse der elektrischen Sicherheit und Funktionsprüfung (z. B. Isolations- und Schleifenwiderstand)
- Sichtprüfung auf Beschädigungen und korrekte Kennzeichnungen
- Messprotokolle (z. B. Lichtstärke, Umschaltzeiten)
- Unterschriften der Vertragspartner (Auftragnehmer, Auftraggeber)

Verantwortlich

Erstellung: ausführender Elektroinstallateur; Prüfung und Abnahme: Bauherr/Projektplaner; Archivierung: Facility Management.

Praxis-Hinweise

Teil der kompletten Übergabedokumentation; bildet rechtliche Grundlage für Gewährleistungsfristen und Betreiberpflichten. Das Protokoll muss bei späteren Audits oder Wiederholungsprüfungen vorliegen.

Erläuterung

Das Abnahmeprotokoll bescheinigt gem. HOAI (Leistungsphase 8) und VDE 0100-718 (erste Prüfung vor Inbetriebnahme) die fristgerechte Fertigstellung und korrekte Prüfung der Notbeleuchtungsanlage. Es enthält alle relevanten Prüf- und Mess­protokolle (z. B. Isolationswiderstände, Funktions- und Lampentests) sowie visuelle Inspektionen auf Unversehrtheit und Beschriftung. Durch die Unterschriften von Auftragnehmer und Auftraggeber/Anlagen­verantwortlichem wird die formale Übergabe der Anlage dokumentiert. Für das Facility Management ist dieses Protokoll zentral: Es markiert den Beginn der Betreiber­verantwortung, definiert Gewährleistungsfristen und dient als Ausgangspunkt für die Wartungs- und Prüffolge. Nur mit einem vollständigen Abnahme­protokoll gilt die Anlage als rechtssicher übergeben.

Stromlauf- und Lageplan – Notbeleuchtung

Aspekt

Beschreibung

Dokumenttitel/-typ

Stromlauf- und Lageplan – Notbeleuchtung

Zweck & Geltungsbereich

Darstellung der Anordnung, Verkabelung und Verteilung der Notbeleuchtungssysteme im Gebäude sowie deren räumliche Lage.

Relevante Regelwerke/Normen

VDE 0040-1 (Leitungsführung; Errichten); DIN EN 1838 (Beleuchtung für Sichtbarkeit im Notfall); DIN EN 50172 (VDE 0108-100) (Dokumentation und Betrieb).

Schlüsselelemente

- Abbildung der Leuchtenpositionen, Stromkreise und Versorgungsleitungen in Grundrissansichten und Schaltplänen
- Kennzeichnung von Leuchtengruppen, Umspannungs- und Batterieeinheiten
- Darstellung der Zuordnung zu Notstromquellen (Zentralbatterie, Einzelbatterien)
- Legende mit Symbolerklärung und Lastverteilung

Verantwortlich

Planung: Elektrofachplaner / TGA-Planer; Ausführung: Elektroinstallateur; Aktualisierung/Pflege: Facility Management.

Praxis-Hinweise

Bestandteil der As-Built-Dokumentation; idealerweise als digitale Datei im CAFM-System hinterlegen. Grundlagendokument für Wartung, Störungsanalyse und spätere Umbau-/Erweiterungsarbeiten.

Erläuterung

Lage- und Stromlaufpläne gemäß VDE 0040-1 und EN 50172 schaffen Transparenz über die Struktur der Sicherheitsbeleuchtung. Sie zeigen räumlich alle Notleuchten sowie deren Stromkreise, Versorgungseinheiten und Anschlusspunkte in Gebäudekonturen. Diese Pläne enthalten Symbole und Legenden für Leuchten, Rettungszeichen, Batterieanlagen, Umschalteinrichtungen etc. Mit ihnen kann das Facility Management gezielt Störungen lokalisieren und Instandhaltungsmaßnahmen steuern. Nach Fertigstellung bilden sie den zentralen Referenzplan im Prüf- und Wartungsmanagement (siehe z. B. Forderung nach vollständiger Dokumentation nach DIN VDE 0100-510).

Anschluss- und Verbindungstabelle

Aspekt

Beschreibung

Dokumenttitel/-typ

Anschluss- und Verbindungstabelle

Zweck & Geltungsbereich

Erfassung aller elektrischen Anschluss¬verbindungen zwischen Komponenten der Notbeleuchtung (Leuchten, Verteilereinheiten, Steuereinheiten).

Relevante Regelwerke/Normen

VDE 0040-1 (Leitungsführung; Errichten).

Schlüsselelemente

- Zuordnung der Kabel zu einzelnen Leuchten, Verteilern und Steuergeräten
- Angabe von Leitungsquerschnitten, Kabellängen, Absicherungen
- Anschlussart (Steckverbindung oder Festanschluss)
- Prüfkennzeichen oder Kennzeichnung der Leitungswege

Verantwortlich

Erstellung: Installateur; Kontrolle: Fachplaner; Pflege/Aktualisierung: Facility Management.

Praxis-Hinweise

Dient als verlässliche Grundlage für Wartung und Fehlersuche. In der Betriebsdoku aufbewahren und bei Änderungen aktualisieren.

Erläuterung

Die Anschluss- und Verbindungstabelle bildet die detaillierte elektrische Topologie der Notbeleuchtungsanlage ab. Sie listet etwa alle Kabel und Verbindungsstellen auf, definiert Kabelführung (Querschnitt, Länge) sowie eingesetzte Schutzorgane und Steckverbindungsarten. Für das Facility Management ist sie im Störungsfall unverzichtbar: Bei Ausfall einzelner Leuchten oder Anpassungen kann gezielt nachvollzogen werden, welches Kabel und welche Absicherung betroffen ist. Ebenso erleichtert sie Umbau- oder Erweiterungsarbeiten, da jede Verbindung eindeutig dokumentiert ist.

Arbeitsanweisung für Arbeiten unter Spannung (AuS)

Aspekt

Beschreibung

Dokumenttitel/-typ

Arbeitsanweisung für Arbeiten unter Spannung (AuS)

Zweck & Geltungsbereich

Regelt sicherheitstechnische Abläufe und Vorgaben bei Arbeiten an spannungsführenden Teilen elektrischer Anlagen.

Relevante Regelwerke/Normen

DGUV Regel 103-011 (BGR A3 Teil 103-011) „Arbeiten unter Spannung“; DIN VDE 0105-100 (Sicherer Betrieb elektrischer Anlagen).

Schlüsselelemente

- Anwendungsbereich und Gefährdungsbeurteilung
- Festgelegte Schutzmaßnahmen (z. B. Abschirmung, Absperrung)
- Persönliche Schutzausrüstung (PSA)
- Ablauf- und Freigabeverfahren
- Zuständigkeiten und Notfallplan

Verantwortlich

Arbeitgeber/Unternehmer stellt Arbeitsanweisung bereit; Genehmigung erfolgt durch Elektrofachkraft bzw. Anlagenverantwortlichen.

Praxis-Hinweise

Obligatorisches Dokument im Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagement (BetrSichV, ArbSchG). Muss vor jeder spannungsführenden Tätigkeit vorliegen, geprüft und allen Beteiligten bekannt sein.

Erläuterung

Gemäß DGUV Regel 103-011 und VDE 0105-100 dürfen Arbeiten an unter Spannung stehenden Anlagen nur mit einer konkreten Arbeitsanweisung durchgeführt werden. Diese regelt den genauen Arbeitsablauf sowie alle notwendigen Schutzmaßnahmen und PSA (z. B. isolierende Hand- und Werkzeuge, Schutzkleidung, Abstandsvorgaben). Weiterhin definiert die Arbeitsanweisung, wer die Arbeit freigibt (freigabeberechtigte Elektrofachkraft) und welche Notfallmaßnahmen (z. B. Erste Hilfe, Rettungskette) im Ernstfall gelten. Damit ist sie ein zentrales Element der Betriebssicherheitsorganisation: Betriebsanweisungen nach ArbSchG/BetrSichV müssen regelmäßig unterwiesen und dokumentiert werden. Bei Audits oder Unfallschauen dient die AuS-Anweisung als Nachweis, dass nur qualifiziertes Personal unter sicheren Bedingungen arbeiten darf.

Freigabe- und Vorbereitungsnachweis für komplexe elektrische Arbeiten

Aspekt

Beschreibung

Dokumenttitel/-typ

Freigabe- und Vorbereitungsnachweis für komplexe elektrische Arbeiten

Zweck & Geltungsbereich

Nachweis über sicherheitstechnische Vorbereitung, Freischaltung und Freigabe von umfangreichen oder nicht-routinemäßigen Arbeiten an elektrischen Anlagen.

Relevante Regelwerke/Normen

DIN VDE 0105-100 (Betrieb elektrischer Anlagen) Abschnitt 6.3; DGUV Regel 103-011.

Schlüsselelemente

- Beschreibung der geplanten Arbeiten (Ort, Dauer, Art)
- Festgelegte Sicherheitsmaßnahmen und Freischaltverfahren
- Angaben zur Qualifikation der ausführenden Personen
- Unterschrift des Anlagen- bzw. Arbeitsverantwortlichen

Verantwortlich

Anlagen- bzw. Arbeitsverantwortlicher (Elektro) bereitet vor; Kontrolle durch Betriebsleitung/FM.

Praxis-Hinweise

Vor Beginn jeder nicht-routinemäßigen oder komplexen Arbeit vorgeschrieben. Dokumentiert Risikobeurteilung und Freigabe durch befähigte Elektrofachkraft; dient Unfallprävention und Nachweisführung.

Erläuterung

Für jede umfangreiche oder außergewöhnliche Tätigkeit an elektrischen Anlagen fordert DIN VDE 0105-100 ein formales Freigabeverfahren. Das heißt: Bevor Arbeiten beginnen, müssen Arbeitsverantwortlicher und Anlagenverantwortlicher einen schriftlichen Freigabeschein erstellen (der zugleich als Vorbereitungsnachweis fungiert). Dieser enthält Beschreibung des Arbeitsorts und der Tätigkeiten, Detailmaßnahmen zur Freischaltung (z. B. Trennen, Abdecken), die verantwortlichen Personen sowie notwendige Schutzmaßnahmen. Erst wenn der Anlagenverantwortliche nach Prüfung der Gefährdungsbeurteilung seine Unterschrift unter diese Freigabe setzt, darf mit den Arbeiten begonnen werden. In der Praxis wird diese Freigabe oft als „Freigabeschein“ ausgeführt. Er stellt sicher, dass die Elektrofachkraft mit entsprechender Ausbildung (AuS-Pass) nur bei überwachter Freigabe tätig wird und alle Sicherheitsregeln dokumentiert sind. Nach Abschluss der Arbeiten dient der Nachweis als Beleg für eine fachgerechte Vorbereitung und Übergabe.

Wartungs- und Funktionsprüfprotokolle – Notbeleuchtung

Aspekt

Beschreibung

Dokumenttitel/-typ

Wartungs- und Funktionsprüfprotokolle – Notbeleuchtung

Zweck & Geltungsbereich

Dokumentiert die regelmäßig durchgeführten Sichtprüfungen und Funktionsprüfungen der Sicherheitsbeleuchtung nach den Arbeitsschutz- und Sicherheitsvorschriften.

Relevante Regelwerke/Normen

Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) § 3a; Technische Regeln für Arbeitsstätten ASR A3.4/3 (Sicherheitsbeleuchtung).

Schlüsselelemente

- Prüfdatum, Prüfperson, Umfang und Ergebnisse der Kontrolle
- Funktionstest-Ergebnisse (Lampenschaltung, Umschaltzeiten)
- Festgestellte Mängel und Abhilfemaßnahmen
- Unterschrift des Prüftechnikers

Verantwortlich

Betreiber/Arbeitgeber trägt Verantwortung; Durchführung: fachkundige Person; Prüfungskontrolle und Archiv: Facility Management.

Praxis-Hinweise

Nach ArbStättV sind Sicht- und Funktionsprüfungen mindestens halbjährlich erforderlich; Dokumentation stets auf dem neuesten Stand halten. Behördlich einsehbar!

Erläuterung

Die regelmäßige Wartung und Prüfung der Notbeleuchtung ist gesetzlich vorgeschrieben (§ ArbStättV und ASR A3.4/3) – sie gewährleistet Funktion im Ernstfall. Dabei sind alle Tätigkeiten ausführlich zu protokollieren. Ein beauftragter Prüfer oder Techniker hält Datum, Umfang und Ergebnisse der Sicht- und Funktionstests fest (z. B. Lampentests unter Notstrom, Kontrolle von Anzeigedisplays und Umschaltzeiten). Notwendige Reparaturen oder Veränderungen werden zusammen mit dem Zeitpunkt ihrer Durchführung dokumentiert. Dieses Prüf- und Wartungsbuch muss dauerhaft geführt und vom Verantwortlichen gegengezeichnet werden. Für das Facility Management sind diese Nachweise essenziell: Sie bilden die Basis für behördliche Nachweise, interne Audits und Versicherungsfragen. Nur so ist jederzeit belegbar, dass die Sicherheitsbeleuchtung „betriebsbereit“ gehalten wurde.

VdS 2229 Prüfbericht – Sicherheitsbeleuchtungsanlagen

Aspekt

Beschreibung

Dokumenttitel/-typ

Befundschein/Prüfbericht nach VdS 2229 – Sicherheitsbeleuchtungsanlagen

Zweck & Geltungsbereich

Versicherungsrelevanter Nachweis der technischen Prüfung und Funktionstüchtigkeit von Notbeleuchtungsanlagen gemäß VdS-Prüfrichtlinien (Klausel SK 3602).

Relevante Regelwerke/Normen

VdS 2871 (Richtlinien für elektrische Anlagen, Klausel SK 3602); VdS 2229 (Befundschein Elektroprüfung).

Schlüsselelemente

- Prüfdatum, Prüfumfang und Ergebnisse der Inspektion
- Bewertung der Energieversorgung, Umschaltzeiten und Funktion jeder Leuchte
- Dokumentation erkannter Abweichungen und empfohlene Maßnahmen
- Prüfplakette und Freigabevermerk

Verantwortlich

Durchführung: VdS-anerkannter Elektrofachmann/Sachverständiger; Prüfungsergebnis in Befundschein ausgestellt; Archivierung: Betreiber/Facility Management.

Praxis-Hinweise

Für Sonderbauarten (Krankenhäuser, Schulen, Hochhäuser etc.) oder bei einschlägiger Versicherungspflicht obligatorisch; Prüfbericht sollte jährlich erneuert werden.

Erläuterung

Der VdS 2229-Befundschein ist ein spezielles Prüfprotokoll für die sicherheitstechnische Abnahme elektrischer Anlagen (inklusive Notbeleuchtung) nach der Versicherungs­klausel SK 3602. Er wird von einem VdS-anerkannten Sachverständigen ausgestellt. Im Befundschein werden Umfang und Ergebnis der Prüfung schriftlich festgehalten – inklusive der Bewertung der Notstromversorgung (Akkus, Batterien, Umschaltlogik), Prüfung der Schaltzeiten und Funktionskontrolle jeder einzelnen Leuchte. Außerdem enthält der Bericht einen Mängel- bzw. Abweichungsbericht mit konkreten Abstell­maßnahmen. Wichtig ist die Dokumentation der Gebäude- bzw. Betriebsstruktur, damit der Versicherer den geprüften Bereich ohne Ortskenntnis nachvollziehen kann. Die VdS-Prüfung ist über die normale Betreiberpflicht hinaus erforderlich, um den Versicherungsschutz nicht zu gefährden. In der Regel wird der VdS-Prüfbericht jährlich erneuert und sicherheitshalber im FM-Archiv aufbewahrt.

Ernennung eines verantwortlichen qualifizierten Elektrikers (vEFK)

Aspekt

Beschreibung

Dokumenttitel/-typ

Bestellung verantwortlicher Elektrofachkraft (vEFK)

Zweck & Geltungsbereich

Schriftlicher Nachweis der organisatorischen Verantwortung für elektrische Anlagen und Betriebsmittel, insbesondere für Notbeleuchtungssysteme.

Relevante Regelwerke/Normen

VDE 1000-10 (31.1_6564); ArbSchG; BetrSichV §13.

Schlüsselelemente

- Name und Qualifikation der verantwortlichen Person
- Umfang und Grenzen der Verantwortung
- Datum, Unterschrift des Arbeitgebers
- Nachweis der Fachkunde und Unterweisungen

Verantwortlich

Arbeitgeber / Unternehmer (Erstellung und Unterschrift).

Praxis-Hinweise

Grundlage für die elektrotechnische Organisationsstruktur im FM; bei Personalwechsel oder Aufgabenänderung aktualisieren.

Erläuterung

Die schriftliche Bestellung einer verantwortlichen Elektrofachkraft ist in der DIN VDE 1000-10 verankert und entspricht den Vorgaben des Arbeitsschutzgesetzes (§3 Abs.2 ArbSchG) Sie legt die elektrotechnische Fachverantwortung klar fest und dokumentiert die formale Übertragung der Unternehmerpflichten. Diese Beauftragung schafft eine „gerichtsfeste“ Organisationsstruktur, die Haftungsrisiken minimiert. Im Facility Management wird die Bestellung üblicherweise in der Betreiberakte dokumentiert und bei Änderungen der Zuständigkeiten aktualisiert.

Genehmigung (Pass) für Arbeiten unter Spannung

Aspekt

Beschreibung

Dokumenttitel/-typ

Schaltberechtigung / Befugnisnachweis zum Arbeiten unter Spannung

Zweck & Geltungsbereich

Nachweis der individuellen Befähigung und Freigabe für Elektrofachkräfte zur Durchführung von Arbeiten an unter Spannung stehenden Teilen.

Relevante Regelwerke/Normen

DGUV-R 103-011 (20.2_5496); BetrSichV §12; ArbSchG.

Schlüsselelemente

- Personalangaben und Schulungsnachweis
- Art und Umfang der Freigabe
- Gültigkeitsdauer und Prüfergebnis
- Bestätigung durch verantwortliche Elektrofachkraft

Verantwortlich

Arbeitgeber / vEFK; Arbeitnehmer (Führung des Nachweises).

Praxis-Hinweise

Pflichtdokument bei Wartungs- und Fehlersucharbeiten; Nachweis bei DGUV-Prüfungen oder Audits erforderlich.

Erläuterung

Arbeiten an unter Spannung stehenden Anlagen erfordern gemäß DGUV Regel 103-011 spezielle Schutzmaßnahmen und klar definierte Zuständigkeiten. Nach erfolgreichem Abschluss einer entsprechenden Schulung wird die Befähigung zum Arbeiten unter Spannung in einem Arbeiten-unter-Spannung-Pass dokumentiert und vom Ausbilder bestätigt. Durch die Eintragung im Pass und die Unterschrift des Vorgesetzten wird die Berechtigung erteilt, diese Arbeiten durchzuführen. Diese Berechtigung ist bei allen entsprechenden Tätigkeiten mitzuführen und gehört zur Arbeitsschutzdokumentation (z. B. nach ISO 45001).

Bestandspläne – Elektrische Anlagen

Aspekt

Beschreibung

Dokumenttitel/-typ

Bestandspläne / Inventory Plans der elektrischen Anlage

Zweck & Geltungsbereich

Darstellung des tatsächlichen Aufbaus der elektrischen Sicherheitsbeleuchtungssysteme (Kabelwege, Verteilungen, Leuchtenpositionen).

Relevante Regelwerke/Normen

DIN 18382 (VOB/C ATV); VDI 6026-1 (z).

Schlüsselelemente

- Stromlauf- und Verteilungspläne
- Lagepläne der Not- und Sicherheitsleuchten
- Schalt- und Bus-Systeme
- Leitungskennzeichnungen, Sicherungsnummern
- Versions- und Änderungsstände

Verantwortlich

Errichter / Elektroinstallateur; Prüfung: Fachplaner / Betreiber.

Praxis-Hinweise

Bestandteil der Revisionsunterlagen; im FM Grundlage für Wartungsplanung, Ersatzteilmanagement und Umbau-Dokumentation.

Erläuterung

Bestandspläne bilden die technische Basis für den sicheren Betrieb der Anlagen. Nach DIN 18382 muss eine solche Dokumentation so beschaffen sein, dass sich ein Elektriker ohne Ortskenntnis schnell einen Überblick verschaffen kannSie enthält alle relevanten Stromlauf- und Verteilungspläne sowie Lagepläne der Not- und Sicherheitsleuchten. Im FM werden diese Pläne strukturiert geführt. Nach VDI 6026-1 sollen sie vollständig und möglichst digital übergeben werden. Dadurch wird eine effiziente Wartungsplanung ermöglicht und Änderungen lassen sich im FM-System nachverfolgen.

Installationsbestätigung – Elektrische Anlagen und Geräte

Aspekt

Beschreibung

Dokumenttitel/-typ

Errichterbestätigung / Prüfprotokoll Elektroinstallation

Zweck & Geltungsbereich

Nachweis der ordnungsgemäßen Installation, Prüfung und Inbetriebnahme elektrischer Notbeleuchtungsanlagen.

Relevante Regelwerke/Normen

DGUV-V 3 (20.1_2945); DGUV-G 303-003 (20.4_5949 / 21.4_5949).

Schlüsselelemente

- Prüfergebnisse (Isolations-, Schutzleiter-, Schleifenimpedanzmessung)
- Anlagenbeschreibung, Komponentenliste
- Messgeräte und Kalibrierung
- Unterschrift des Errichters und Prüfers

Verantwortlich

Installateur / Hersteller (Erstellung); Betreiber (Archivierung).

Praxis-Hinweise

Pflichtunterlage vor Inbetriebnahme; im FM Nachweis für Prüfzyklen und Risikobewertung (BetrSichV §14).

Erläuterung

Die Errichterbestätigung dokumentiert, dass die Erstprüfung der Elektroinstallation nach DGUV V3 ordnungsgemäß erfolgt ist. Sie listet Messwerte (z. B. Isolationswiderstand, Schutzleiterwiderstand, Schleifenimpedanz) und Komponenten der Anlage auf. Nach DGUV Grundsatz 303-003 befreit sie den Betreiber davon, die Anlage vor der ersten Inbetriebnahme selbst prüfen zu lassen. Diese Bestätigung ist die Grundlage für alle weiteren Prüfzyklen und wird im FM bei der Betriebssicherheitsdokumentation (z. B. im Betriebsbuch) aufbewahrt.

Ersatzteilliste – Nieder- und Mittelspannungssysteme

Aspekt

Beschreibung

Dokumenttitel/-typ

Ersatzteilliste (Spare Parts List)

Zweck & Geltungsbereich

Übersicht über verfügbare Ersatzteile für Notbeleuchtungsanlagen bis 36 kV, inklusive Typen, Artikelnummern und Bezugsquellen.

Relevante Regelwerke/Normen

DIN 18382 (VOB/C); Herstellervorgaben.

Schlüsselelemente

- Komponententyp, Hersteller, Seriennummer
- Ersatzteilnummern, Preisangaben, Lieferzeit
- Austauschzyklen und Kompatibilitätshinweise

Verantwortlich

Errichter / Fachfirma; Betreiber (Pflege und Aktualisierung).

Praxis-Hinweise

Bestandteil des Wartungs- und Ersatzteilmanagements; sichert kurze Reaktionszeiten bei Ausfällen.

Erläuterung

Die Ersatzteilliste enthält alle Angaben, die für die Bestellung von Ersatz- und Austauschteilen zur Instandhaltung erforderlich sind. Sie nennt für jede Baugruppe genaue Bezeichnungen einschließlich Hersteller- und Typennummer sowie Bezugsquellen. Im Facility Management bildet sie die Grundlage für eine vorausschauende Ersatzteilbevorratung. Betreiber und Errichter pflegen die Liste kontinuierlich, um im Störfall die notwendigen Teile schnell beschaffen zu können.

Bedienungsanleitung und Sicherheitshinweise – Elektrische Geräte

Aspekt

Beschreibung

Dokumenttitel/-typ

Betriebsanleitung und Sicherheitshinweise

Zweck & Geltungsbereich

Nachweis der Produktsicherheit und des bestimmungsgemäßen Gebrauchs elektrischer Betriebsmittel.

Relevante Regelwerke/Normen

Richtlinie 2014/35/EU (Niederspannungsrichtlinie); 1. ProdSV.

Schlüsselelemente

- Technische Kenndaten und Schaltbilder
- Warnhinweise und Schutzmaßnahmen
- Wartungs- und Prüfanweisungen
- Entsorgungs- und Recyclinghinweise

Verantwortlich

Hersteller (Erstellung); Betreiber (Aufbewahrung).

Praxis-Hinweise

Teil der technischen Unterlagen nach ProdSG; im FM bei Betrieb, Umbau und Störungsanalyse heranzuziehen.

Erläuterung

Nach der Niederspannungsrichtlinie 2014/35/EU muss jedem elektrischen Betriebsmittel eine umfassende Betriebsanleitung mit Sicherheitshinweisen beigelegt sein. Diese Unterlagen enthalten alle relevanten technischen Daten, Schaltpläne sowie Anweisungen zum sicheren Betrieb und zur Wartung. Sie sind Teil der CE-Produktdokumentation und müssen vom Betreiber aufbewahrt werden. Im Facility Management dienen sie als Referenz für den sach- und normgerechten Betrieb der Anlage und müssen bei Änderungen oder Störungen herangezogen werden.

Gebrauchsanweisung – Produkte

Aspekt

Beschreibung

Dokumenttitel/-typ

Gebrauchsanweisung / Instructions for Use

Zweck & Geltungsbereich

Vermittelt dem Anwender alle notwendigen Informationen zur sicheren Nutzung und Instandhaltung der Produkte.

Relevante Regelwerke/Normen

Produktsicherheitsgesetz (ProdSG).

Schlüsselelemente

- Funktionsbeschreibung
- Montage- und Anschlussvorschriften
- Sicherheitsvorkehrungen
- Instandhaltungsempfehlungen

Verantwortlich

Hersteller / Inverkehrbringer; Betreiber (Archivierung).

Praxis-Hinweise

Muss in deutscher Sprache vorliegen; Teil der Übergabeunterlagen und Grundlage für Betriebsanweisungen im FM.

Erläuterung

Das Produktsicherheitsgesetz verlangt eine in deutscher Sprache verfasste Gebrauchsanweisung, die potenzielle Gefahrenquellen und Sicherheitshinweise enthältihk.de. Sie wird vom Hersteller oder Inverkehrbringer bereitgestellt und vermittelt dem Nutzer alle Informationen zu Montage, Betrieb und Wartung des Geräts. In der FM-Praxis ist die Gebrauchsanweisung Teil der Übergabeunterlagen und dient als Grundlage für betriebliche Arbeits- und Wartungsanweisungen.

Notfall- bzw. Alarmplan für elektrische Anlagen

Aspekt

Beschreibung

Dokumenttitel/-typ

Notfall- bzw. Alarmplan für elektrische Anlagen

Zweck & Geltungsbereich

Darstellung der Vorgehensweise bei Störungen, Ausfällen oder Notfällen im Zusammenhang mit der Sicherheitsbeleuchtung.

Relevante Regelwerke/Normen

VDE 0105-100 (31.1_5304)

Schlüsselelemente

- Verantwortlichkeiten und Meldeketten
- Ablaufplan bei Netzausfall oder Brand
- Zuständigkeiten für Wiederinbetriebnahme
- Lageplan mit Rettungswegen und Notleuchtenverteilung

Verantwortlich

Betreiber / Facility Manager; Unterstützung durch Elektrofachkraft.

Praxis-Hinweise

Bestandteil des Gebäude-Sicherheitskonzepts; regelmäßig zu prüfen und mit dem Brandschutzplan abzugleichen.

Erläuterung

Der Notfall- und Alarmplan beschreibt verbindlich die Abläufe bei Stromausfall, technischen Störungen oder Bränden, die das Sicherheitslicht betreffen. Er legt fest, wer wann wen informiert (Meldekette) und wer welche Aufgaben übernimmt (z. B. Elektrofachkraft, Sicherheitsbeauftragter, Vorgesetzte). Der Plan enthält konkrete Handlungsanweisungen, etwa die sofortige Umschaltung auf Batteriebetrieb, das Abschalten von nicht notwendigen Verbrauchern und die Sicherstellung freier Rettungswege. Auch ist vermerkt, welche Maßnahmen der verantwortliche Anlagenbetreuer oder die Elektrofachkraft ergreift, um den Normalbetrieb oder Ersatzbetrieb wiederherzustellen. Ein Gebäudeplan mit eingezeichneten Rettungswegen und den Standorten der Notleuchten ergänzt den Inhalt. Der Betreiber muss den Plan regelmäßig aktualisieren (z. B. nach baulichen oder technischen Änderungen) und die Abläufe in Notfallübungen überprüfen lassen.

Prüfbericht für wiederkehrende Prüfungen elektrischer Anlagen

Aspekt

Beschreibung

Dokumenttitel/-typ

Prüfbericht für wiederkehrende Prüfungen elektrischer Anlagen

Zweck & Geltungsbereich

Dokumentation aller regelmäßig durchgeführten Funktions- und Sicherheitsprüfungen der Notbeleuchtungssysteme.

Relevante Regelwerke/Normen

VDE 0105-100 (31.1_5304); DGUV-I 203-072 (20.3_2975 / 21.3_2975)

Schlüsselelemente

- Prüfumfang, -methodik und Ergebnisse
- Messwerte (z. B. Batteriespannung, Leuchtenstatus)
- Prüfintervalle gemäß Gefährdungsbeurteilung
- Mängelliste und Nachverfolgung

Verantwortlich

Prüfer / Elektrofachkraft; Kontrolle durch Betreiber.

Praxis-Hinweise

Prüfberichte sind mindestens zehn Jahre aufzubewahren und bei Behörden- oder Versicherungsaudits vorzulegen.

Erläuterung

Im Prüfbericht werden sämtliche Schritte und Messungen bei den wiederkehrenden Kontrollen der Notbeleuchtungsanlage detailliert dokumentiert. Dazu gehören beispielsweise die Ergebnisse von Kurzschlussmessungen, Batterietests und Lampenfunktionsprüfungen. Der Bericht hält fest, was geprüft wurde (z. B. Leuchten, Batterien, Schaltungen), wie geprüft wurde (Prüfmethode, Messgeräte) und mit welchem Ergebnis. Festgestellte Mängel oder Abweichungen von Sollwerten werden in einer Mängelliste notiert und mit Abstellmaßnahmen sowie Nachprüfterminen verknüpft. So erhält der Betreiber einen schriftlichen Nachweis, dass alle vorgeschriebenen Funktionstests in den festgelegten Abständen durchgeführt wurden. Prüfberichte müssen mindestens zehn Jahre lang aufbewahrt werden, damit bei Audits oder im Haftungsfall alle Prüfaktivitäten nachgewiesen werden können.

Prüf- und Inspektionsbuch elektrischer Anlagen und Betriebsmittel

Aspekt

Beschreibung

Dokumenttitel/-typ

Prüf- und Inspektionsbuch elektrischer Anlagen

Zweck & Geltungsbereich

Laufende Erfassung der Prüfungen und Wartungen der Sicherheitsbeleuchtung (auf BG-Anforderung).

Relevante Regelwerke/Normen

DGUV-V 3 (20.1_2945)

Schlüsselelemente

- Datum, Prüfer, Prüfmethodik
- Ergebnisse der Sicht- und Funktionsprüfung
- Maßnahmen und Fristen bei Mängeln
- Nachweis über Behebung

Verantwortlich

Betreiber / Facility Manager.

Praxis-Hinweise

Bei regelmäßigen Begehungen durch Berufsgenossenschaften vorzulegen; dient als Nachweis der Prüfpflichtenerfüllung.

Erläuterung

Das Prüf- und Inspektionsbuch ist ein laufend geführtes Protokoll (meist Teil des technischen Anlagenbuchs), in dem sämtliche Sicht-, Funktions- und Wartungsprüfungen der elektrischen Anlagen dokumentiert werden. Jeder Eintrag enthält Datum, Name des Prüfenden, den geprüften Bereich und die angewandte Prüfmethodik sowie das Ergebnis der Prüfung. Werden dabei Mängel festgestellt (z. B. beschädigte Leuchten oder lockere Kabelverbindungen), wird vermerkt, welche Abhilfemaßnahmen eingeleitet wurden und bis wann die Behebung erfolgt. Damit erfüllt das Buch die Anforderungen der DGUV Vorschrift 3: Prüfpflichten und deren Erfüllung können jederzeit nachvollzogen werden. In der Praxis legen Berufsgenossenschaften das Inspektionsbuch bei Kontrollen ein, um die ordnungsgemäße Instandhaltung zu überprüfen. Für den Betreiber ist es ein zentrales Beweismittel, das die regelmäßige Wartung des Anlagenbestands dokumentiert.

Inspektionsbuch für Sicherheitsbeleuchtungsanlagen

Aspekt

Beschreibung

Dokumenttitel/-typ

Inspektionsbuch für Sicherheitsbeleuchtungsanlagen

Zweck & Geltungsbereich

Systematische Dokumentation der Wartung, Prüfung und Instandsetzung der Sicherheitsbeleuchtung.

Relevante Regelwerke/Normen

VDE 0108-100 (31.1_1621)

Schlüsselelemente

- Regelmäßige Prüfergebnisse
- Dokumentation von Ausfällen und Instandsetzungen
- Nachweis der Funktionsprüfung (manuell/automatisch)
- Prüfintervall gemäß VDE 0108

Verantwortlich

Beauftragte Person für Sicherheitsbeleuchtung; Kontrolle durch Betreiber.

Praxis-Hinweise

Bestandteil der Gebäudeprüfungsakte; kann digital (z. B. in CAFM-Systemen) geführt werden.

Erläuterung

Dieses Inspektionsbuch ist speziell für die Notbeleuchtungsanlage vorgesehen. Es listet systematisch alle relevanten Prüfergebnisse und Wartungsschritte auf: etwa monatliche Sichtkontrollen der Notleuchten, manuelle Funktionsprüfungen und die jährliche Dauerprüfung (Netzausfallsimulation). Bei jedem Ausfall einer Notleuchte werden Ort und Ursache dokumentiert sowie die durchgeführte Reparatur oder der Lampenwechsel. Zusätzlich kann es Aufzeichnungen über die automatischen Selbsttests geben (bei Anlagen mit zentraler Überwachung). Durch diese schriftlichen Nachweise lässt sich jederzeit überprüfen, dass die Sicherheitsbeleuchtung gemäß DIN VDE 0108-100 in den vorgeschriebenen Intervallen geprüft wurde. In der Betriebs- und Prüfakte des Gebäudes ist dieses Buch unverzichtbar, beispielsweise bei Abnahmen durch Sachverständige oder bei Sicherheitsaudits vorzulegen.

Software-Dokumentation für elektrische Anlagen

Aspekt

Beschreibung

Dokumenttitel/-typ

Software-Dokumentation für Steuerungs- und Überwachungssysteme

Zweck & Geltungsbereich

Beschreibung der programmtechnischen Funktionen der Sicherheitsbeleuchtungsanlage (z. B. Zentralbatteriesysteme, Automatikprüfungen).

Relevante Regelwerke/Normen

DIN 18382 (VOB/C ATV) (28.1_6109)

Schlüsselelemente

- Systemarchitektur, Steuerungslogik
- Parameter- und Konfigurationsdateien
- Programmversionen und Änderungsverlauf
- Notfallmaßnahmen bei Softwarefehlern

Verantwortlich

Auftragnehmer / Errichter; Freigabe durch Betreiber.

Praxis-Hinweise

Unverzichtbar bei automatisierten Systemen mit zentraler Steuerung; erforderlich für IT-Sicherheit und System-Updates.

Erläuterung

Die Software-Dokumentation beschreibt alle programmtechnischen Bestandteile einer automatisierten Notbeleuchtungsanlage. Dazu gehören Blockschaltbilder oder Flussdiagramme der Systemarchitektur, die Logik der Steuerfunktionen (z. B. Ablaufdiagramme für Automatikprüfungen) sowie alle Parameter- und Konfigurationsdateien. Darüber hinaus werden die Softwareversionen und die Historie aller Änderungen erfasst. Auch Abläufe für den Notfall (z. B. Verhalten bei Softwarefehlern oder Ausfall eines Steuergeräts) sind beschrieben. Dies ist besonders wichtig für zentral gesteuerte Systeme (z. B. Bus-Systeme oder zentrale Batteriesteuerungen), damit im Störungsfall gezielt vorgegangen werden kann. Der Errichter übergibt diese Dokumentation dem Betreiber; nach DIN 18382 gehört sie zu den technischen Unterlagen der Anlage und erleichtert Fehlersuche, Updates und Weiterentwicklungen.

Stromlaufpläne

Aspekt

Beschreibung

Dokumenttitel/-typ

Stromlaufpläne (Circuit Diagrams)

Zweck & Geltungsbereich

Darstellung der elektrischen Verschaltung und Energieversorgung der Notbeleuchtung.

Relevante Regelwerke/Normen

VDE 0040-1 (31.1_5443)

Schlüsselelemente

- Hauptstromlaufplan
- Steuerstromlaufplan
- Beschriftung und Kennzeichnung der Leitungen
- Bezug zu Schaltanlagen und Verteilungen

Verantwortlich

Elektroplaner / Installateur; Archivierung durch Betreiber.

Praxis-Hinweise

Muss jederzeit zugänglich sein; Grundlage für Fehlersuche, Wartung und Modernisierung.

Erläuterung

Die Stromlaufpläne zeigen die detaillierte elektrische Verschaltung der Sicherheitsbeleuchtung. Jeder Plan (Hauptstromlaufplan und ggf. separate Steuerstromlaufpläne) wird nach DIN EN 61082 (VDE 0040-1) angefertigt. Sie enthalten alle relevanten Symbole und Kennzeichnungen: Leitungsnummern, Sicherungsgrößen, Klemmenbezeichnungen sowie die Zuordnung der Notleuchten zu den Stromkreisen. In der Praxis dienen die Pläne dazu, bei Störungen oder Umbauten schnell den richtigen Stromkreis zu identifizieren. So kann man beispielsweise erkennen, welche Sicherung welche Notleuchtengruppe versorgt. Daher müssen diese Pläne stets aktuell gehalten und leicht zugänglich sein (z. B. im Schaltschrank oder im digitalen Anlagenbuch), um im Wartungs- oder Störfall sofort konsultiert werden zu können.

Übersichtsschaltplan

Aspekt

Beschreibung

Dokumenttitel/-typ

Übersichtsschaltplan (Overview Circuit Diagram)

Zweck & Geltungsbereich

Schematische Übersicht der Energieverteilung, Steuerkreise und Notbeleuchtungszonen.

Relevante Regelwerke/Normen

VDE 0040-1 (31.1_5443)

Schlüsselelemente

- Darstellung der Gesamtanlage
- Zuordnung der Stromkreise zu Leuchten und Rettungswegen
- Verknüpfung mit Einzelstromlaufplänen

Verantwortlich

Elektroplaner / Errichter.

Praxis-Hinweise

Bestandteil der Betriebs- und Brandschutzakte; dient der schnellen Orientierung im Störfall.

Erläuterung

Der Übersichtsschaltplan ist eine schematische Gesamtübersicht der Notbeleuchtungsanlage. Er zeigt vereinfacht, wie die Energieverteilung und die Steuerkreise angeordnet sind – beispielsweise welche zentrale Batterie welche Ausgangsverteiler speist und welche Gruppen von Leuchten welche Fluchtwegsbereiche versorgen. Anders als die detailreichen Stromlaufpläne fasst der Übersichtsplan das Gesamtsystem kompakt zusammen. Dies erleichtert dem Facility Management die Orientierung: Bei einer Störung sieht man auf einen Blick, in welchem Bereich welche Notstromquelle aktiv ist. Auch bei Erweiterungen oder Wartungsarbeiten ist der Plan hilfreich, da er ersichtlich macht, wo Änderungen vorgenommen werden können, ohne das gesamte System zu beeinflussen. Der Übersichtsschaltplan wird oft in der Betriebs- und Brandschutzakte abgelegt und ist ein wichtiges Hilfsmittel für Techniker.