Hoch- und Mittelspannungssysteme
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Hoch- und Mittelspannungssysteme
Hoch- und Mittelspannungsanlagen sind sicherheitskritische technische Anlagen und erfordern besonders hohe Sorgfalt bei Planung, Errichtung, Dokumentation und Betrieb. Für das Facility Management ist eine umfassende, strukturierte und revisionssichere Dokumentation unerlässlich. Sie stellt sicher, dass alle Betreiberpflichten erfüllt werden, Genehmigungsauflagen eingehalten sind und Arbeitsschutzmaßnahmen kontinuierlich gewährleistet werden können. Die unten aufgeführten Dokumente bilden zusammen ein verbindliches System, das einen rechtssicheren, wirtschaftlichen und auditfähigen Betrieb über den gesamten Lebenszyklus dieser Anlagen sicherstellt.
Hoch- und Mittelspannungssysteme im Gebäudebetrieb
- Abnahmeprotokoll
- Angebot (Vergabeunterlage Bauleistung)
- Anlagenbeschreibung – Technische Ausrüstung
- Anlagenbuch
- Aufstellungs- und Layoutplan
- Anschlussverzeichnis / Anschlusstabelle
- Anschlussverzeichnis – Montageplanung (LPH 7+)
- Anschlussverzeichnis – Revisionsstand (LPH 8)
- Antrag auf behördliche Genehmigung
- Arbeitsanweisungen für Arbeiten unter Spannung
- Montagezeichnung – LPH 7+
- Ausführungs-/Bestandszeichnung – LPH 8
- Übersicht der Verjährungsfristen für Mängelansprüche
- Aufmaß / Messungen – Technische Ausrüstung
- Aufzeichnungen zu Anlagen mit fluorierten Treibhausgasen
- Aufzeichnungen zur Vorbereitung komplexer elektrischer Arbeiten
- Ausführungspläne (Anordnungspläne) – LPH 7+
- Ausführungspläne (Anordnungspläne) – LPH 8
- Ausschreibungszeichnungen – Technische Ausrüstung
- Konstruktions- und Ausführungspläne – Technische Ausrüstung
- Betriebs-/Benutzerhandbuch – Elektrische Anlagen
- VdS-2229-Prüfbericht
- Bestellung verantwortlicher Elektrofachkräfte
- Berechnung und Auslegung – LPH 3
- Berechnung und Auslegung – LPH 5
- Berechnung und Auslegung – LPH 7
- Lebenszykluskostenberechnung
- Berechtigung für Arbeiten unter Spannung
- Bestandsaufnahme, grafische Darstellung und Neuberechnung
- Bestands- und Inventarpläne der elektrischen Anlagen
- Betriebsanleitung und Sicherheitsinformationen
- Interdisziplinäre Betriebsanweisung – Technische Ausrüstung
- Betriebstagebuch / Betriebsprotokoll
- Betriebskostenberechnung – Technische Ausrüstung
- Brandschutz- / Brandfall- / Steuerungsmatrix
- Lösungsdarstellungen – LPH 5
- Lösungsbeschreibungen – LPH 7
- Datenerfassung, Analysen und Optimierungsprozesse
- Datenpunkt- / Funktionsliste – LPH 7+
- Datenpunkt- / Funktionsliste – LPH 8
- Instandhaltungsdokumente für Hoch- und Mittelspannungsanlagen
- Dokumentation der Dämm- und Brandschutzarbeiten
- Bauablaufdokumentation / Bautagebuch
- Vergabedokumentation (Ausschreibung und Zuschlag)
- Eignungsnachweis des Bau- und Montageunternehmens
- Mengenermittlung – Technische Ausrüstung
- Installations- und Errichterbestätigung
- Errichtererklärung – Elektrische Anlagen
- Ersatzteil- und Komponentenlisten
- Funktions- und Strangschema – LPH 3
- Funktions- und Strangschema – LPH 5
- Funktions- und Strangschema – LPH 7
- Funktionsbeschreibung – LPH 8
- Funktionsschema (Prinzipschaltbild) – LPH 2
- Gebrauchsanweisung (Produkte)
- Schnittstellen- / Trade-Relationship-Matrix
- Instandhaltungsbericht
- Instandhaltungsplan (strategisch)
- Instandhaltungsplan – Elektrische Systeme
- Instandhaltungszeitplan
- Anlageninventar / Inventarliste
- Aufgabenklärung – Technische Ausrüstung (Ergebnisdokument)
- Kostenberechnung – Technische Ausrüstung (Ergebnis)
- Kostenfeststellung – Technische Ausrüstung (Ergebnis)
- Kostenschätzung – Technische Ausrüstung (Ergebnis)
- Leistungs- und Funktionsmessungen (Ergebnis)
- Messprotokoll – Elektrische Anlagen
- Bauphysikalische und statische Nachweise
- Notfallplan – Elektrische Anlagen
- Objektbegehungsbericht – Technische Ausrüstung
- Anschluss- und Medienpläne für gelieferte Anlagen
- Planungskonzept – Technische Ausrüstung
- Preisliste – Technische Ausrüstung
- Mängelbeseitigungsprotokoll aus der Abnahme
- Unterweisungsprotokoll für Betriebspersonal
- Inbetriebnahme- und Einstellbericht
- Prüfbericht zu wiederkehrenden Prüfungen
- Prüfbuch für elektrische Anlagen
- Raumbuch (inkl. technischer Zuordnung)
- Raumbuch – Technischer Teil (LPH 2 Vorplanung)
- Raumbuch – Technischer Teil (LPH 3 Entwurfsplanung)
- Auditunterlagen
- Fachkundenachweis für Anlagen mit fluorierten Treibhausgasen
- Schadstoff- und Emissionsberechnungen
- Schlitz- und Durchbruchspläne – LPH 5 (Ausführungsplanung)
- Schlitz- und Durchbruchspläne – LPH 7 (Vergabeergebnisse)
- Schnittstellenkatalog
- Softwaredokumentation – Elektrische Systeme
- Schalt- und Stromlaufpläne
- Stromlauf- und Schaltpläne – LPH 7+ (Montageplanung)
- Stromlauf- und Schaltpläne – LPH 8 (Ausführung / Bestand)
- Stromlauf- und Schaltpläne – LPH 5 (Ausführungsplanung)
- Übersichtsschaltplan (allgemein)
- Übersichtsschaltplan nach DIN EN 61082-1 – LPH 7+ (Montageplanung)
- Übersichtsschaltplan nach DIN EN 61082-1 – LPH 8 (Bestandsversion)
- Ausschreibungsunterlagen mit Leistungsbeschreibung
- Vergabevorschlag (Award Proposal)
- Wartungs- und Instandhaltungsanweisungen
- Instandhaltungsdokumentation nach VDMA 24186
- Instandhaltungsplanung und -organisation – Technische Ausrüstung
- Arbeits- und Prüfbescheinigungen
- Wirtschaftlichkeitsnachweis – Technische Ausrüstung
- Grafische Darstellung – LPH 3 (Entwurfsplanung)
- Grafische Darstellung – LPH 5 (Ausführungsplanung)
- Grafische Darstellung – LPH 7 (Vergabeergebnisse)
- Sachkundezertifikat (natürliche Personen) – Umgang mit fluorierten Treibhausgasen
- Unternehmenszertifikat – Umgang mit fluorierten Treibhausgasen
Abnahmeprotokoll
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Abnahmeprotokoll |
| Zweck & Geltungsbereich | Formale Abnahme der Hoch-/Mittelspannungsanlage |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Abnahmedatum • Beteiligte • Mängel • Vorbehalte |
| Verantwortlich | Auftraggeber und Auftragnehmer |
| Praxisbezug FM | Beginn der Betreiberverantwortung und Gewährleistung |
Erläuterung:
Das Abnahmeprotokoll ist das zentrale Dokument für die formelle Übergabe einer Hoch- bzw. Mittelspannungsanlage vom Errichter an den Betreiber. Mit der Unterzeichnung bestätigt der Auftraggeber, dass die Anlage vertrags- und normgerecht ausgeführt wurde. Ab diesem Zeitpunkt gehen Besitz, Gefahr und Haftung der Anlage auf den Betreiber über. Die Abnahme eröffnet zudem die Gewährleistungsfristen, was für das Facility Management entscheidend ist, um Inbetriebnahmen, Prüfzyklen und Instandhaltungspläne einzuleiten. Nach HOAI (insbesondere LPH 8) gehört die Organisation und Dokumentation der Abnahme zu den Grundleistungen der Objektüberwachung. Das Abnahmeprotokoll dient dem FM als Nachweis der Leistungserbringung und bildet die Grundlage für spätere Gewährleistungsansprüche, Prüfprogramme und die Übergabe in den Regelbetrieb.
Angebot (Vergabeunterlage Bauleistung)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Angebot |
| Zweck & Geltungsbereich | Grundlage der Vergabeentscheidung |
| Rechts- & Normbezug | VgV, VOB/A 2019 |
| Wesentliche Inhalte | • Preise • Leistungsumfang • technische Konzepte |
| Verantwortlich | Bieter |
| Praxisbezug FM | Vertragsreferenz, Kosten- und Leistungsabgleich |
Erläuterung:
Das Angebot ist das verbindliche Leistungsverzeichnis und Preisangebot eines Bieters im Ausschreibungsprozess nach VgV/VOB. Es enthält alle vereinbarten Preise, Mengen und technischen Details der auszuführenden Arbeiten. Für das Facility Management ist das Angebot ein zentrales Referenzdokument, da es den Soll-Leistungsumfang und die Kostenstruktur des Vertrages festhält. Anhand des Angebots kann das FM überprüfen, ob die erbrachten Leistungen den vertraglich geschuldeten entsprechen, und etwaige Abweichungen durch Nachtragsforderungen nachvollziehen. Es ermöglicht den Soll-Ist-Vergleich von Leistungen und Kosten und dient als Grundlage für die wirtschaftliche Steuerung des Projekts. Spätere Änderungen (Nachträge) werden stets gegen die ursprünglichen Angaben im Angebot abgeglichen, um Transparenz in der Kosten- und Leistungsentwicklung zu gewährleisten.
Anlagenbeschreibung – Technische Ausrüstung
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Anlagenbeschreibung |
| Zweck & Geltungsbereich | Verständliche Darstellung von Aufbau und Funktion |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Netzstruktur • Schutzkonzepte • Betriebszustände |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Betrieb, Schulung, Störungsmanagement |
Erläuterung:
Die Anlagenbeschreibung erläutert in allgemeinverständlicher Form die Struktur und Funktion der gesamten Hoch-/Mittelspannungsanlage. Sie umfasst etwa eine schematische Übersicht der Netzstruktur (z. B. Ring- oder Strangschaltungen), der Schutz- und Steuerungskonzepte sowie der verschiedenen Betriebsarten (Normalbetrieb, Not- oder Inselbetrieb). Für das FM-Personal ist diese Beschreibung ein zentrales Betriebs- und Schulungsdokument: Sie ermöglicht es, komplexe Zusammenhänge schnell zu erfassen und die Anlage sicher zu bedienen. Im Störungsfall kann anhand der beschriebenen Systemarchitektur die Ursache schneller eingegrenzt werden. Ebenso unterstützt sie die Planung von Wartungs- und Erweiterungsarbeiten, indem sie vorhandene Redundanzen oder Anschlussmöglichkeiten aufzeigt. Die Anlagenbeschreibung ist in den Leistungsphasen 3–5 nach HOAI vorgesehen und dient als wichtige Basis für Ausschreibung und Projektfreigabe.
Anlagenbuch
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Anlagenbuch |
| Zweck & Geltungsbereich | Systematische Erfassung als technisches Asset |
| Rechts- & Normbezug | VDI 6070-1, VDI-MT 3810-1, DIN 32835-1 |
| Wesentliche Inhalte | • Identnummer • Standort • Baujahr • Lebenszyklusdaten |
| Verantwortlich | Betreiber / Facility Management |
| Praxisbezug FM | Asset-, Risiko- und Ersatzinvestitionsplanung |
Erläuterung:
Das Anlagenbuch dient als zentrales Nachweissystem für die gesamte Anlage. Es erfasst für jedes technische Asset eindeutige Stammdaten (Hersteller, Typ, Seriennummer, Einbauort, Baujahr) sowie betriebs- und wartungsrelevante Informationen. Dazu gehören dokumentierte Betriebsstunden, festgelegte Wartungsintervalle, durchgeführte Prüfungen sowie Austauschzyklen der Komponenten. Damit bildet das Anlagenbuch die Grundlage für die strategische Anlagenbewertung und Lebenszyklus-Planung im FM. Risiken lassen sich über alterungs- oder zustandsbedingte Kenndaten einschätzen und Ersatzinvestitionen können rechtzeitig geplant werden. Durchgängig aktualisierte Anlagenbuch-Daten sind außerdem bei Inventuren, Audits und Budgetplanungen unverzichtbar. In der Praxis wird das Anlagenbuch heute digital (z. B. im CAFM-System) geführt, sodass aktuelle Status- und Kosteninformationen jederzeit abrufbar sind.
Aufstellungs- und Layoutplan – Elektrische Systeme
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Layout- und Aufstellungsplan |
| Zweck & Geltungsbereich | Darstellung der räumlichen Anordnung |
| Rechts- & Normbezug | VDE 0040-1 |
| Wesentliche Inhalte | • Abstände • Zugangsflächen • Sicherheitszonen |
| Verantwortlich | Planer / Fachkundige |
| Praxisbezug FM | Arbeitssicherheit, Wartungs- und Rettungswege |
Erläuterung:
Der Aufstellungs- bzw. Layoutplan zeigt die räumliche Position aller elektrischen Betriebsmittel (z. B. Schaltanlagen, Transformatoren) innerhalb der Gebäude- oder Technikebenen. Er beinhaltet die erforderlichen Freiräume und Zugangsflächen (gemäß einschlägiger VDE-Vorgaben) sowie sicherheitsrelevante Zonen wie Schutzabstände zu brennbaren Materialien. Nach DIN VDE 0040-1 müssen elektrotechnische Anlagen so visualisiert werden, dass alle Komponenten klar zu erkennen sind und Gefährdungen durch unsachgemäße Eingriffe vermieden werden. Für das Facility Management ist dieser Plan essentiell, um Zugänglichkeit, Zufahrtswege und Fluchtwege zu beurteilen. Er dient zudem als Grundlage für Wartungsplanung und Umbauten: Nur so können zukünftige Erweiterungen oder Änderungen räumlich sichergestellt werden. Zusammengefasst gewährleistet der Layoutplan, dass Sicherheitsabstände eingehalten und die Arbeitssicherheit jederzeit bewertet werden können.
Anschlussverzeichnis / Anschlusstabelle
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Anschlussverzeichnis |
| Zweck & Geltungsbereich | Übersicht aller elektrischen Anschlüsse |
| Rechts- & Normbezug | VDE 0040-1 |
| Wesentliche Inhalte | • Klemmen • Leitungszuordnung • Kennzeichnungen |
| Verantwortlich | Errichter / Installateur |
| Praxisbezug FM | Störungsbehebung und Umbauten |
Erläuterung:
Das Anschlussverzeichnis listet systematisch alle elektrischen Verbindungen der Anlage auf. Es enthält Bezeichnungen und Nummerierungen aller Klemmen, Leitungen und Anschlussorte sowie deren Zuordnung zu übergeordneten Anschlusspunkten oder Sicherungen. Damit ist genau dokumentiert, welche Spannung an welcher Klemme anliegt und wie Kabel miteinander verbunden sind. Für das Facility Management ist diese Übersicht ein zentrales Arbeitsmittel: Im Fehlerfall kann das Wartungspersonal anhand des Verzeichnisses unmittelbar den betroffenen Stromkreis identifizieren und gezielt Prüfungen durchführen. Auch bei Erweiterungen oder Umbauten zeigt das Anschlussverzeichnis, wo neue Leitungen und Geräte anzuschließen sind, da alle bestehenden Anschlusspunkte eindeutig benannt sind. Insgesamt erleichtert das Anschlussverzeichnis die Störungsdiagnose und sichert, dass elektrische Nachverdrahtungen korrekt vorgenommen werden.
Anschlussverzeichnis – Montageplanung (LPH 7+)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Montagebezogenes Klemmenverzeichnis |
| Zweck & Geltungsbereich | Montage- und prüfgerechte Dokumentation |
| Rechts- & Normbezug | DIN 18382 (VOB/C) |
| Wesentliche Inhalte | • Montagekennzeichnungen • Prüfpunkte |
| Verantwortlich | Errichter / Installateur |
| Praxisbezug FM | Abnahmevorbereitung |
Erläuterung:
In der Bauphase wird häufig ein spezielles Klemmen- oder Anschlussverzeichnis für die Montage erstellt. Dieser montagespezifische Plan enthält zusätzliche Informationen wie feste Kennzeichnungen für die Fertigung (etwa „A“ für Phase A an den Klemmen) oder Prüfmarkierungen für Inbetriebnahme-Tests. Montagezeichnungen nach DIN 18382 stellen sicher, dass die Installation genau den Planvorgaben entspricht. Sie zeigen etwa Leitungswege, Einbaupositionen und Beschriftungen im Bauzustand. Für das Facility Management ist diese Version besonders während der Abnahme wichtig, da sie als Dokumentationsgrundlage dient und alle relevanten Details der Installationsausführung offenlegt. Nachdem die Anlage abgenommen wurde, dient das montagespezifische Anschlussverzeichnis als Basis, um den endgültigen Anlagestand formal festzuhalten.
Anschlussverzeichnis – Revisionsstand (LPH 8)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Revisions-Anschlussverzeichnis |
| Zweck & Geltungsbereich | Dokumentation des Ist-Zustands |
| Rechts- & Normbezug | DIN 18382 (VOB/C) |
| Wesentliche Inhalte | • Ist-Anschlüsse • Änderungen • Endkennzeichnung |
| Verantwortlich | Errichter / Installateur |
| Praxisbezug FM | Verbindlicher Referenzstand |
Erläuterung:
Das revisionsgerechte Anschlussverzeichnis (As-Built-Plan) bildet den endgültigen, tatsächlichen Anschlussstand nach Abschluss der Bauarbeiten ab. Der Errichter aktualisiert es während der Ausführung, so dass alle während der Installation entstandenen Änderungen, Erweiterungen oder Nachträge dokumentiert sind. Dieser finale Plan enthält den vollständigen Leitungsweg, alle angeschlossenen Komponenten und die definitive Klemmenbelegung. Er stellt die verbindliche Referenz dar, an der sich alle künftigen Prüfungen, Wartungsarbeiten und Umbauten orientieren. Das als As-Built-Version geführte Dokument wird in der Revisionsdokumentation aufbewahrt und ist für das FM maßgeblich, um den aktuellen Zustand der Anlage nachzuvollziehen und bei Änderungen eine eindeutige Basis für die Dokumentation zu haben.
Antrag auf behördliche Genehmigung
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Genehmigungsantrag |
| Zweck & Geltungsbereich | Erlangung behördlicher Freigaben |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • technische Nachweise • Pläne • Formulare |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA / Bauherr |
| Praxisbezug FM | Rechtssicherheit des Anlagenbetriebs |
Erläuterung:
Der Genehmigungsantrag enthält alle für die offizielle Freigabe der Anlage erforderlichen Unterlagen. Üblicherweise umfasst er ausführliche technische Nachweise und Nachweise der Einhaltung von Bau- und Elektrosicherheitsvorgaben (z. B. Brandschutzkonzepte, Abschottungspläne, EMV-Unterlagen). Diese Unterlagen werden bei den zuständigen Behörden eingereicht, um die Betriebserlaubnis zu erhalten. Im Antrag werden alle relevanten Prüfergebnisse, Pläne (Lagepläne, Stromlaufpläne) und Formulare (z. B. Antragsformulare der Bauaufsicht oder Energieversorger) zusammengefasst. Für das Facility Management ist die Genehmigungsakte essenziell: Sie dokumentiert, dass die Anlage rechtlich zulässig ist, und wird bei behördlichen Kontrollen oder sicherheitstechnischen Begehungen als Nachweis vorgelegt. Auch bei späteren Veränderungen an der Anlage dient die originale Genehmigungsdokumentation als Grundlage, um die Auflagen der Behörde erneut zu erfüllen oder zu überprüfen.
Arbeitsanweisungen für Arbeiten unter Spannung (AuS)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Arbeits- und Sicherheitsanweisung AuS |
| Zweck & Geltungsbereich | Sicheres Arbeiten an spannungsführenden Teilen |
| Rechts- & Normbezug | DGUV-Regel 103-011 |
| Wesentliche Inhalte | • Gefährdungsbeurteilung • Schutzmaßnahmen • Qualifikation |
| Verantwortlich | Arbeitgeber / Betreiber |
| Praxisbezug FM | Arbeitsschutz, Unterweisung, Auditnachweis |
Erläuterung:
Arbeitsanweisungen für das Arbeiten unter Spannung sind verbindliche Sicherheitsdokumente, die das Verfahren für Tätigkeiten an live geschalteten Leitungen festlegen. Sie müssen eine detaillierte Gefährdungsbeurteilung enthalten und alle erforderlichen Schutzmaßnahmen (z. B. Abschaltsperren, isolierende Hilfsvorrichtungen, Persönliche Schutzausrüstung) festlegen. Zudem ist darin geregelt, welche Elektrofachkräfte (mit entsprechender Schulung nach VDE und DGUV) die Arbeiten ausführen dürfen. Nach DGUV Regel 103-011 sowie DIN VDE 0105-100 dürfen Arbeiten unter Spannung nur in Ausnahmefällen und unter strikten Bedingungen durchgeführt werden. Die Arbeitsanweisung dokumentiert, dass diese Bedingungen erfüllt sind und dient damit als Nachweis gegenüber Aufsichtsbehörden. Für das Facility Management ist dieses Dokument ein zentraler Bestandteil des Arbeitsschutzsystems: Es wird bei Unterweisungen genutzt, um die Mitarbeiter auf die Risiken hinzuweisen, und wird in Audits vorgelegt, um die Vorschriftskonformität nachzuweisen. Insgesamt trägt die AuS-Arbeitsanweisung entscheidend dazu bei, den Schutz von Personen und Anlage zu gewährleisten.
Montagezeichnung – LPH 7+ (Montageplanung)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Montagezeichnung |
| Zweck & Geltungsbereich | Detaillierte Darstellung der Montage und räumlichen Anordnung |
| Rechts- & Normbezug | DIN 18382 (VOB/C ATV) |
| Wesentliche Inhalte | • Aufstellorte • Befestigungen • Sicherheitsabstände • Zugänglichkeiten |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Errichter |
| Praxisbezug FM | Referenz für Montage, Revision und spätere Umbauten |
Erläuterung:
Die Montagezeichnung dokumentiert planungsseitig die Aufstellorte aller Hoch- und Mittelspannungskomponenten sowie die geplante Führung der Kabeltrassen. Sie enthält detaillierte Angaben zu Befestigungspunkten, Abständen und Platzbedarfen entsprechend den einschlägigen VDE-Vorschriften (z.B. VDE 0105-100) und den Anforderungen aus DIN 18382. Durch diese detaillierte Darstellung können Konflikte mit anderen Gewerken (z.B. Lüftung, Baukonstruktion) frühzeitig erkannt und vermieden werden. Für das Facility Management ist die Montagezeichnung eine unverzichtbare Referenz: Sie ermöglicht im Betrieb und bei künftigen Umbauten ein schnelles Verständnis der Anlagenanordnung und sichert, dass Leitungsverläufe und Komponentenstandorte jederzeit nachvollziehbar sind.
Ausführungs-/Bestandszeichnung – LPH 8 (Ausführung)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Ausführungs- bzw. Bestandszeichnung |
| Zweck & Geltungsbereich | Dokumentation des tatsächlich ausgeführten Zustands („as built“) |
| Rechts- & Normbezug | DIN 18382 (VOB/C ATV) |
| Wesentliche Inhalte | • Endzustand • Abweichungen • Kennzeichnungen |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Errichter |
| Praxisbezug FM | Betrieb, Wartung, Störungsbeseitigung |
Erläuterung:
Die Ausführungs- bzw. Bestandszeichnung bildet den realen Zustand der Anlage nach Abschluss aller Arbeiten ab. Sie enthält die endgültigen Gerätepositionen und Leitungsverläufe sowie alle Abweichungen von der ursprünglichen Planung. In diesen Plänen werden alle nachträglich vorgenommenen Änderungen und Korrekturen dokumentiert. Für das Facility Management fungiert die Bestandszeichnung als maßgeblicher Nachweis des installierten Zustands: Sie dient als Grundlage für Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten sowie für Erweiterungen, da alle tatsächlichen Anlagenteile und ihre Kennzeichnungen exakt nachvollzogen werden können.
Übersicht der Verjährungsfristen für Mängelansprüche
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Gewährleistungs- und Fristenübersicht |
| Zweck & Geltungsbereich | Steuerung von Mängel- und Haftungsansprüchen |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Vertragsgrundlagen • Fristen • Zuständigkeiten |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Gewährleistungs- und Risikomanagement |
Erläuterung:
Die Übersichten zu Gewährleistungs- und Verjährungsfristen fassen alle relevanten Fristen aus Vertrag und Gesetz zusammen. Sie enthalten Angaben über vertraglich vereinbarte Gewährleistungszeiträume sowie gesetzliche Verjährungsfristen (z.B. vier- bis fünfjährige Fristen nach VOB/B) und nennen Beginn (in der Regel Abnahme) sowie Ende der Frist und die zuständigen Ansprechpartner. Mit dieser Übersicht kann das Facility Management jederzeit prüfen, welche Mängelansprüche noch durchsetzbar sind. So lassen sich erforderliche Nachbesserungen fristgerecht anstoßen, was das Risikomanagement verbessert und die Einhaltung vertraglicher Pflichten unterstützt.
Aufmaß / Messungen – Technische Ausrüstung
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Aufmaß- und Messunterlagen |
| Zweck & Geltungsbereich | Quantitativer Nachweis der ausgeführten Leistungen |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • gemessene Abmessungen • Leistungsabgleich |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA / Ingenieure |
| Praxisbezug FM | Abrechnung, Kostenkontrolle |
Erläuterung:
Die Aufmaßunterlagen dokumentieren alle tatsächlich erbrachten Leistungen in Mengen und Maßen. Sie erfassen beispielsweise die geführten Kabellängen, Abmessungen von Schaltschränken oder Stückzahlen verbauter Komponenten. Diese detaillierte Erfassung ist für die prüfbare Abrechnung gemäß §14 VOB/B erforderlich. Für das Facility Management sind die Messunterlagen wichtig, um die Rechnungen der Errichter zu plausibilisieren: Sie dienen als Nachweis, dass abgerechnete Leistungen wirklich erbracht wurden. Zudem bilden sie eine Basis für künftige Anpassungen und Umbauten, da Planungsänderungen anhand der Ist-Maße quantitativ bewertet werden können.
Aufzeichnungen zu Anlagen mit fluorierten Treibhausgasen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | F-Gas-Aufzeichnungen |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis umweltrechtlicher Pflichten |
| Rechts- & Normbezug | DIN EN 378-4, Verordnung (EU) 2024/573, ChemKlimaschutzV, VO (EG) 1516/2007, VO (EG) 1497/2007 |
| Wesentliche Inhalte | • Kältemittelarten • Füllmengen • Leckagekontrollen |
| Verantwortlich | Betreiber |
| Praxisbezug FM | Umwelt-Compliance, Behördennachweise |
Erläuterung:
Betreiber von Gas- oder Kälteanlagen, die fluorierte Treibhausgase (z.B. SF₆ in GIS-Schaltanlagen) enthalten, müssen umfassende F-Gas-Register führen. Diese Aufzeichnungen enthalten Angaben zu den eingesetzten Gasarten und -mengen sowie Dokumentation der gesetzlich vorgeschriebenen Dichtheitsprüfungen und Leckagen. Diese Pflicht ergibt sich aus der EU-F-Gas-Verordnung und der Chemikalien-Klimaschutzverordnung. Für das Facility Management sind die F-Gas-Register essenziell, um die Einhaltung der Emissionsminderungs- und Wartungsauflagen nachzuweisen. Sie dienen als Nachweis bei Umweltprüfungen und helfen, Freisetzungen von Treibhausgasen zu erkennen und zu verhindern.
Aufzeichnungen zur Vorbereitung komplexer elektrischer Arbeiten
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Arbeits- und Sicherheitsfreigaben |
| Zweck & Geltungsbereich | Sicherstellung sicherer Arbeitsbedingungen |
| Rechts- & Normbezug | DIN VDE 0105-100 |
| Wesentliche Inhalte | • Arbeitsfreigabe • Schutzmaßnahmen • Verantwortlichkeiten |
| Verantwortlich | Anlagen-/Arbeitsverantwortlicher |
| Praxisbezug FM | Arbeitssicherheit, Haftungsnachweis |
Erläuterung:
Bei komplexen Arbeiten an Hoch- und Mittelspannungseinrichtungen sind strenge Sicherheitsprozeduren einzuhalten. In einem Freigabeverfahren werden alle relevanten Maßnahmen dokumentiert: Die Anlage wird spannungsfrei geschaltet, gegen Wiedereinschalten gesichert, auf Spannungsfreiheit geprüft sowie geerdet und kurzgeschlossen. Erst wenn diese Schritte abgeschlossen sind, erteilt die zuständige Elektrofachkraft die Arbeitsfreigabe. Die Dokumentation erfolgt üblicherweise in Form eines Freigabescheins, der Datum, Arbeitsumfang und beteiligte Personen enthält. Für das Facility Management sind diese Unterlagen ein wichtiger Nachweis: Sie zeigen, dass alle Schutzmaßnahmen gemäß DIN VDE 0105-100 eingehalten wurden und ermöglichen eine lückenlose Aufarbeitung von Störfällen oder Unfällen.
Ausführungspläne (Anordnungspläne) – LPH 7+ (Montageplanung)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Anordnungs- und Aufstellpläne |
| Zweck & Geltungsbereich | Detaillierte Darstellung der Anordnung im Raum |
| Rechts- & Normbezug | DIN 18382 (VOB/C ATV) |
| Wesentliche Inhalte | • Platzbedarf • Wartungsräume • Zugänge |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Errichter |
| Praxisbezug FM | Betrieb, Instandhaltung, Umbauten |
Erläuterung:
In den Anordnungsplänen für die Montageplanung wird festgelegt, wie Hoch- und Mittelspannungskomponenten räumlich positioniert werden sollen. Sie zeigen die vorgesehenen Standorte für Schaltanlagen, Transformatoren oder Schaltfelder sowie die erforderlichen Freiflächen und Zugangswege (z.B. Wartungsgänge, Fluchttüren). Dadurch wird sichergestellt, dass ausreichend Platz für Montage, Betrieb und Wartung zur Verfügung steht. Für das Facility Management dienen diese Pläne dazu, Raumanforderungen und Zugangsbedingungen frühzeitig abzustimmen. Auf diese Weise können potenzielle Konflikte mit anderen Haustechnik-Systemen frühzeitig erkannt und vermieden werden.
Ausführungspläne (Anordnungspläne) – LPH 8 (Bestand)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Bestands-Anordnungspläne |
| Zweck & Geltungsbereich | Dokumentation der finalen Anordnung |
| Rechts- & Normbezug | DIN 18382 (VOB/C ATV) |
| Wesentliche Inhalte | • Endpositionen • Kennzeichnungen |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Errichter |
| Praxisbezug FM | Revisions- und Betriebsunterlage |
Erläuterung:
Die Bestands-Anordnungspläne erfassen die endgültige Lage der Komponenten nach Abschluss der Montage. Sie enthalten alle tatsächlich realisierten Aufstellflächen und die abschließenden Kennzeichnungen der Geräte. Als verbindlicher Bestandsnachweis zeigen sie den aktuellen Ist-Zustand der elektrischen Infrastruktur. Für das Facility Management sind diese Pläne eine unverzichtbare Grundlage: Sie ermöglichen es, Wartungsarbeiten und Erweiterungen präzise zu planen, da sämtliche Endpositionen und Verkehrswege bekannt sind. Dadurch können Eingriffe kontrolliert und Anlagenerweiterungen sicher umgesetzt werden, ohne die bestehenden Installationen zu gefährden.
Ausschreibungszeichnungen – Technische Ausrüstung
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Ausschreibungszeichnungen |
| Zweck & Geltungsbereich | Technische Grundlage für die Vergabe |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Systemaufbau • Leistungsparameter |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Vergleichbarkeit von Angeboten |
Erläuterung:
Ausschreibungszeichnungen legen in der Planung fest, welche Systemstruktur und Leistungsanforderungen der Anlage zugrunde liegen sollen. Sie zeigen beispielsweise den generellen Aufbau von Transformatoren-, Schalt- und Versorgungssystemen sowie zentrale Parameter wie Spannungs- und Leistungsklassen. Diese Zeichnungen stellen sicher, dass alle Bieter auf der Basis derselben technischen Vorgaben kalkulieren. Für das Facility Management bilden die Ausschreibungszeichnungen die verbindliche Grundlage für die Vergabe: Sie ermöglichen den Vergleich eingegangener Angebote und dienen später als Referenz für Vertragsinhalte und Nachtragsbewertungen, da Änderungen immer gegenüber dem ursprünglichen Leistungsbild abgeglichen werden können.
Konstruktions- und Ausführungspläne – Technische Ausrüstung
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Konstruktions- und Detailpläne |
| Zweck & Geltungsbereich | Technische Durcharbeitung der Planung |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Detailanschlüsse • Komponenten |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Wartung, Fehlerdiagnose |
Erläuterung:
Die Konstruktions- und Detailpläne enthalten die exakten Anschluss- und Schaltpläne der Anlage sowie Detaildarstellungen einzelner Komponenten. Sie zeigen zum Beispiel die Verdrahtung innerhalb von Schaltschränken, Verkabelungsschemata und Aufbaumontagen der Geräte. Für das Facility Management sind diese Pläne besonders wertvoll bei Wartungsarbeiten oder Störungsfällen: Sie ermöglichen eine schnelle und präzise Fehlersuche, da jeder Kabelverlauf und Anschluss genau dokumentiert ist. Damit tragen sie entscheidend dazu bei, Ausfallzeiten zu minimieren und Instandhaltungsmaßnahmen effizient durchzuführen.
Betriebs-/Benutzerhandbuch – Elektrische Anlagen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Betriebs- und Benutzerhandbuch |
| Zweck & Geltungsbereich | Sicherer Betrieb, ordnungsgemäße Nutzung und Instandhaltung der Anlage |
| Rechts- & Normbezug | VDI 6026-1, DIN 18382 (VOB/C) |
| Wesentliche Inhalte | • Anlagenbeschreibung |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Errichter |
| Praxisbezug FM | Zentrale Referenz für Betrieb, Unterweisung und Störungsbehebung |
Erläuterung:
Das Betriebs- und Benutzerhandbuch enthält alle wesentlichen technischen Informationen zur Hoch-/Mittelspannungsanlage. Es umfasst eine detaillierte Beschreibung der Komponenten (z. B. Schaltanlagen, Transformatoren), der elektrischen Struktur und der typischen Betriebszustände. Darüber hinaus dokumentiert es die vorgesehenen Schaltfolgen und Bedienanweisungen sowie Wartungs- und Notfallanweisungen. Die Richtlinie VDI 6026-1 und die ATV DIN 18382 definieren den Umfang solcher Handbücher.
Im Facility Management dient das Betriebs- und Benutzerhandbuch als verbindliche Referenz. Es bildet die Grundlage für die Unterweisung des Betriebspersonals und die Erteilung von Schaltberechtigungen: Alle organisatorischen und sicherheitstechnischen Abläufe (z. B. Freischaltverfahren, Umschaltung auf Notstrombetrieb) orientieren sich an den dokumentierten Vorgaben. Im Störungs- oder Notfallfall ermöglicht das Handbuch den schnellen Zugriff auf relevante Betriebszustände und die gemäß Notfallplan vorgesehenen Abläufe. Insgesamt stellt das Handbuch sicher, dass die Anlage normgerecht und effizient betrieben werden kann und dient als Nachweis für die Einhaltung von Arbeitsschutz- und Instandhaltungsauflagen.
VdS-2229-Prüfbericht (elektrische Anlagen)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | VdS-Prüfbericht |
| Zweck & Geltungsbereich | Versicherungs- und sicherheitstechnische Bewertung der Anlage |
| Rechts- & Normbezug | VdS 2871 |
| Wesentliche Inhalte | • Prüfumfang • Mängel • Risikobewertung • Maßnahmenempfehlungen |
| Verantwortlich | Anerkannter Prüfsachverständiger |
| Praxisbezug FM | Versicherungsauflagen, Risikominimierung |
Erläuterung:
Der VdS-Prüfbericht ist ein wesentliches Dokument, das im Auftrag von Versicherungen oder des Betreibers durch einen unabhängigen Sachverständigen erstellt wird. Er basiert auf den VdS-Richtlinien (z. B. VdS 2871) und enthält die Ergebnisse einer umfassenden Prüfung der elektrischen Anlage (z. B. Begehungen, Messungen, Funktionsprüfungen). Im Bericht werden der Prüfumfang, festgestellte Mängel und eine Bewertung der Risiken dokumentiert. Außerdem enthält er konkrete Empfehlungen für Korrektur- oder Schutzmaßnahmen (beispielsweise zur Verbesserung des Brandschutzes oder zur Vermeidung von Ausfällen).
Für das Facility Management ist der VdS-Prüfbericht wichtig für die Versicherbarkeit und Risikobeurteilung der Anlage. Er belegt die Erfüllung vertragsgemäßer Prüfauflagen (beispielsweise nach Klausel SK 3602 im Versicherungsvertrag) und kann die Versicherungsprämie beeinflussen. Zudem dient er als Entscheidungsgrundlage: Aus den gelisteten Mängeln und Empfehlungen lassen sich gezielt Instandsetzungs- und Verbesserungsmaßnahmen ableiten. Insgesamt ist der VdS-Bericht ein zentrales Dokument für das Risiko- und Haftungsmanagement, das FM-Manager zur Risikominimierung heranziehen.
Bestellung verantwortlicher Elektrofachkräfte (vEFK)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Schriftliche Bestellung vEFK |
| Zweck & Geltungsbereich | Rechtssichere Organisation der elektrotechnischen Verantwortung |
| Rechts- & Normbezug | VDE 1000-10 |
| Wesentliche Inhalte | • Verantwortungsbereich • Weisungsbefugnis • Aufgabenabgrenzung |
| Verantwortlich | Arbeitgeber / Betreiber |
| Praxisbezug FM | Haftungs- und Organisationsnachweis |
Erläuterung:
In Hoch- und Mittelspannungsanlagen dürfen nur Elektrofachkräfte arbeiten. Nach DIN VDE 1000-10 und den Arbeitsschutzvorschriften muss der Betreiber daher eine verantwortliche Elektrofachkraft (vEFK) schriftlich bestellen. Diese schriftliche Bestellung definiert den Verantwortungsbereich, die Weisungsbefugnis (z. B. im Auftrag von Schaltvorgängen) und die Abgrenzung der Aufgaben. Die vEFK übernimmt damit die elektrotechnische Fach- und Aufsichtspflicht für den Betreiber.
Im Facility Management sichert die Bestellung der vEFK die klare Organisationsstruktur. Sie dokumentiert, wer für welche Teile der Anlage elektrotechnisch verantwortlich ist und wer Schaltmaßnahmen anordnet. Im Schadens- oder Haftungsfall dient die Bestellung als Nachweis dafür, dass die elektrotechnische Verantwortung formal übertragen wurde. Ohne diese formale Beauftragung wäre eine eindeutige Verantwortungsverteilung, wie sie vom Arbeitsschutzgesetz und der DGUV-Vorschrift 3 gefordert wird, nicht nachweisbar.
Berechnung und Auslegung – LPH 3 (Entwurfsplanung)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Technische Vor- und Entwurfsberechnungen |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis der grundsätzlichen technischen Machbarkeit |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Netzstruktur • Kurzschluss- und Selektivitätskonzept |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Grundlage für Sicherheit und Erweiterbarkeit |
Erläuterung:
In der Entwurfsplanung (HOAI-LPH 3) führt der Fachplaner erste technische Berechnungen durch, um die grundsätzliche Machbarkeit der Anlage zu überprüfen. Dazu gehören die Planung der Netzstruktur (Topologie), die Vorberechnung der Kurzschlussströme und die Entwicklung eines Selektivitätskonzepts (Koordination der Schutzeinrichtungen). Diese Analysen stellen sicher, dass die gewählte Konfiguration unter den angenommenen Lasten sicher betrieben werden kann. Sie legen damit die sicherheitsrelevanten Grundparameter der Anlage fest und beeinflussen spätere Betriebs- und Erweiterungsoptionen.
Für das Facility Management bilden diese Berechnungen die Grundlage für die technische Sicherheit und spätere Erweiterbarkeit der Anlage. Sie geben frühzeitig Auskunft über vorhandene Leistungsspielräume und Systemgrenzen. Später kann auf dem Selektivitäts- und Kurzschlusskonzept aufbauend festgestellt werden, ob beispielsweise bei zusätzlicher Last Anpassungen an Schutzgeräten nötig sind. Dadurch lassen sich potenzielle Schwachstellen bereits in der Planungsphase erkennen und Gegenmaßnahmen entwickeln.
Berechnung und Auslegung – LPH 5 (Ausführungsplanung)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Detail- und Ausführungsberechnungen |
| Zweck & Geltungsbereich | Umsetzungssicherheit der geplanten Anlage |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Gerätespezifikation • Schutz- und Erdungskonzepte |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Referenz für Betrieb und Instandhaltung |
Erläuterung:
In der Ausführungsplanung (HOAI-LPH 5) werden die Planungen aus LPH 3 detailliert umgesetzt. Dabei werden alle Komponenten (Transformatoren, Leistungsschalter, Kabelquerschnitte etc.) exakt ausgelegt und die Schutz- und Erdungskonzepte finalisiert. Dadurch ist gewährleistet, dass die Anlage wie geplant ausgeführt und sicher betrieben werden kann.
Für das Facility Management sind diese Unterlagen die technische Referenzbasis. Sie enthalten genaue Angaben zu den installierten Geräten und deren Schutzparametern. Bei späteren Änderungen oder Störungen dienen die Detailpläne und Berechnungen als Nachschlagewerk: Anhand der dokumentierten Gerätespezifikationen und Schutzmaßnahmen können Instandhalter schnell erkennen, wie das System ausgelegt ist, und die richtigen Ersatzteile oder Einstellungen vornehmen.
Berechnung und Auslegung – LPH 7 (Vergabeergebnisse)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Vergabebezogene Auslegungsunterlagen |
| Zweck & Geltungsbereich | Dokumentation der beauftragten technischen Lösung |
| Rechts- & Normbezug | HOAI, DIN 18379 (VOB/C) |
| Wesentliche Inhalte | • Beauftragte Komponenten • Leistungsgrenzen |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Vertrags- und Gewährleistungsmanagement |
Erläuterung:
In LPH 7 werden die Ergebnisse der Ausschreibung dokumentiert. Die Unterlagen enthalten alle Komponenten, die vom Betreiber beauftragt wurden, sowie deren Leistungsgrenzen (z. B. bestellte Gerätetypen und deren technische Spezifikationen). Diese Dokumente zeigen verbindlich, welche technische Lösung realisiert wird.
Für das Facility Management sind sie wichtig für Vertrags- und Gewährleistungsfragen. Sie definieren, welche Komponenten liefervertraglich zugesichert wurden. Tritt ein Mangel auf, kann durch den Abgleich mit den Vergabeunterlagen geprüft werden, welche Bauteile in welcher Ausführung bestellt wurden. Damit sind sie Grundlage für das Gewährleistungsmanagement, da eindeutig erkennbar ist, was ursprünglich vereinbart war.
Lebenszykluskostenberechnung (LCC)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Lebenszykluskostenberechnung |
| Zweck & Geltungsbereich | Wirtschaftliche Bewertung über die gesamte Nutzungsdauer |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Investitions- • Betriebs- • Instandhaltungs- • Entsorgungskosten |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Strategische Investitions- und Ersatzentscheidungen |
Erläuterung:
Die Lebenszykluskostenberechnung erfasst alle über die Lebensdauer der Anlage anfallenden Kosten – von der Investition über Betrieb und Instandhaltung bis zu Entsorgung. Sie wird im Rahmen der Planung (oft in LPH 6/7) erstellt, um die langfristige Wirtschaftlichkeit unterschiedlicher Varianten zu vergleichen.
Für das Facility Management dient die LCC als Entscheidungsgrundlage für Investitions- und Ersatzentscheidungen. Sie ermöglicht es, finanzielle Auswirkungen von Modernisierungsmaßnahmen abzuschätzen und Maßnahmen nach ihrer Wirtschaftlichkeit zu priorisieren. Beispielsweise kann mit Hilfe der LCC bewertet werden, ob ein teureres, aber energieeffizienteres Ersatzteil langfristig günstiger ist. Damit unterstützt sie eine nachhaltige Kostensteuerung und eine fundierte strategische Planung.
Berechtigung für Arbeiten unter Spannung (AuS)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | AuS-Berechtigung / Ausweis |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis der Befähigung für Arbeiten unter Spannung |
| Rechts- & Normbezug | DGUV-R 103-011 |
| Wesentliche Inhalte | • Qualifikation • Gültigkeit • Einsatzbereich |
| Verantwortlich | Arbeitgeber |
| Praxisbezug FM | Arbeitssicherheit, Haftungsnachweis |
Erläuterung:
Arbeiten unter Spannung an Mittelspannungsanlagen sind nur mit spezieller Qualifikation erlaubt. Die DGUV-Regel 103-011 schreibt vor, dass befähigte Elektrofachkräfte nach Ausbildung und Prüfung eine schriftliche AuS-Berechtigung erhalten. Diese Bescheinigung listet Qualifikation, Gültigkeitsdauer und Umfang der erlaubten Tätigkeiten (z. B. Spannungsklassen) auf. Sie wird vom Arbeitgeber ausgestellt (häufig in Form eines AuS-Arbeitspasses) und muss regelmäßig aktualisiert werden.
Für das Facility Management ist die AuS-Berechtigung Teil der Arbeitsschutzorganisation. Sie dokumentiert, dass die Arbeiten an unter Spannung stehenden Teilen nur von entsprechend qualifiziertem Personal durchgeführt werden. Ohne gültige AuS-Berechtigung ist das Arbeiten unter Spannung strikt untersagt. Im Schadensfall dient die AuS-Dokumentation als Nachweis, dass alle sicherheitstechnischen Schulungs- und Prüfanforderungen erfüllt waren.
Bestandsaufnahme, grafische Darstellung und Neuberechnung
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Bestands- und Rechenunterlagen |
| Zweck & Geltungsbereich | Bewertung bestehender Anlagenzustände |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Ist-Pläne • Leistungsdaten • Reservebewertung |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Weiterbetrieb, Modernisierung |
Erläuterung:
Bei bestehenden Anlagen müssen Zustand und Dokumentation regelmäßig überprüft und aktualisiert werden. Dies umfasst die Erstellung von Ist-Plänen (As-Built-Zeichnungen), die Erfassung aktueller Leistungsdaten (z. B. Lastprofil, Netzreserven) und gegebenenfalls eine Neuberechnung von Schutz- oder Kurzschlussauslegungen. Insbesondere nach Umbauten oder längeren Betriebszeiten muss sichergestellt sein, dass die Unterlagen den tatsächlichen Anlagenzustand widerspiegeln. So lassen sich Überlastsituationen oder fehlende Reserven erkennen.
Für das Facility Management bildet diese Dokumentation die Grundlage für den sicheren Weiterbetrieb. Sie ist Voraussetzung für jede Modernisierung oder Erweiterung, da sie Auskunft über verfügbare Kapazitätsreserven und Netzgrenzen gibt. Ohne verlässliche Ist-Daten kann keine tragfähige Entscheidung über notwendige Anpassungen getroffen werden. Zudem liefern die Bestandsunterlagen die Basis für Nachrechnungen (z. B. neue Kurzschluss- oder Lastflussanalysen), um den Anlagenbetrieb unter veränderten Bedingungen sicherzustellen.
Bestands- und Inventarpläne der elektrischen Anlagen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Bestands- und Inventarpläne |
| Zweck & Geltungsbereich | Übersicht und eindeutige Zuordnung aller Betriebsmittel |
| Rechts- & Normbezug | DIN 18382 (VOB/C), VDI 6026-1 |
| Wesentliche Inhalte | • Anlagenkennzeichnung • Lage • Komponenten |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Errichter |
| Praxisbezug FM | Betrieb, Wartung, Revision |
Erläuterung:
Bestands- und Inventarpläne umfassen zeichnerische Darstellungen des gesamten elektrischen Systems. Dazu gehören Lage- und Übersichtspläne sowie Detailzeichnungen mit eindeutiger Kennzeichnung aller Bauteile und Komponenten. Nach DIN 18382 und VDI 6026-1 sind solche Pläne Teil der Übergabe- und Revisionsunterlagen. Üblicherweise erstellt der Errichter As-Built-Zeichnungen, die den tatsächlich realisierten Anlagenzustand dokumentieren, und übergibt sie dem Betreiber.
Für das Facility Management gewährleisten Bestandspläne Transparenz und sichere Orientierung. Bei Wartung und Instandhaltung ermöglicht der Plan, Geräte schnell zu finden und eindeutig zu identifizieren. Dadurch lassen sich Verwechslungen vermeiden und Suchzeiten reduzieren. Insgesamt sind vollständige Bestands- und Inventarpläne unverzichtbar für einen effizienten Anlagenbetrieb, zielgerichtete Wartung und schnelle Fehlerlokalisierung.
Betriebsanleitung und Sicherheitsinformationen (elektrische Betriebsmittel)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Betriebsanleitung und Sicherheitsinformationen |
| Zweck & Geltungsbereich | Sicherstellung des bestimmungsgemäßen und sicheren Betriebs |
| Rechts- & Normbezug | Richtlinie 2014/35/EU, 1. ProdSV |
| Wesentliche Inhalte | • Betriebsgrenzen • Warnhinweise • Schutzmaßnahmen • Störfallhinweise |
| Verantwortlich | Hersteller / Inverkehrbringer |
| Praxisbezug FM | Unterweisungen, Prüfungen, Haftungsnachweis |
Erläuterung:
Die vom Hersteller bereitgestellten Betriebsanleitungen und Sicherheitshinweise sind verpflichtende Unterlagen für elektrische Betriebsmittel. Hersteller müssen gesetzlich sicherstellen, dass jedem Gerät eine deutsche Betriebsanleitung und die erforderlichen Sicherheitshinweise beiliegen. Diese Dokumente enthalten alle relevanten Angaben, etwa zulässige Betriebsgrenzen, Warnhinweise, erforderliche Schutzmaßnahmen sowie Verhaltensempfehlungen bei Störfällen. Im Facility Management bilden sie die grundlegende Basis für interne Betriebsanweisungen, Gefährdungsbeurteilungen, regelmäßige Prüfungen und Schulungen. Zugleich dienen sie als Nachweis dafür, dass das Betriebsmittel den Sicherheitsanforderungen entspricht und ordnungsgemäß verwendet wird.
Interdisziplinäre Betriebsanweisung – Technische Ausrüstung
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Interdisziplinäre Betriebsanweisung |
| Zweck & Geltungsbereich | Einheitliche Regelung des Betriebs über alle beteiligten Gewerke |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Betriebszustände • Zuständigkeiten • Schnittstellen • Sicherheitsregeln |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Zentrale Referenz für Betriebsorganisation |
Erläuterung:
Die interdisziplinäre Betriebsanweisung fasst fächerübergreifend alle sicherheits- und betrieblichen Anforderungen der technischen Ausrüstung zusammen. Sie verknüpft die elektrotechnische Planung mit Arbeitsschutzvorgaben und dokumentiert sämtliche Betriebszustände, Zuständigkeiten und Schnittstellen. Darin werden auch Notfallwege, Freigaberegeln sowie Prioritäten und Verriegelungen zwischen den Gewerken festgelegt (zum Beispiel das Abschalten der Lüftung oder der Feuerwehr-Ansteuerung im Brandfall). Für das FM ist dieses Dokument die zentrale Referenz: Es dient der Schulung und Sicherheitsunterweisung des Personals sowie der Einrichtung und Überprüfung von Notfall- und Evakuierungskonzepten.
Betriebstagebuch / Betriebsprotokoll
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Betriebstagebuch |
| Zweck & Geltungsbereich | Laufende Dokumentation des Anlagenbetriebs |
| Rechts- & Normbezug | VDI-MT 3810-1 |
| Wesentliche Inhalte | • Schalthandlungen • Störungen • Wartungen • besondere Ereignisse |
| Verantwortlich | Betreiber / Facility Management |
| Praxisbezug FM | Nachweisführung, Ursachenanalyse, Audits |
Erläuterung:
Das Betriebstagebuch (oder Betriebsprotokoll) hält lückenlos alle Schalthandlungen, Störmeldungen, Wartungsarbeiten und besonderen Ereignisse fest. Nach VDI-MT 3810-1 ist eine solche Betriebsdokumentation verpflichtend und gewährleistet die lückenlose Nachvollziehbarkeit des Anlagenzustands. Ein sorgfältig geführter Eintrag ist essenziell für die Ursachenanalyse im Störfall und dient als Nachweis bei internen und externen Audits. Bei Haftungsfragen oder behördlichen Prüfungen lässt sich so exakt rekonstruieren, welche Maßnahmen durchgeführt wurden.
Betriebskostenberechnung – Technische Ausrüstung
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Betriebskostenberechnung |
| Zweck & Geltungsbereich | Prognose und Kontrolle laufender Betriebskosten |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Energieverluste • Wartung • Prüfungen • Ersatzteile |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Budgetierung, Kostencontrolling |
Erläuterung:
Die Betriebskostenberechnung prognostiziert den künftigen Aufwand für Energie, Instandhaltung und sonstige Betriebskosten. Sie wird im Rahmen der HOAI (insbesondere LPH 3–7) durch Fachplaner erstellt. Nach der Systematik der DIN 18960 werden dazu alle relevanten Kostenarten – etwa Stromverbrauch, Wartungsverträge, Prüfkosten und Ersatzteilbedarf – ermittelt. Die Ergebnisse dienen der Budgetplanung und dem Kostencontrolling im FM. Anhand der Betriebskostenberechnung können Facility Manager Wirtschaftlichkeitsvergleiche erstellen und fundierte Entscheidungen über Optimierungen, Modernisierungen oder Ersatzinvestitionen treffen.
Brandschutz- / Brandfall- / Steuerungsmatrix
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Brandschutz- und Brandfall-Steuermatrix |
| Zweck & Geltungsbereich | Definition des Anlagenverhaltens im Brand- und Evakuierungsfall |
| Rechts- & Normbezug | VDI 3819-3, HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Auslösekriterien • Abschaltstrategien • Prioritäten • Schnittstellen |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA / Brandschutz |
| Praxisbezug FM | Tests, Abnahmen, Feuerwehr- und Notfallkonzepte |
Erläuterung:
Die Brandschutz- bzw. Brandfallsteuerungsmatrix legt fest, wie sich die Anlage im Gefahrenfall verhält, und koordiniert alle sicherheitstechnischen Gewerke. Nach VDI 3819-3 müssen die Funktionen von Lüftungs-, Rauch- und Feuerwehraufzugsanlagen, Brandmeldern, Notstrom und weiteren Systemen gewerkübergreifend synchronisiert werden. In der Matrix ist für jede Brandmeldung dokumentiert, welche Einrichtungen aktiviert oder abgeschaltet werden müssen (beispielsweise Evakuierungsfahrten der Aufzüge, Öffnen von Rauchabzügen, Abschalten der Klimatisierung). Sie ist insbesondere bei Sonderbauten (z.B. Krankenhäusern oder Hochhäusern) erforderlich und Bestandteil der Genehmigungsunterlagen. Für das FM ist sie Basis für Abnahmen und regelmäßige Funktionsprüfungen: Die darin beschriebenen Abläufe bilden das Fundament für Feuerwehr- und Notfallkonzepte und sind bei Audits und Revisionen von entscheidender Bedeutung.
Lösungsdarstellungen – LPH 5 (Ausführungsplanung)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Grafische Lösungsdarstellungen |
| Zweck & Geltungsbereich | Visualisierung der geplanten technischen Lösung |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Systemaufbau • Platzbedarf • Zugänglichkeiten |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Referenz für Montage und Betrieb |
Erläuterung:
Lösungsdarstellungen im Rahmen der Ausführungsplanung visualisieren detailliert den geplanten Systemaufbau und die räumlichen Anforderungen. Sie zeigen den endgültigen Installations- und Aufbauplan inklusive aller Zugangs- und Wartungswege. Damit wird sichergestellt, dass bauliche Erfordernisse (etwa Schacht- und Raumgrößen, Traglasten) sowie sicherheitsrelevante Normen (z.B. DIN EN 81-20/50 bei Aufzügen) eingehalten werden. Für das Facility Management dienen diese Zeichnungen als technische Basis für die Montagefreigabe und als frühe Bewertung der Wartungs- und Betriebseignung (z.B. Zugänglichkeit von Wartungspunkten).
Lösungsbeschreibungen – LPH 7 (Vergabeergebnisse)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Technische Lösungsbeschreibung |
| Zweck & Geltungsbereich | Dokumentation der beauftragten Ausführung |
| Rechts- & Normbezug | HOAI, DIN 18379, DIN 18381 |
| Wesentliche Inhalte | • Leistungsumfang • Abweichungen • Systemgrenzen |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Vertrags- und Gewährleistungsmanagement |
Erläuterung:
Die Lösungsbeschreibungen dokumentieren textlich die vertraglich festgelegte Ausführung (z.B. das Leistungsverzeichnis). Sie ergänzen die grafischen Unterlagen um eine genaue Leistungsbeschreibung: Umfang, Schnittstellen und etwaige Abweichungen von der Planung werden detailliert aufgeführt. Als Vertragsbestandteil sind sie für das Facility Management wichtig, um Soll-Ist-Abweichungen und eventuelle Nachträge oder Gewährleistungsansprüche zu prüfen. Auch nach der Inbetriebnahme dienen sie als Referenz, um Änderungen, Modernisierungen oder Erweiterungen im Vergleich zur ursprünglichen Planung zu bewerten.
Datenerfassung, Analysen und Optimierungsprozesse
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Analyse- und Optimierungsdokumentation |
| Zweck & Geltungsbereich | Bewertung und Verbesserung des Anlagenbetriebs |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Betriebskennzahlen • Schwachstellen • Maßnahmen |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Effizienzsteigerung, Verfügbarkeitsoptimierung |
Erläuterung:
Moderne Anlagen werden durch kontinuierliche Datenerfassung und -analyse optimiert. Betriebskennzahlen wie Energieverbrauch, Lastprofile oder Störungsstatistiken werden zusammengeführt und ausgewertet, um Schwachstellen zu erkennen. Darauf aufbauend werden gezielte Verbesserungsmaßnahmen definiert – von der Anpassung von Steuerparametern über modifizierte Wartungszyklen bis hin zu Investitionsentscheidungen. Facility Managements setzen zunehmend digitale Analysewerkzeuge ein (z.B. CAFM- und Cloud-Plattformen mit Algorithmen oder KI), um automatisch Optimierungspotenziale aufzudecken. Auf Basis dieser Daten können Betreiber den Anlagenbetrieb proaktiv steuern, was zu höherer Energieeffizienz und Verfügbarkeit führt.
Datenpunkt- / Funktionsliste – LPH 7+ (Montageplanung)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Datenpunkt- und Funktionsliste |
| Zweck & Geltungsbereich | Definition aller Signale, Zustände und Funktionen |
| Rechts- & Normbezug | DIN 18382 (VOB/C) |
| Wesentliche Inhalte | • Datenpunkte • Signalarten • Funktionszuordnung |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Errichter |
| Praxisbezug FM | Funktionsprüfung, GLT-Anbindung |
Erläuterung:
In der Montagephase wird eine umfassende Datenpunkt- und Funktionsliste angelegt. Diese erfasst systematisch sämtliche relevanten Signale und Messpunkte der Elektro- und IT-Anlagen – von jedem einzelnen Anschlussport und Kabelende über zugehörige Hardware-Adressen (z.B. MAC- und IP-Adressen) bis hin zur Beschreibung der jeweiligen Funktion und Gerätezuordnung. Ebenfalls dokumentiert sind die Prüfergebnisse jeder Verbindung (z.B. Leitungsprüfungen), um die ordnungsgemäße Funktion aller Datenpunkte nachzuweisen. Die Datenpunktliste ist nach DIN 18382 verpflichtender Bestandteil der Ausführungsunterlagen. Sie ist unerlässlich für die Abnahme, da sie übersichtlich belegt, dass alle geplanten Anschlüsse installiert und geprüft wurden. Für das Facility Management bildet diese Liste anschließend die Grundlage für die GLT-Integration und die Anlagenverwaltung: Der Betreiber erhält damit stets den aktuellen Überblick über alle Signale und kann bei Wartung oder Fehlersuche sofort nachvollziehen, wo sich ein bestimmter Datenpunkt befindet und welche Funktion er hat.
Datenpunkt- / Funktionsliste – LPH 8 (Ausführung / Bestand)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Bestands-Datenpunktliste |
| Zweck & Geltungsbereich | Dokumentation der realisierten Funktionen |
| Rechts- & Normbezug | DIN 18382 (VOB/C) |
| Wesentliche Inhalte | • Endzustand • Kennzeichnungen • Änderungen |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Errichter |
| Praxisbezug FM | Betrieb, Störungsanalyse, Anpassungen |
Erläuterung:
Nach Abschluss der Installation wird die Datenpunktliste auf den tatsächlichen Ausführungszustand überführt. In dieser Endversion sind alle Ports, Dosen, Kabel und Verteiler mit ihren endgültigen Bezeichnungen und Kennzeichnungen erfasst; etwaige Änderungen während der Bauphase werden vollständig dokumentiert. Zudem enthält die Liste die Ergebnisse der abschließenden Funktionstests, sodass ersichtlich ist, dass sämtliche Verbindungen die geforderten Parameter erfüllen. Diese Bestandsliste wird als Teil der Revisionsunterlagen an den Betreiber übergeben und ist die maßgebliche Referenz für den laufenden Betrieb. Für das Facility Management ist sie von entscheidender Bedeutung: Wartungs- und Erweiterungsarbeiten können auf Basis des aktuellen Anlagenzustands geplant werden, und im Störfall lässt sich präzise nachvollziehen, welche Komponenten miteinander verbunden sind. Dadurch wird eine effiziente Betriebsüberwachung und Fehlerdiagnose im laufenden Betrieb sichergestellt.
Instandhaltungsdokumente für Hoch- und Mittelspannungsanlagen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Instandhaltungs- und Wartungsdokumentation |
| Zweck & Geltungsbereich | Sicherstellung des ordnungsgemäßen und sicheren Anlagenzustands |
| Rechts- & Normbezug | DIN EN 13460 |
| Wesentliche Inhalte | • Wartungsintervalle • Inspektions- und Prüfmaßnahmen • Zustandsbewertungen |
| Verantwortlich | Betreiber / Instandhalter |
| Praxisbezug FM | Betreiberpflichten, Audit- und Behördenfähigkeit |
Erläuterung:
Instandhaltungs- und Wartungsunterlagen beschreiben alle vorgesehenen Inspektions-, Wartungs- und Prüfmaßnahmen gemäß DIN EN 13460. Sie enthalten Angaben zu Wartungsintervallen, Prüfverfahren und Zustandsbewertungen der Anlagenkomponenten. Auf diese Weise wird gewährleistet, dass die Anlagen stets betriebs- und funktionsfähig gehalten werden können. Für den Betreiber sind diese Dokumente unerlässlich, um die Erfüllung gesetzlicher Prüfpflichten (z.B. nach der Betriebssicherheitsverordnung und der DGUV Vorschrift 3) nachzuweisen. Im Facility Management bilden sie das Rückgrat der Betreiberverantwortung: Sie ermöglichen die vollständige Nachverfolgung aller Wartungsarbeiten und dienen als Beleg bei Audits, Behördenkontrollen oder Versicherungsfällen.
Dokumentation der Dämm- und Brandschutzarbeiten (TGA)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Brandschutz- und Dämmnachweise |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis der normgerechten Ausführung an Hoch- und Mittelspannungsanlagen |
| Rechts- & Normbezug | DIN 18421 (VOB/C ATV) |
| Wesentliche Inhalte | • Materialien • Feuerwiderstandsklassen • Einbauorte |
| Verantwortlich | Ausführendes Unternehmen |
| Praxisbezug FM | Brandschutzrevision, Umbau- und Nachrüstungsbewertung |
Erläuterung:
Die Brandschutz- und Dämmnachweise dokumentieren, dass alle erforderlichen Schutzmaßnahmen an den Hoch- und Mittelspannungsanlagen ordnungsgemäß ausgeführt wurden. Sie enthalten Informationen über die verwendeten Dämmmaterialien, deren Feuerwiderstandsklassen sowie die Einbauorte der Dämmungen und Abschottungen. Durch diese Unterlagen kann jederzeit belegt werden, dass die Anlage den technischen Brandschutzanforderungen entspricht. Nach DIN 18421 (VOB/C) ist eine solche Dokumentation vorgeschrieben, um die Qualität der Ausführung sicherzustellen. Für das Facility Management sind diese Nachweise von zentraler Bedeutung: Sie stellen sicher, dass der anlagentechnische Brandschutz dauerhaft wirksam ist. Bei späteren Umbauten oder Nachrüstungen lassen sich damit sofort beurteilen, ob Änderungen den Brandschutz beeinträchtigen oder zusätzliche Maßnahmen erforderlich sind.
Bauablaufdokumentation / Bautagebuch
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Bautagebuch |
| Zweck & Geltungsbereich | Chronologischer Nachweis der Bau- und Montagephase |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Baufortschritt • besondere Ereignisse • Mängel • Abnahmen |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Gewährleistungs- und Streitfallklärung |
Erläuterung:
Das Bautagebuch zeichnet chronologisch den gesamten Bau- und Montageverlauf auf. Es wird üblicherweise vom Fachplaner oder Bauleiter geführt und erfasst tägliche Witterungsbedingungen, besondere Arbeitsvorgänge, festgestellte Mängel sowie durchgeführte Abnahmen. Durch diese lückenlose Aufzeichnung können der Fortschritt und etwaige Probleme jederzeit nachvollzogen werden. Für das Facility Management ist das Bautagebuch ein wichtiges Revisions- und Haftungsdokument. Treten später Mängel oder Gewährleistungsfragen auf, liefert es wertvolle Hinweise, wann und unter welchen Bedingungen Arbeiten ausgeführt wurden. Damit unterstützt es die Klärung von Gewährleistungsansprüchen und hilft, Verantwortlichkeiten klar zuzuordnen.
Vergabedokumentation (Ausschreibung und Zuschlag)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Vergabe- und Wertungsunterlagen |
| Zweck & Geltungsbereich | Rechtssichere Durchführung des Vergabeverfahrens |
| Rechts- & Normbezug | VgV, VOB/A 2019, UVgO, HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Vergabevermerk • Angebotswertung • Zuschlagsentscheidung |
| Verantwortlich | Öffentlicher Auftraggeber / Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Vertrags- und Nachtragsmanagement |
Erläuterung:
Die Vergabedokumentation umfasst alle Unterlagen des Ausschreibungs- und Vergabeprozesses. Dazu gehören beispielsweise der gesetzlich vorgeschriebene Vergabevermerk (§8 VgV), Angebotsbewertungen und die Zuschlagsentscheidung. Öffentliche Auftraggeber müssen diese Prozesse gemäß VgV, VOB/A und UVgO lückenlos protokollieren, um Transparenz und Rechtssicherheit zu gewährleisten. Für das Facility Management sichert die Vergabedokumentation die Nachprüfbarkeit der Vergabe. Sie schafft eine belastbare Grundlage für spätere Vertrags- und Nachtragsprüfungen. Insbesondere bei öffentlichen Aufträgen ist diese Dokumentation entscheidend, um das Vergabeverfahren zu verteidigen und möglichen Rechtsstreitigkeiten vorzubeugen.
Eignungsnachweis des Bau- und Montageunternehmens
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Eignungs- und Befähigungsnachweis |
| Zweck & Geltungsbereich | Sicherstellung fachlich geeigneter Auftragnehmer |
| Rechts- & Normbezug | VOB/A 2019 |
| Wesentliche Inhalte | • Referenzen • Fachkunde • personelle Ausstattung |
| Verantwortlich | Bieter / Auftragnehmer |
| Praxisbezug FM | Qualitätssicherung, Haftungsprävention |
Erläuterung:
Der Eignungsnachweis gewährleistet, dass nur fachlich qualifizierte Unternehmen den Auftrag erhalten. Er umfasst üblicherweise Nachweise wie Referenzen ähnlicher Bauvorhaben, Bescheinigungen über die erforderliche Fachkunde oder Angaben zur personellen Ausstattung (z.B. Anzahl Elektrofachkräfte). Nach VOB/A 2019 müssen diese Dokumente von den Bietern vorgelegt und vom Auftraggeber geprüft werden. Im FM dient dieser Nachweis der Qualitätssicherung: Durch eine gründliche Eignungsprüfung kann der Betreiber sicherstellen, dass das ausführende Unternehmen auch langfristig kompetent ist. Zugleich wird so proaktiv Haftung für mangelhafte Arbeiten minimiert.
Mengenermittlung – Technische Ausrüstung
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Mengenermittlung |
| Zweck & Geltungsbereich | Quantitative Grundlage für Kosten- und Abrechnungsprüfung |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Stückzahlen • Leistungsabgrenzungen |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Kostenkontrolle, Nachtragsbewertung |
Erläuterung:
Die Mengenermittlung erfasst alle in der Ausführungsplanung vorgesehenen Mengen an Bauteilen und Leistungen. Sie wird üblicherweise in der HOAI-Planungsphase 6 (Vorbereitung der Vergabe) erstellt und umfasst z.B. Stückzahlen und Abgrenzungen der Leistungsbereiche. Im Facility Management dient die Mengenermittlung als Grundlage für die Kostenkontrolle und Rechnungsprüfung. Sie ermöglicht es, die Angebotspreise mit der Budgetplanung abzugleichen und Nachtragsforderungen zu bewerten. Damit leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Einhaltung des Budgets und zu einer transparenten Nachtragskalkulation.
Installations- und Errichterbestätigung
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Installations- / Errichterbestätigung |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis der normgerechten Errichtung |
| Rechts- & Normbezug | DGUV Vorschrift 3, DGUV Grundsatz 303-003 |
| Wesentliche Inhalte | • Normkonformität • Prüfbestätigung • Unterschrift |
| Verantwortlich | Errichter / Hersteller |
| Praxisbezug FM | Voraussetzung für Inbetriebnahme und Betrieb |
Erläuterung:
Die Installations- bzw. Errichterbestätigung dokumentiert, dass die elektrische Anlage nach Abschluss der Montage fachgerecht errichtet und geprüft wurde. Mit dieser Bescheinigung bestätigt der Errichter, dass bei der Errichtung alle einschlägigen elektrotechnischen Vorschriften und anerkannten Regeln der Technik eingehalten wurden. Nach DGUV Vorschrift 3 (§ 5) ist diese Bestätigung zwingend vor der Inbetriebnahme erforderlich. Sie gilt als zentrales Sicherheitsdokument im FM: Ohne eine rechtsgültige Installationsbestätigung darf die Anlage nicht freigegeben werden, da dieses Dokument die erfolgreiche Prüfung und Normkonformität der Installation belegt.
Errichtererklärung – Elektrische Anlagen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Errichtererklärung |
| Zweck & Geltungsbereich | Erklärung der vertrags- und normgerechten Ausführung |
| Rechts- & Normbezug | DIN 18382 (VOB/C ATV) |
| Wesentliche Inhalte | • Leistungsumfang • Normbezug • Abweichungen |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Errichter |
| Praxisbezug FM | Abnahme- und Gewährleistungsmanagement |
Erläuterung:
Die Errichtererklärung gemäß DIN 18382 ist eine schriftliche Bestätigung des ausführenden Unternehmens, dass die elektrischen Anlagen vertrags- und normgerecht errichtet wurden. Sie enthält Details zum Leistungsumfang, verweist auf die zugrunde gelegten Normen und dokumentiert eventuelle Abweichungen. Mit dieser Erklärung übernimmt der Errichter die technische Verantwortung für die Installation. Für das FM ist die Errichtererklärung bei der Abnahme und im Gewährleistungsfall unverzichtbar, da sie die Qualität und Vollständigkeit der Ausführung formal nachweist.
Ersatzteil- und Komponentenlisten (Nieder- und Mittelspannung bis 36 kV)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Ersatzteil- und Stücklisten |
| Zweck & Geltungsbereich | Sicherstellung der langfristigen Ersatzteilversorgung |
| Rechts- & Normbezug | Herstellerangaben |
| Wesentliche Inhalte | • sicherheitsrelevante Komponenten • Typen • Lieferzeiten |
| Verantwortlich | Ausführendes Unternehmen |
| Praxisbezug FM | Instandhaltungs- und Notfallmanagement |
Erläuterung:
Die Ersatzteil- und Komponentenlisten geben einen Überblick über alle sicherheitsrelevanten Bauteile der Anlagen (bis 36 kV). Sie enthalten Typbezeichnungen, Herstellernachweise und Angaben zu Lieferzeiten. Mit diesen Listen kann der Betreiber die Beschaffung benötigter Ersatzteile strategisch planen. Im Facility Management sind sie für die Instandhaltung und das Notfallmanagement entscheidend: Durch gut vorbereitete Ersatzteillisten lassen sich Ausfallzeiten deutlich reduzieren, da kritische Komponenten schnell verfügbar sind oder vorab bevorratet werden können. Dies gewährleistet auch bei älteren oder spezialisierten Bauteilen die langfristige Betriebsbereitschaft.
Funktions- und Strangschema – LPH 3 (Entwurfsplanung)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Funktions- und Strangschema |
| Zweck & Geltungsbereich | Grundlegende Darstellung der Energieverteilung und der Schutzkonzepte |
| Rechts- & Normbezug | HOAI LPH 3, VDI 6026-1 |
| Wesentliche Inhalte | • Einspeisepunkte |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Frühe Bewertung von Redundanzen, Wartungsaufwand und betrieblichen Risiken |
Erläuterung:
In der Entwurfsphase erstellt der elektrotechnische Fachplaner ein Funktions- und Strangschema, das die grundlegende Netzstruktur, die Hauptkomponenten und die Sicherheitskonzepte visualisiert. Die VDI 6026 ordnet dieses Schema der Leistungsphase 3 zu und verlangt eine tabellarische Erfassung aller Informationen. Für das Facility Management ermöglicht dieser Entwurf eine frühe Beurteilung von Versorgungs- und Schutzkonzepten, Redundanzen und Erweiterungsmöglichkeiten. Er dient als Basis für weitere Planungsschritte und unterstützt bei der Risikobewertung, bevor Detailpläne entstehen.
Funktions- und Strangschema – LPH 5 (Ausführungsplanung)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Ausführungsreifes Funktions- und Strangschema |
| Zweck & Geltungsbereich | Detaillierte Darstellung der umzusetzenden elektrischen Struktur |
| Rechts- & Normbezug | HOAI LPH 5, VDI 6026-1 |
| Wesentliche Inhalte | • Schaltfelder |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Referenz für Schalthandlungen, Instandhaltung und Fehlerdiagnosen |
Erläuterung:
Während der Ausführungsplanung konkretisiert der Planer das Funktions- und Strangschema. Es enthält detaillierte Angaben zu Schaltfeldern, Schutzgeräten und Selektivitätsstufen. Die VOB/C fordert die Bereitstellung von Stromlauf- und Schaltplänen, Funktionsbeschreibungen und Messprotokollen als Bestandteil der Ausführungsunterlagen. Dieses Dokument ist im Betrieb eine zentrale Referenz für Schalthandlungen, Störungsanalysen und geplante Umbauten. Es erleichtert Wartungsarbeiten und dient als Nachweis für die Einhaltung der technischen Regeln.
Funktions- und Strangschema – LPH 7 (Vergabeergebnisse)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Vergabebezogenes Funktions- und Strangschema |
| Zweck & Geltungsbereich | Dokumentation der beauftragten technischen Lösung und der vertraglich vereinbarten Parameter |
| Rechts- & Normbezug | HOAI LPH 7, DIN 18379, DIN 18381 |
| Wesentliche Inhalte | • beauftragte Komponenten |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Basis für Vertrags- und Gewährleistungsmanagement |
Erläuterung:
In der Vergabephase wird das Funktions- und Strangschema mit den Ergebnissen der Ausschreibung abgeglichen. Es dokumentiert verbindlich, welche Komponenten und Leistungsgrenzen beauftragt wurden und welche Änderungen gegenüber dem Entwurf bestehen. Als Referenzdokument dient es dem Facility Management zur Bewertung von Nachträgen, zur Mängelverfolgung und zur Durchsetzung von Gewährleistungsansprüchen. Die klare Zuordnung von Leistungsgrenzen fördert die Transparenz bei der Übernahme durch den Betreiber.
Funktionsbeschreibung – LPH 8 (Ausführung / Bestand)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Funktionsbeschreibung |
| Zweck & Geltungsbereich | Textliche Beschreibung der realisierten Schalt- und Schutzfunktionen |
| Rechts- & Normbezug | DIN 18382 (VOB/C ATV) |
| Wesentliche Inhalte | • Betriebszustände |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Errichter |
| Praxisbezug FM | Grundlage für Betriebseinweisung, Notfall- und Störungsmanagement |
Erläuterung:
Die VOB/C verlangt, dass Auftragnehmer vor der Abnahme sämtliche Prüf- und Messprotokolle sowie die vollständige Dokumentation der Schutzfunktionen übergeben. Die Funktionsbeschreibung ergänzt das grafische Schema um logische Informationen zu Betriebszuständen, Verriegelungen und Notfallabläufen. Sie ist für das Facility Management die Grundlage zur Einweisung des Betriebs- und Schaltpersonals, zur Erteilung von Schaltberechtigungen und zur sicheren Durchführung von Notfallmaßnahmen.
Funktionsschema (Prinzipschaltbild) – LPH 2 (Vorplanung)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Prinzipschaltbild |
| Zweck & Geltungsbereich | Grundsätzliche Darstellung des Versorgungskonzepts |
| Rechts- & Normbezug | HOAI LPH 2, VDI 6026-1 |
| Wesentliche Inhalte | • Netzstruktur |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Frühzeitige Beurteilung der Versorgungssicherheit und betriebswirtschaftlichen Auswirkungen |
Erläuterung:
Das Prinzipschaltbild entsteht während der Vorplanung (HOAI LPH 2) und zeigt die grundsätzliche Netzstruktur, Hauptkomponenten wie Transformatoren und Übergabepunkte. Die VDI 6026 schreibt vor, dass in dieser Phase die wesentlichen Informationen zur Versorgung in übersichtlicher Form vorliegen. Für das Facility Management liefert das Prinzipschaltbild eine strategische Grundlage zur Bewertung von Versorgungssicherheit, Erweiterbarkeit und den Auswirkungen auf zukünftige Betriebs- und Wartungsstrategien.
Gebrauchsanweisung (Produkte)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Gebrauchsanweisung / Bedienungsanleitung |
| Zweck & Geltungsbereich | Sicherstellung der bestimmungsgemäßen und sicheren Nutzung durch Betreiber und Instandhalter |
| Rechts- & Normbezug | Produktsicherheitsgesetz (ProdSG) § 3 |
| Wesentliche Inhalte | • bestimmungsgemäßer Gebrauch |
| Verantwortlich | Hersteller / Inverkehrbringer |
| Praxisbezug FM | Grundlage für Betriebsanweisungen, Unterweisungen und Gefährdungsbeurteilungen |
Erläuterung:
Gemäß § 3 ProdSG dürfen Produkte nur bereitgestellt werden, wenn sie bei bestimmungsgemäßer oder vorhersehbarer Verwendung die Sicherheit und Gesundheit der Anwender nicht gefährden und wenn ihnen Montage- und Wartungsanleitungen in deutscher Sprache beiliegen. Für das Facility Management ist die Gebrauchsanweisung ein unverzichtbares Herstellerdokument. Sie liefert die Basis für interne Betriebsanweisungen, Unterweisungen des Personals und die Erstellung von Gefährdungsbeurteilungen. Die Einhaltung der darin beschriebenen Grenzen verhindert Haftungsrisiken.
Schnittstellen- / Trade-Relationship-Matrix
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Schnittstellen- bzw. Gewerkebeziehungsmatrix |
| Zweck & Geltungsbereich | Klare Abgrenzung technischer und organisatorischer Zuständigkeiten zwischen Gewerken |
| Rechts- & Normbezug | VDI 6039 |
| Wesentliche Inhalte | • Gewerkeabgrenzung |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA / Inbetriebnahmemanager |
| Praxisbezug FM | Koordination der Schnittstellen, Vermeidung von Haftungsrisiken |
Erläuterung:
Das Inbetriebnahmemanagement nach VDI 6039 stellt sicher, dass alle gewerkeübergreifenden Schnittstellen bereits während der Planungs- und Bauphase berücksichtigt und abgesichert werden. Eine Gewerkebeziehungsmatrix klärt die einzelnen technischen Schnittstellen, erläutert ihre Rolle im Gesamtprozess und ist Grundlage für die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Für das Facility Management ist diese Matrix ein wichtiges Werkzeug zur Koordination der Gewerke, zur eindeutigen Zuordnung von Verantwortlichkeiten und zur Vermeidung von Schnittstellenrisiken im Betrieb und bei Störungen.
Instandhaltungsbericht
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Instandhaltungs- bzw. Wartungsbericht |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis der durchgeführten Inspektions- und Instandhaltungsmaßnahmen |
| Rechts- & Normbezug | DIN EN 13306 (Begriffe), DIN 31051 |
| Wesentliche Inhalte | • durchgeführte Tätigkeiten |
| Verantwortlich | Instandhalter / Serviceunternehmen |
| Praxisbezug FM | Grundlage für Zustandsbewertung, Auditnachweise und Lebenszyklusentscheidungen |
Erläuterung:
Die DIN EN 13306 definiert Begriffe und Anforderungen des Instandhaltungsmanagements und hebt hervor, dass ein Instandhaltungsplan und die dazugehörige Dokumentation notwendig sind, um die funktionale Sicherheit und Zuverlässigkeit von Anlagen zu gewährleisten. DIN 31051 strukturiert die Instandhaltung in Wartung, Inspektion, Instandsetzung und Verbesserung und zeigt damit einen systematischen Ansatz zur Planung und Optimierung des Anlagenzustandes. Ein Instandhaltungsbericht dokumentiert sämtliche Arbeiten, Befunde und Empfehlungen. Für das Facility Management bildet er die Grundlage für die Bewertung des Anlagenzustands, die Ableitung von Maßnahmen und dient als Nachweis gegenüber Behörden und Auditoren.
Instandhaltungsplan (strategisch)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Strategischer Instandhaltungsplan |
| Zweck & Geltungsbereich | Strukturierte Planung aller Instandhaltungsmaßnahmen über den Lebenszyklus |
| Rechts- & Normbezug | DIN EN 15331, DIN EN 13306, DIN 31051 |
| Wesentliche Inhalte | • Maßnahmen und Intervallplanung |
| Verantwortlich | Facility Management / Instandhaltungsleitung |
| Praxisbezug FM | Planungssicherheit, Budgetsteuerung, Sicherstellung von Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit |
Erläuterung:
DIN EN 15331 definiert Kriterien für die Entwicklung, Leitung und Überwachung von Instandhaltungsdienstleistungen an Gebäuden. Zusammen mit DIN EN 13306 und DIN 31051 bildet sie den normativen Rahmen für strategische Instandhaltungspläne. Ein solcher Plan legt fest, welche Maßnahmen in welchen Intervallen durchzuführen sind, welche Ressourcen benötigt werden und wie die Maßnahmen priorisiert werden. Für das Facility Management ist der strategische Instandhaltungsplan das zentrale Steuerungsinstrument, um die Verfügbarkeit und Sicherheit der Anlagen sicherzustellen, Budgets zu steuern und eine kosteneffiziente Lebenszyklusplanung zu ermöglichen.
Instandhaltungsplan – Elektrische Systeme (vertraglich)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Vertraglicher Instandhaltungsplan |
| Zweck & Geltungsbereich | Festlegung der durch den Errichter geschuldeten Instandhaltungsleistungen für elektrische Anlagen |
| Rechts- & Normbezug | DIN 18382 (VOB/C ATV) |
| Wesentliche Inhalte | • Leistungsumfang |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Errichter |
| Praxisbezug FM | Vertrags- und Leistungskontrolle, Gewährleistungsmanagement |
Erläuterung:
Die DIN 18382 der VOB/C fordert, dass die Auftragnehmer vor der Abnahme alle Prüfprotokolle und Dokumente vorlegen. Ein vertraglicher Instandhaltungsplan legt darüber hinaus die vom Errichter zu erbringenden Wartungsleistungen, die Intervalle und die Abgrenzung zu den Pflichten des Betreibers fest. Er schafft Rechtssicherheit im Gewährleistungs- und Wartungszeitraum und erleichtert dem Facility Management die Kontrolle der Vertragserfüllung und die Bewertung von Mängeln.
Instandhaltungszeitplan
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Instandhaltungszeitplan |
| Zweck & Geltungsbereich | Terminliche Steuerung aller Instandhaltungsmaßnahmen an Hoch- und Mittelspannungsanlagen |
| Rechts- & Normbezug | DIN EN 13306 |
| Wesentliche Inhalte | • Wartungs- und Prüfintervalle • Termine • Zuständigkeiten • Abhängigkeiten |
| Verantwortlich | Instandhalter / Facility Management |
| Praxisbezug FM | Planungssicherheit, Koordination, Auditnachweis |
Erläuterung:
Der Instandhaltungszeitplan ist ein zentrales operatives Steuerungsinstrument im Facility Management. Er bildet einen Jahres- oder Mehrjahresplan, der übersichtlich alle anstehenden Wartungs- und Prüfmaßnahmen mit Terminen und Zuständigkeiten aufführt. Die DIN EN 13306 fordert eine strukturierte Planung der Instandhaltung anhand festgelegter Intervalle und Fristen. In der Praxis sorgt der Zeitplan dafür, dass jede Inspektion, Wartung und Prüfung planmäßig durchgeführt und nichts versäumt wird.
Der Instandhaltungszeitplan trägt damit wesentlich dazu bei, Stillstandszeiten zu minimieren und Ressourcen effizient einzusetzen. Gleichzeitig sichert er das konsequente Fristmanagement: Wiederkehrende Prüfungen und Wartungsarbeiten werden termingerecht eingeplant und können bei Verzögerungen nachverfolgt werden. Als Dokumentationsbasis dient der Zeitplan zudem als Nachweis gegenüber Behörden und Auditoren, dass der Betreiber seinen Instandhaltungspflichten systematisch und regelkonform nachkommt.
Anlageninventar / Inventarliste
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Inventarliste Hoch- und Mittelspannungsanlagen |
| Zweck & Geltungsbereich | Vollständige Erfassung aller Anlagen und Komponenten |
| Rechts- & Normbezug | DIN EN 13306 |
| Wesentliche Inhalte | • Anlagen-ID • Standort • Baujahr • technischer Zustand |
| Verantwortlich | Betreiber / Facility Management |
| Praxisbezug FM | Grundlage für Instandhaltungs-, Kosten- und Risikomanagement |
Erläuterung:
Die Inventarliste erfasst alle wesentlichen Komponenten der Hoch- und Mittelspannungsanlage – von Transformatoren und Schaltanlagen bis zu Kabeltrassen und Schutzvorrichtungen. Für jedes Inventarobjekt werden eindeutige Kennungen (z. B. Asset-ID), Standortangaben, Baujahr und der aktuelle technische Zustand dokumentiert. Diese Informationen bilden die Grundlage für das Asset Management im Facility Management. Nur wenn sämtliche Anlagen bekannt und erfasst sind, können Wartungstermine geplant und koordiniert werden.
Die lückenlose Bestandsdokumentation schafft zudem Kostentransparenz: Betriebskosten, Wartungsaufwand und Restwerte lassen sich über den Lebenszyklus hinweg nachverfolgen. In modernen CAFM-Systemen wird die Inventarliste digital gepflegt, was auch die Verwaltung von Ersatzteilen und die Nachverfolgung von Historien erleichtert. Insgesamt ist die Inventarliste eine unverzichtbare Basis, um Wartungsprozesse, Budgetplanung und Risikomanagement strukturiert umzusetzen.
Aufgabenklärung – Technische Ausrüstung (Ergebnisdokument)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Dokumentation der Aufgabenklärung |
| Zweck & Geltungsbereich | Definition von Anforderungen, Zielen und Randbedingungen |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Nutzeranforderungen • Sicherheitsziele • Betriebskonzepte |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Vermeidung von Fehlplanungen, Betriebskonformität |
Erläuterung:
Die Aufgabenklärung (Teil der HOAI-Leistungsphasen 1/2) legt alle grundlegenden Anforderungen an die technische Ausrüstung fest. Hier werden die betrieblichen und nutzerspezifischen Vorgaben (z. B. Lastenhefte oder Leistungsparameter) sowie sicherheitsrelevante Rahmenbedingungen schriftlich definiert. Dazu gehören Verfügbarkeitsziele, Redundanzanforderungen und alle relevanten Vorschriften zum Arbeitsschutz, Brandschutz und Explosionsschutz. Die Aufgabenklärung dient als verbindliche Grundlage zwischen Bauherr, Planer und Betreiber und definiert damit den Referenzrahmen für alle folgenden Planungsschritte. Im Facility Management schafft sie Transparenz über die ursprünglichen Zielvorgaben. Bei späteren Änderungen oder Erweiterungen kann geprüft werden, ob neue Maßnahmen noch mit den definierten Anforderungen und Sicherheitszielen übereinstimmen. Sie bildet damit eine wichtige Referenz, anhand derer die Konformität aller späteren Planungs- und Bauleistungen verifiziert wird.
Kostenberechnung – Technische Ausrüstung (Ergebnis)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Kostenberechnung |
| Zweck & Geltungsbereich | Detaillierte Ermittlung der voraussichtlichen Investitionskosten |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Kostengruppen • Berechnungsannahmen • Kostenkennwerte |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Budgetfreigabe, Investitionsentscheidung |
Erläuterung:
Die Kostenberechnung ist eine detaillierte Zusammenstellung aller geplanten Kosten für die Hoch- und Mittelspannungsanlage. Sie erfolgt typischerweise in der Entwurfs- oder Genehmigungsphase (HOAI LPH 3/4) und orientiert sich an der Kostengliederung nach DIN 276. Dabei werden alle Posten (Geräte, Materialien, Installationsleistungen) nach Kostengruppen aufgeschlüsselt und mit aktuellen Einheitspreisen kalkuliert. Die Kalkulation umfasst sowohl die reinen Investitionskosten (CAPEX) als auch voraussichtliche Betriebskosten (OPEX, z. B. für Wartung und Energie). Im Ergebnis erhält das Facility Management eine transparente Kostenübersicht, die als Entscheidungsgrundlage für Budgetfreigaben und Investitionsentscheidungen dient. Nur auf Basis dieser Wirtschaftlichkeitsanalyse kann der Betreiber abschätzen, ob ein Projekt finanziell sinnvoll ist. Die Kostenberechnung bildet so die Grundlage für die Budgetplanung und das frühe Controlling.
Kostenfeststellung – Technische Ausrüstung (Ergebnis)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Kostenfeststellung |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis der tatsächlich angefallenen Kosten |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Endkosten • Abweichungen • Nachtragsbewertung |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Kostencontrolling, Benchmarking |
Erläuterung:
Die Kostenfeststellung wird nach Abschluss der Arbeiten erstellt und dokumentiert die endgültigen Kosten der Anlage. Sie enthält einen Soll-Ist-Vergleich: Die ursprünglich veranschlagten Kosten (Soll) werden den tatsächlich angefallenen Endkosten (Ist) gegenübergestellt. Alle Abweichungen und Nachträge werden transparent aufgeführt. Nach HOAI (Leistungsphase 8) bildet dieses Dokument die Basis für die Abschlussrechnung, die dem Auftraggeber vorgelegt wird.
Für das Facility Management ist diese transparente Kostenkontrolle ein zentrales Controllinginstrument. Sie ermöglicht eine genaue Analyse der Kostenentwicklung und zeigt, ob Budgetüberschreitungen aufgetreten sind. Zudem schafft sie wertvolle Benchmarks für zukünftige Projekte: Anhand der realen Endkosten können spätere Kostenschätzungen besser kalibriert werden, was langfristig zu präziseren Planungen führt. Insgesamt stärkt die Kostenfeststellung die Wirtschaftlichkeit und Nachvollziehbarkeit von Investitionen.
Kostenschätzung – Technische Ausrüstung (Ergebnis)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Kostenschätzung |
| Zweck & Geltungsbereich | Grobe Kostenorientierung in frühen Planungsphasen |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Vergleichswerte • Kostenspannen • Annahmen |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Strategische Investitionsplanung |
Erläuterung:
Die Kostenschätzung ist eine erste, grobe Abschätzung des zu erwartenden Kostenrahmens und wird in sehr frühen Planungsphasen (HOAI LPH 2) vorgenommen. Sie basiert auf Erfahrungswerten, Kennzahlen oder Vergleichsprojekten und liefert dem Betreiber einen orientierenden Kostenrahmen. Da viele Details noch unklar sind, sind die Spannen naturgemäß weit. Für das Facility Management dient die Kostenschätzung als Grundlage strategischer Entscheidungen: Sie ermöglicht einen vorläufigen Vergleich von Varianten und zeigt, ob ein Vorhaben unter Kostengesichtspunkten prinzipiell machbar erscheint. Zusammen mit groben Betriebskosten-Zahlen gibt sie Anhaltspunkte, ob ein Projekt finanziell realisierbar ist. Die Kostenschätzung bildet damit die Basis für erste Investitionsentscheidungen und Budgetfreigaben.
Leistungs- und Funktionsmessungen (Ergebnis)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Mess- und Prüfprotokolle |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis der planungs- und vertragskonformen Funktion |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Messwerte • Prüfszenarien • Soll-Ist-Vergleich |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Abnahme, Optimierung, Störungsanalyse |
Erläuterung:
Die Leistungs- und Funktionsmessungen werden im Rahmen der Inbetriebnahme durchgeführt und dienen der Abnahme der elektrischen Anlage. Sie sind üblicherweise Teil der Schlusskontrolle (HOAI LPH 8) und überprüfen, ob die Anlage wie geplant funktioniert. Hierzu werden alle relevanten Messwerte (z. B. Spannungspegel, Stromaufnahme, Frequenzverhalten) erfasst und mit den vertraglich festgelegten Sollwerten verglichen. Abweichende Werte können so sofort erkannt und behoben werden. Die Messergebnisse werden in Prüfprotokollen dokumentiert und im Abnahmebericht festgehalten.
Im Facility Management liefern diese Protokolle eine wichtige technische Referenz für den laufenden Betrieb. Tritt später eine Störung auf, kann anhand der ursprünglich erfassten Messungen nachvollzogen werden, ob die Anlage bei der Abnahme ordnungsgemäß lief. Auch spätere Erweiterungen oder Umbauten können gegen die Ursprungswerte geprüft werden, um sicherzustellen, dass die Änderungen den ursprünglichen Spezifikationen entsprechen.
Messprotokoll – Elektrische Anlagen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Mess- und Prüfprotokoll |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis der normgerechten elektrischen Ausführung |
| Rechts- & Normbezug | DIN 18382 (VOB/C ATV) |
| Wesentliche Inhalte | • Isolationsmessungen • Schutzmaßnahmen • Bewertung |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Errichter |
| Praxisbezug FM | Voraussetzung für Inbetriebnahme und Betrieb |
Erläuterung:
Das Messprotokoll nach DIN 18382 dokumentiert, dass alle elektrotechnischen Arbeiten ordnungsgemäß ausgeführt wurden. Es umfasst unter anderem Messungen der Schutzleiter-Durchgängigkeit und des Isolationswiderstands, um unzulässige Berührungsströme auszuschließen. Außerdem wird überprüft, ob alle aktiven Komponenten (z. B. Schaltgeräte, Transformatoren, USV-Anlagen) korrekt mit Spannung versorgt sind. Gegebenenfalls werden auch Probeläufe an Schutz- und Sicherheitstechnik durchgeführt.
Für das Facility Management stellt dieses Protokoll ein wichtiges Referenzdokument dar. Bei wiederkehrenden Prüfungen (z. B. nach DGUV Vorschrift 3) werden die aktuellen Messwerte mit den ursprünglichen Sollwerten verglichen. So lässt sich erkennen, ob sich Widerstände oder Dämpfungswerte im Laufe der Zeit verändert haben. Zudem dient das Messprotokoll als Nachweis gegenüber Behörden oder Versicherungen, dass die Anlage zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme den einschlägigen Normen entsprochen hat.
Bauphysikalische und statische Nachweise (Dämm- und Brandschutzarbeiten)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Bauphysikalische und statische Nachweise |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis der normgerechten Dämm- und Brandschutzmaßnahmen |
| Rechts- & Normbezug | DIN 18421 (VOB/C ATV) |
| Wesentliche Inhalte | • Materialkennwerte • Einbausituationen • Lastannahmen |
| Verantwortlich | Ausführendes Unternehmen |
| Praxisbezug FM | Brandschutzrevision, Umbauprüfung |
Erläuterung:
Die bauphysikalischen und statischen Nachweise belegen, dass alle Dämm- und Brandschutzmaßnahmen fachgerecht umgesetzt wurden. Insbesondere bei Leitungsdurchführungen durch Wände, Decken oder andere trennende Bauteile müssen die Installationen mit zugelassenen Abschottungssystemen ausgeführt sein. Der ausführende Betrieb dokumentiert dies durch Materialnachweise (z. B. CE-Kennzeichen oder Zulassungen) und Einbauprotokolle. Oft werden Fotos vom Zustand vor und nach der Ausführung erstellt, um die korrekte Montage zu dokumentieren. Diese Unterlagen sind Voraussetzung für die Abnahme des Gewerks, da ein Brandschutzfachmann oder die Bauaufsichtsbehörde sie vor Inbetriebnahme prüft.
Im Facility Management dienen diese Nachweise als rechtsverbindlicher Beleg, dass der bauliche Brandschutz ordnungsgemäß umgesetzt wurde. Bei behördlichen Kontrollen oder im Schadensfall (z. B. Brand) kann der Betreiber anhand der Dokumentation nachweisen, dass alle Vorschriften eingehalten waren. Darüber hinaus erleichtern sie spätere Umbauten: Wer nachträglich Kabel verlegen oder Abschottungen anpassen will, kann aus den vorhandenen Unterlagen entnehmen, welche Systeme bereits verbaut wurden, um die bestehenden Schutzziele nicht zu beeinträchtigen.
Notfallplan – Elektrische Anlagen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Notfall- und Störfallplan |
| Zweck & Geltungsbereich | Sicheres Vorgehen bei Störungen und Notfällen |
| Rechts- & Normbezug | VDE 0105-100 |
| Wesentliche Inhalte | • Schaltmaßnahmen • Verantwortlichkeiten • Alarmierung |
| Verantwortlich | Betreiber / Facility Management |
| Praxisbezug FM | Betriebssicherheit, Schadensbegrenzung |
Erläuterung:
Der Notfallplan legt fest, wie bei Störungen, Unfällen oder Ausfällen vorgegangen wird. Er basiert auf einer Gefährdungsbeurteilung für die elektrische Anlage (z. B. gemäß DIN VDE 0105-100) und definiert Präventions- und Interventionsmaßnahmen. In diesem Plan sind Alarmierungswege, klare Handlungsanweisungen (etwa sofortige Abschaltung oder Umschaltung auf Notbetrieb) sowie die Zuständigkeiten der verantwortlichen Personen festgelegt. Auch die Abstimmung mit externen Stellen (z. B. Feuerwehr, Rettungsdiensten) wird geregelt.
Ein gut ausgearbeiteter Notfallplan wird regelmäßig geübt und trägt entscheidend dazu bei, im Ernstfall Schäden zu begrenzen. Durch klare Abläufe und Verantwortlichkeiten kann im Störfall schnell und koordiniert reagiert werden. Damit ist der Notfallplan ein zentrales Sicherheitsdokument, das Betriebssicherheit und Krisenmanagement bei elektrischen Anlagen sichert.
Objektbegehungsbericht – Technische Ausrüstung
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Objektbegehungsbericht |
| Zweck & Geltungsbereich | Systematische Erfassung des Ist-Zustands der Hoch-/Mittelspannungsanlage |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Anlagenzustand • Abweichungen • Mängel • Handlungsempfehlungen |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Maßnahmenpriorisierung, Instandsetzungsplanung |
Erläuterung:
Der Objektbegehungsbericht dokumentiert im Anschluss an die Errichtung oder während des laufenden Betriebs alle technischen Anlagen und deren tatsächlichen Zustand. Ein Fachplaner für technische Gebäudeausrüstung (TGA) führt die Begehung durch, wobei Abweichungen gegenüber den Ausführungsplänen, Feststellungen zu Verschleiß oder Beschädigungen sowie erkennbare Mängel aufgenommen werden. Fotos und Messdaten können die Befunde ergänzen. Der Bericht liefert damit eine fundierte Bestandsaufnahme, auf der Instandhaltungs- und Modernisierungsentscheidungen basieren. Die dokumentierten Befunde und Empfehlungen dienen dem Facility Management als Grundlage für eine risikobasierte Priorisierung von Wartungs- und Instandsetzungsmaßnahmen. Auf diese Weise unterstützt der Objektbegehungsbericht die langfristige Planbarkeit des Anlagenbetriebs und die Abstimmung mit Budget- und Investitionsplanungen.
Anschluss- und Medienpläne für gelieferte Anlagen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Anschluss- und Medienpläne |
| Zweck & Geltungsbereich | Sicherstellung der korrekten elektrischen und technischen Anbindung |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Einspeisepunkte • Schutz- und Erdungskonzepte • Schnittstellen |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Betrieb, Umbauten, Störungsbeseitigung |
Erläuterung:
Anschluss- und Medienpläne zeigen, wie die Hoch- und Mittelspannungsanlagen an das elektrische Netz und andere Medien (z. B. Gas, Kühlmittel) angeschlossen werden. Sie enthalten Lage und Ausführung der Einspeisepunkte (z. B. Netzanschluss, Transformatoren), Details zu Schutzmaßnahmen (Potentialausgleich, Erdung, Blitzschutz) sowie Schnittstellen zu verwandten technischen Systemen (z. B. USV, Leittechnik). Diese Pläne werden in der Ausführungsphase erstellt und bilden die Grundlage für jede bauliche oder elektrische Veränderung. Für das Facility Management sind sie essenziell, um sichere Eingriffe und Erweiterungen der Anlage zu planen. Bei Umbauten oder Störungsfällen dienen sie dazu, bestehende Verbindungen nachzuvollziehen, neue Leitungen korrekt einzubinden und Konflikte mit anderen Systemen zu vermeiden.
Planungskonzept – Technische Ausrüstung
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Planungskonzept |
| Zweck & Geltungsbereich | Zusammenfassende Darstellung der technischen Gesamtlösung |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Netzstruktur • Redundanzen • Betriebsstrategien |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Langfristige Betriebs- und Investitionsstrategie |
Erläuterung:
Das Planungskonzept fasst die grundlegende Systemarchitektur der Hoch-/Mittelspannungsanlage zusammen. Es beschreibt unter anderem die Netzstruktur (z. B. Stern- oder Ringleitungen, Unterspannungsverteilung), vorhandene Redundanzen (Notstromversorgung, Parallelführung) sowie Betriebskonzepte (Betriebsmodi, Lastmanagement, Notabschaltungen). Zudem werden hier Kenngrößen zur Versorgungssicherheit (Lastfluss, N-1-Regel), Wartungsfreundlichkeit und späterer Erweiterbarkeit definiert. Dieses Konzept wird häufig schon in frühen Leistungsphasen der HOAI (z. B. in der Vorplanung) erarbeitet. Für das Facility Management liefert es die strategische Grundlage, um die langfristige Zuverlässigkeit der Anlagenversorgung zu bewerten und Investitionen zu priorisieren. So kann etwa entschieden werden, ob zusätzliche Redundanzschaltungen sinnvoll sind oder welcher wirtschaftliche Spielraum für spätere Erweiterungen besteht.
Preisliste – Technische Ausrüstung
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Preisliste / Preisübersicht |
| Zweck & Geltungsbereich | Transparente Kostenbasis für Leistungen und Komponenten |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Einheitspreise • Leistungspositionen • Preisstände |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Kostenkontrolle, Nachtragsbewertung |
Erläuterung:
Die Preisliste enthält alle wesentlichen Kosteninformationen für die Errichtung und Ausstattung der Hoch-/Mittelspannungsanlage. Sie listet Einheitspreise und Leistungspositionen (z. B. pro Meter Kabel, pro Schaltgerätesatz) auf und führt die jeweils zugrunde liegenden Preisstände oder Angebotsgrundlagen an. Dieses Dokument entsteht typischerweise parallel zur Ausschreibung und Angebotseinholung (HOAI-Leistungsphase 6/7) und wird vom Fachplaner erstellt. Für das Facility Management ist eine aktuelle Preisliste wichtig, um Kostentransparenz sicherzustellen. Sie unterstützt die Kalkulation und Budgetierung im Anlagenbetrieb und ermöglicht eine schnelle Bewertung von Zusatz- oder Änderungswünschen (Nachträgen) durch Vergleich mit festgelegten Einheitspreisen. So lassen sich Kosten für Umbauten oder Austauschleistungen eindeutig nachvollziehen.
Mängelbeseitigungsprotokoll aus der Abnahme
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Protokoll zur Mängelbeseitigung |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis der ordnungsgemäßen Beseitigung von Abnahmemängeln |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Mängelliste • Fristen • Erledigungsnachweise |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Gewährleistungs- und Haftungsmanagement |
Erläuterung:
Nach der förmlichen Abnahme der Anlage wird ein Mängelbeseitigungsprotokoll erstellt. Darin werden alle zum Zeitpunkt der Abnahme festgestellten Mängel bzw. offenen Punkte dokumentiert, einschließlich der Behebungsfrist und der zuständigen Partei. Der TGA-Fachplaner koordiniert die Protokollführung und stellt sicher, dass für jeden Punkt ein Erledigungsnachweis vorliegt. Dieses Protokoll ist für das FM zentral, um die Gewährleistungsansprüche gegenüber den Lieferanten und ausführenden Firmen geltend zu machen. Nur durch lückenlose Dokumentation der Mängelbeseitigung können eventuelle Kostenlasten oder Haftungsfragen nach Bauabschluss eindeutig geklärt werden.
Unterweisungsprotokoll für Betriebspersonal
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Unterweisungsprotokoll |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis der fachgerechten Einweisung des Betriebspersonals |
| Rechts- & Normbezug | DIN 18382 (VOB/C ATV) |
| Wesentliche Inhalte | • Unterweisungsthemen • Teilnehmer • Datum |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Errichter |
| Praxisbezug FM | Arbeitssicherheit, Haftungsnachweis |
Erläuterung:
Das Unterweisungsprotokoll dokumentiert die Schulung und Einweisung des Betriebspersonals für den sicheren Betrieb der Hoch-/Mittelspannungsanlage. Nach DIN 18382 (Teil der VOB/C für Elektroarbeiten) muss jeder Techniker und Betriebselektriker fachkundig im Umgang mit der Anlage unterwiesen werden. Das Protokoll führt auf, welche Themen (z. B. Schalthandlungen, Notfallabschaltungen, Lockout-Tagout-Prozeduren) vermittelt wurden, wer teilgenommen hat und wann die Unterweisung stattfand. Für das Facility Management ist diese Dokumentation verpflichtend, da sie direkt dem Arbeitsschutz dient. Sie belegt gegenüber Behörden und im Schadensfall, dass alle Beteiligten ordnungsgemäß geschult wurden. Dadurch vermindert sich das Haftungsrisiko des Betreibers im Falle von Unfällen oder Fehlbedienungen.
Inbetriebnahme- und Einstellbericht
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Inbetriebnahme- und Einstellbericht |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis der korrekten Parametrierung und Funktionsfähigkeit |
| Rechts- & Normbezug | DIN 18382 (VOB/C ATV) |
| Wesentliche Inhalte | • Einstellungen • Prüfergebnisse • Freigaben |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Errichter |
| Praxisbezug FM | Betriebsfreigabe, Störungsanalyse |
Erläuterung:
Mit dem Inbetriebnahme- und Einstellbericht wird bestätigt, dass alle Schutz-, Steuer- und Messeinrichtungen der HV/MV-Anlage ordnungsgemäß eingerichtet und getestet wurden. Der Errichter dokumentiert hier sämtliche Einstellwerte (z. B. Relaisparameter, Spannungs- und Stromgrenzwerte) sowie die Ergebnisse der Funktionsprüfungen. Das Protokoll enthält zudem Freigaben durch Fachpersonal oder Behörden. Für das Facility Management stellt dieser Bericht eine technische Schlüsselunterlage dar: Er bildet die Referenz für alle späteren Anpassungen oder Fehlersuchen, da er den Sollzustand bei Übernahme der Anlage festhält. Außerdem gilt die Anlage erst mit unterschriebenem Inbetriebnahmebericht als offiziell in Betrieb genommen, was unter anderem Auswirkungen auf Versicherungs- und Gewährleistungsfristen hat.
Prüfbericht zu wiederkehrenden Prüfungen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Prüfbericht wiederkehrende Prüfung |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis der fortlaufenden elektrischen Sicherheit |
| Rechts- & Normbezug | VDE 0105-100, DGUV Information 203-072 |
| Wesentliche Inhalte | • Prüfumfang • Messergebnisse • Mängel |
| Verantwortlich | Prüfer / Sachkundige |
| Praxisbezug FM | Behörden- und Versicherungsnachweise |
Erläuterung:
Der Prüfbericht dokumentiert die regelmäßigen Kontrollen und Messungen an der Hoch-/Mittelspannungsanlage gemäß den einschlägigen Vorschriften (z. B. VDE 0105-100, DGUV Information 203-072). Eine Elektrofachkraft oder ein Sachkundiger hält dabei den Umfang der Prüfung (Sicht- und Funktionsprüfung, Messungen an Schutzsystemen), die gemessenen Werte (z. B. Isolations- und Schutzleiterwiderstände) und etwaige festgestellte Mängel fest. Diese Berichte sind zentrale Nachweise der Betreiberpflichten nach BetrSichV und DGUV V3. Für das FM sind sie unverzichtbar, um bei Audits oder behördlichen Kontrollen die lückenlose Durchführung der vorgeschriebenen Prüfungen zu belegen. Sie dokumentieren, dass die Anlage sicher betrieben wird und notwendige Korrekturmaßnahmen (Reparaturen, Erneuerungen) rechtzeitig eingeleitet wurden.
Prüfbuch für elektrische Anlagen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Prüfbuch |
| Zweck & Geltungsbereich | Laufende Dokumentation elektrischer Prüfungen |
| Rechts- & Normbezug | DGUV Vorschrift 3 |
| Wesentliche Inhalte | • Prüfdaten • Prüffristen • Mängel |
| Verantwortlich | Betreiber |
| Praxisbezug FM | Nachweis gegenüber BG und Aufsichtsbehörden |
Erläuterung:
Das Prüfbuch ist ein dauerhaft zu führendes Logbuch aller Prüf- und Inspektionstermine für ortsfeste elektrische Anlagen und Betriebsmittel (nach DGUV Vorschrift 3, früher BGV A3). Es enthält Angaben zu jedem Prüftermin (Datum, Prüfer, Prüfart), die Prüfergebnisse (gemessene Werte) und Hinweise auf entdeckte Mängel oder Korrekturmaßnahmen. Nach Abschluss jeder Prüfung wird im Prüfbuch die nächsten Fristen eingetragen. Für das Facility Management stellt das Prüfbuch eine verbindliche Nachweisdokumentation dar, die gegenüber der Berufsgenossenschaft (BG) oder anderen Aufsichtsbehörden vorgelegt werden kann. Es ermöglicht eine chronologische Nachverfolgung aller Prüfungstätigkeiten und gilt als wesentlicher Bestandteil der revisionssicheren FM-Dokumentation. Bei Audits und Kontrollen ist das Prüfbuch deshalb ein zentrales Prüfstück, um die Einhaltung aller Prüffristen nachzuweisen und die elektrische Sicherheit dauerhaft zu garantieren.
Raumbuch (inkl. technischer Zuordnung)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Raumbuch |
| Zweck & Geltungsbereich | Raumbezogene Zuordnung der technischen Anlagen |
| Rechts- & Normbezug | VDI 3810-2 / VDI 6023-3, VDI 6023-1, VDI 6070-1, VDI-MT 3810-1 |
| Wesentliche Inhalte | • Raumnutzung • Anlagenzuordnung • technische Kennwerte |
| Verantwortlich | Objekt- und Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Betrieb, Umbauten, Flächenmanagement |
Erläuterung:
Ein Raumbuch verknüpft systematisch alle Räume eines Gebäudes oder Anlagenteils mit ihren jeweiligen Nutzungen und technischen Merkmalen. Im Kontext von Hoch- und Mittelspannungsanlagen enthält es Angaben, welche elektrischen Einrichtungen sich in welchem Raum befinden (z. B. Schaltanlagenraum, Trafostation, Batteriesicherung), sowie relevante technische Kennwerte (z. B. Luftwechsel, Temperaturgrenzwerte, Brandschutzanforderungen nach VDI 6023). Grundlage dafür sind Vorgaben aus den VDI-Richtlinien und Planungsunterlagen. Die Raumbücher werden von Architekten und TGA-Planern erstellt und fortgeschrieben. Für das Facility Management sind sie besonders wichtig, um die räumliche Verteilung der Anlagen zu überblicken. Im Betrieb und bei Umbauten unterstützt ein aktuelles Raumbuch die Planung, indem es z. B. sicherstellt, dass Wartungszugänge korrekt eingeplant und Austauschkomponenten an den richtigen Orten nachbestellt werden können. Es bildet außerdem die Basis für Flächenmanagement und CAFM-Systeme, da hier überprüft wird, dass physikalische Platzanforderungen (Zugangswege, Belüftung) für die technische Ausrüstung erfüllt sind.
Raumbuch – Technischer Teil (LPH 2 Vorplanung)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Raumbuch (technischer Teil, Vorplanung) |
| Zweck & Geltungsbereich | Erste raumbezogene Festlegung technischer Anforderungen |
| Rechts- & Normbezug | HOAI, DIN 1988-200 |
| Wesentliche Inhalte | • Raumfunktionen • Platzbedarfe • Medien- und Sicherheitsanforderungen |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Frühe Betriebseinschätzung und Flächenkoordination |
Erläuterung:
Das technische Raumbuch in der Vorplanungsphase (Leistungsphase 2) dient dazu, die räumlichen Anforderungen für Hoch- und Mittelspannungsanlagen festzulegen. Hier werden zentrale Rahmenbedingungen definiert, etwa welche Räume für welche Anlagenteile benötigt werden, welche Mindestflächen und -höhen erforderlich sind und welche Medien (Stromversorgung, Erdung, Kühlwasser, Lüftung usw.) bereitgestellt werden müssen. Auch Betriebs- und Versorgungssicherheitsanforderungen werden dokumentiert (z. B. Sicherheitsabstände, Zugangswege, Brandschutzmaßnahmen). Diese frühe Dokumentation schafft eine belastbare Grundlage für Standortentscheidungen, Zugangskonzepte sowie für die Dimensionierung der baulichen und versorgungstechnischen Infrastruktur. Für das Facility Management ist sie besonders wichtig, da sie bereits in dieser Phase eine erste Abschätzung der betrieblichen und wartungstechnischen Anforderungen ermöglicht. Auf diese Weise können Konflikte zwischen Gebäudeflächen und technischer Ausrüstung frühzeitig erkannt und Planungsrisiken minimiert werden. Gleichzeitig dient das Raumbuch als Basis für die spätere Koordination mit der Architektur und als verbindlicher Nachweis der geplanten Raumfunktionen.
Raumbuch – Technischer Teil (LPH 3 Entwurfsplanung)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Raumbuch (technischer Teil, Entwurf) |
| Zweck & Geltungsbereich | Konkretisierung der technischen Raumbelegung |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • konkrete Anlagenzuordnung • Wartungsflächen • Sicherheitszonen |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Vorbereitung von Betriebskonzepten |
Erläuterung:
Im Rahmen der Entwurfsplanung (Leistungsphase 3) wird das Raumbuch konkretisiert und dient als verbindliche Referenz für die spätere Betriebsorganisation. Es werden z. B. konkrete technische Anlagen oder Geräte bestimmten Räumen zugewiesen (z. B. welcher Raum die Schaltanlage, der Transformator oder die USV-Anlage aufnimmt). Es werden genaue Wartungs- und Arbeitsflächen festgelegt, um ausreichende Bewegungs- und Servicebereiche um die Geräte sicherzustellen. Ebenso werden erforderliche Sicherheitszonen dokumentiert (etwa Mindestabstände für Hochspannungsanlagen gemäß Vorschriften). Für das Facility Management ist dieser Planungsstand entscheidend, da er die Vorbereitung von Betriebskonzepten ermöglicht. Auf Basis des Raumbuchs kann das FM die Zugänglichkeit der Anlagen planen, geeignete Wartungskonzepte entwickeln sowie Maßnahmen für Arbeitssicherheit und Energieversorgung festlegen. Gleichzeitig verbessert das Raumbuch die Zusammenarbeit mit den Fachplanern, da alle Beteiligten auf ein gemeinsames, detailliertes Raumkonzept zurückgreifen können.
Auditunterlagen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Auditdokumentation |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis der norm- und richtlinienkonformen Ausführung und des Betriebs |
| Rechts- & Normbezug | VDI 6026-1 |
| Wesentliche Inhalte | • Prüfkriterien • Feststellungen • Maßnahmen |
| Verantwortlich | Betreiber / Fachkundige |
| Praxisbezug FM | Interne und externe Audits |
Erläuterung:
Auditunterlagen sind zentrale Werkzeuge zur systematischen Qualitätssicherung im Betrieb von Hoch- und Mittelspannungsanlagen. Sie umfassen die Dokumentation von Prüfkriterien, Prüfabläufen, Feststellungen und daraus resultierenden Maßnahmen aus internen oder externen Audits (z. B. nach DIN/VDE-Standards, Umwelt- und Arbeitsschutzvorschriften). Durch die Erstellung und Pflege dieser Unterlagen kann das Facility Management kontinuierlich die Einhaltung technischer Normen, Sicherheitsstandards und gesetzlicher Vorgaben nachweisen. Werden Abweichungen festgestellt, werden in den Auditunterlagen systematisch Korrekturmaßnahmen dokumentiert und deren Umsetzung nachverfolgt. Dies schafft Transparenz für interne Auditberichte und externe Prüfer (z. B. Behörden, Versicherungen), da jederzeit belegt werden kann, dass erkannte Mängel adäquat bearbeitet wurden. Das FM nutzt Auditunterlagen zudem zur kontinuierlichen Verbesserung der Betriebsprozesse und zur Vermeidung von Störungen.
Fachkundenachweis für Anlagen mit fluorierten Treibhausgasen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Sachkundenachweis |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis der Qualifikation für Arbeiten an F-Gas-Systemen |
| Rechts- & Normbezug | Chemikalien-Klimaschutzverordnung |
| Wesentliche Inhalte | • Qualifikationsstufe • Gültigkeit • Schulungsumfang |
| Verantwortlich | Schulungsanbieter / Arbeitgeber |
| Praxisbezug FM | Umwelt- und Rechtskonformität |
Erläuterung:
Der Sachkundenachweis für fluorierte Treibhausgase ist erforderlich, sofern Hoch- oder Mittelspannungsanlagen klimaschädliche F-Gase (z. B. SF₆) enthalten oder verwenden. In Deutschland regelt die Chemikalien-Klimaschutzverordnung (ChemKlimaschutzV) – Umsetzung der EU-F-Gas-Verordnung – den Umgang mit diesen Gasen. Personen, die an F-Gas-Systemen arbeiten (z. B. Montage, Inbetriebnahme, Inspektion, Wartung oder Instandsetzung von SF₆-Schaltanlagen), müssen über einen gültigen Sachkundenachweis verfügen. Dieses Zertifikat dokumentiert die Qualifikationsstufe, die Inhalte des Lehrgangs und die Gültigkeitsdauer der Sachkunde. Anerkannte Ausbildungsstellen (z. B. die Industrie- und Handelskammer) stellen die Bescheinigung nach erfolgreicher Prüfung aus. Für das Facility Management ist der Nachweis ein unverzichtbares Compliance-Element: Er muss gegenüber Aufsichtsbehörden, Versicherern und Auditoren vorgelegt werden, um die Einhaltung der umweltrechtlichen Vorgaben nachzuweisen. Ohne gültigen Fachkundenachweis dürfen F-Gas-Anlagen nicht betrieben oder gewartet werden, sodass dieser Nachweis auch ein wichtiges Kriterium für die Personalplanung und Schulungsorganisation im FM ist.
Schadstoff- und Emissionsberechnungen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Emissions- und Schadstoffberechnung |
| Zweck & Geltungsbereich | Bewertung umweltrelevanter Auswirkungen |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Emissionsannahmen • Berechnungsergebnisse |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Umwelt- und Genehmigungsmanagement |
Erläuterung:
Die Schadstoff- und Emissionsberechnungen dienen dazu, die umweltrelevanten Auswirkungen der Anlagen zu bewerten und die notwendigen Nachweise für Genehmigungs- oder Anzeigeverfahren zu erstellen. Je nach Anlagenart werden u. a. Emissionen aus Ölkühlkreisläufen, entweichendes SF₆-Gas oder flüchtige organische Verbindungen abgeschätzt sowie weitere relevante Parameter wie Geräuschimmissionen oder elektromagnetische Felder berücksichtigt. Basis sind Annahmen zu Emissionsquellen und Betriebszeiten, aus denen durch Berechnungen die Gesamtbelastung pro Stoff ermittelt wird. Die Ergebnisse werden in Form von Berechnungstabellen oder grafischen Auswertungen dokumentiert. Diese Unterlagen helfen dem Facility Management, gesundheitlich und ökologisch relevante Risiken zu erkennen und geeignete Gegenmaßnahmen zu planen (z. B. Filter, Lärmschutzmaßnahmen, Abgasreinigung). Zudem sind sie Bestandteil bau- und umweltrechtlicher Genehmigungsunterlagen, beispielsweise bei der Anzeige nach der 42. BImSchV (Anlagen nach Bundes-Immissionsschutzgesetz) oder gemäß örtlicher Bauvorschriften. Ein vollständiger Emissionsnachweis unterstützt somit die rechtskonforme Betriebsführung und kann im Störfall oder bei Behördenprüfungen als Nachweis dienen.
Schlitz- und Durchbruchspläne – LPH 5 (Ausführungsplanung)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Schlitz- und Durchbruchspläne |
| Zweck & Geltungsbereich | Koordination baulicher Öffnungen |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Lage • Abmessungen • Brandschutzanforderungen |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Umbauten und Revision |
Erläuterung:
Die Schlitz- und Durchbruchspläne dokumentieren, wo und wie Leitungen, Kabeltrassen und andere technische Installationen baulich durch Wände, Decken oder Böden geführt werden. Sie stellen sicher, dass erforderliche Öffnungen so ausgeführt werden, dass die Standsicherheit und der Brandschutz des Bauwerks erhalten bleiben. Typischerweise enthalten diese Pläne genaue Angaben zu Lage und Abmessungen der Durchbrüche sowie Hinweise auf notwendige Brandschutzabschlüsse oder Verstärkungen. Für das Facility Management sind diese Unterlagen bei späteren Umbauten, Nachinstallationen oder Anpassungen essenziell: Sie zeigen, wo bereits Platz für Kabelwege vorgesehen ist und wo bautechnische Besonderheiten (z. B. Dehnungsfugen, tragende Wände) zu berücksichtigen sind. Ohne solche Pläne können bauliche Veränderungen zu strukturellen Schäden oder Verstößen gegen den Brandschutz führen. Daher dienen Schlitz- und Durchbruchspläne auch als Grundlage für eine reibungslose Zusammenarbeit mit Bauausführenden und Handwerkern in späteren Projektphasen.
Schlitz- und Durchbruchspläne – LPH 7 (Vergabeergebnisse)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Vergabebezogene Schlitz- und Durchbruchspläne |
| Zweck & Geltungsbereich | Dokumentation der beauftragten baulichen Lösung |
| Rechts- & Normbezug | HOAI, DIN 18379, DIN 18381 |
| Wesentliche Inhalte | • beauftragte Durchbrüche • Abweichungen |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Vertrags- und Gewährleistungsmanagement |
Erläuterung:
Die vergabebezogenen Schlitz- und Durchbruchspläne zeigen den tatsächlichen Ausführungszustand der baulichen Öffnungen gemäß Vertrag. Sie basieren auf den Ausführungsunterlagen und Lieferscheinen und dokumentieren alle durchgeführten Durchbrüche sowie eventuelle Abweichungen von der ursprünglichen Planung (z. B. veränderte Lage oder Dimension). Diese Pläne sind für das Facility Management bei der Bauabnahme, Gewährleistungsprüfungen und nachträglichen Änderungen unverzichtbar. Sie ermöglichen festzustellen, ob alle vertraglich geforderten baulichen Maßnahmen erfüllt wurden, und dienen als Grundlage für die Bewertung von Nachträgen oder Mängelansprüchen. Darüber hinaus bieten sie eine verbindliche Vorgabe für spätere Inspektionen und Instandhaltungsarbeiten, da FM exakt weiß, wo und wie Installationen realisiert wurden.
Schnittstellenkatalog
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Schnittstellen-/Interface-Katalog |
| Zweck & Geltungsbereich | Klare Abgrenzung technischer und organisatorischer Zuständigkeiten |
| Rechts- & Normbezug | VDI 6039 |
| Wesentliche Inhalte | • Gewerkeabgrenzung • Verantwortlichkeiten • Informationsflüsse |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Koordination, Haftungsvermeidung |
Erläuterung:
Der Schnittstellenkatalog listet alle technischen und organisatorischen Schnittstellen zwischen den an Planung und Betrieb beteiligten Parteien auf. Er definiert, welcher Bereich bzw. welches Gewerk für welche Aufgabe oder Komponente zuständig ist (z. B. Versorgungsnetz, IT-Systeme, Gebäudestruktur). Außerdem dokumentiert er den Informationsfluss (z. B. wer für Wartungspläne verantwortlich ist, wie Störmeldungen weitergeleitet werden). Durch diese klare Zuordnung lassen sich Doppelarbeiten und Verantwortungsunsicherheiten vermeiden. Für das Facility Management ist der Schnittstellenkatalog ein zentrales Organisationsinstrument: Er unterstützt die Koordination von Betriebsabläufen, die eindeutige Festlegung von Zuständigkeiten und die Minimierung von Haftungsrisiken. Besonders bei komplexen technischen Systemen verhindert ein gepflegter Schnittstellenplan Lücken zwischen verschiedenen Abteilungen und gewährleistet einen reibungslosen Informationsaustausch.
Softwaredokumentation – Elektrische Systeme
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Software- und Programmdokumentation |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachvollziehbarkeit von Schutz-, Steuer- und Leitsystemfunktionen |
| Rechts- & Normbezug | DIN 18382 (VOB/C ATV) |
| Wesentliche Inhalte | • Programmstände • Funktionslogik • Parameter |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Errichter |
| Praxisbezug FM | Betrieb, Störungsanalyse, Updates |
Erläuterung:
Die Software- und Programmdokumentation enthält alle Informationen zu den digitalen Systemen, die für Schutz, Steuerung und Leittechnik eingesetzt werden. Sie umfasst z. B. Softwarestände, Funktionsabläufe, Konfigurationsparameter und Erläuterungen zu Abläufen in SPS, SCADA-Systemen oder Schutzrelais. Damit kann das Facility Management den Aufbau und das Verhalten der Steuerungssysteme nachvollziehen. Fehlt eine vollständige Dokumentation, ist jede Änderung oder Störungsanalyse mit hohem Aufwand verbunden: Neue Softwareversionen können nicht sicher eingespielt werden, und Fehler sind nur schwer zu finden. Deshalb muss die Dokumentation stets aktuell gehalten werden, z. B. nach Software-Updates oder Parametrierungsänderungen. Sie ist unerlässlich für die Durchführung genehmigter Anpassungen und eine systematische Fehlersuche. Die zugrunde liegende Norm DIN 18382 (Elektro-, Sicherheits- und informationstechnische Anlagen) schreibt unter anderem vor, dass Funktionsprüfungen und Dokumentationen festgehalten werden. Die Softwaredokumentation unterstützt somit den sicheren Betrieb und erleichtert dem FM die Kontrolle über technische Änderungen.
Schalt- und Stromlaufpläne
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Stromlauf- und Schaltpläne |
| Zweck & Geltungsbereich | Darstellung der elektrischen Verschaltung |
| Rechts- & Normbezug | VDE 0040-1 |
| Wesentliche Inhalte | • Stromkreise • Schutz- und Schaltgeräte • Kennzeichnungen |
| Verantwortlich | Fachplaner / Errichter |
| Praxisbezug FM | Wartung, Schalthandlungen, Sicherheit |
Erläuterung:
Stromlauf- und Schaltpläne sind grundlegende Betriebsunterlagen für elektrische Anlagen. Sie zeigen alle Stromkreise, Schutz- und Schaltgeräte sowie deren Beschriftungen in übersichtlicher Form. Mit Hilfe dieser Pläne kann das Facility Management prüfen, wie und wo die Energie verteilt wird und welche Schutzmaßnahmen vorgesehen sind. Bei Wartungsarbeiten und geplanten Schalthandlungen sind sie unverzichtbar: Nur anhand aktueller Schaltpläne können Fachkräfte Stromkreise sicher abschalten oder umschalten, ohne Bereiche unklar zu lassen. Auch bei der Fehlersuche sind Stromlaufpläne essenziell, da sie eine schnelle Lokalisierung von defekten Abschnitten ermöglichen. Nach VDE 0040-1 (Nachfolger der DIN EN 61082-1) müssen solche Pläne gut lesbar beschriftet und nach Änderungen zeitnah aktualisiert werden. So gewährleisten sie im FM-Alltag den Schutz von Personen und Anlagen und eine effiziente Störungsbeseitigung.
Stromlauf- und Schaltpläne – LPH 7+ (Montageplanung)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Stromlauf- und Schaltpläne (Montageplanung) |
| Zweck & Geltungsbereich | Ausführungsreife Darstellung der elektrischen Verschaltung |
| Rechts- & Normbezug | DIN 18382 (VOB/C ATV) |
| Wesentliche Inhalte | • Schaltfelder • Schutzgeräte |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Errichter |
| Praxisbezug FM | Grundlage für Montage, Abnahme und Erstbetrieb |
Erläuterung:
Die Stromlauf- und Schaltpläne der Leistungsphase 7 werden vom Errichter erstellt und liefern die ausführungsreifen Vorgaben für die elektrotechnische Montage. Sie zeigen alle geplanten Verbindungen, Schutz- und Steuerelemente sowie Klemmen detailliert auf. Damit wird sichergestellt, dass die elektrische Anlage normgerecht (z.B. gemäß DIN 18382) aufgebaut wird und alle Funktionen korrekt verknüpft sind. Für das Facility Management sind diese Pläne entscheidend, um vor Inbetriebnahme die Ausführungsqualität der Installation zu überprüfen. Anhand der Pläne können etwa korrekte Anschlussbelegungen, vollständige Verdrahtung und ordnungsgemäße Funktionszusammenhänge kontrolliert werden. Die Unterlagen bilden somit die wesentliche Grundlage für die Montage, die Abnahme und den Erstbetrieb der Anlage.
Stromlauf- und Schaltpläne – LPH 8 (Ausführung / Bestand)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Bestands-Stromlauf- und Schaltpläne |
| Zweck & Geltungsbereich | Dokumentation des tatsächlich ausgeführten Zustands („as built“) |
| Rechts- & Normbezug | DIN 18015-1, DIN 18382 (VOB/C ATV) |
| Wesentliche Inhalte | • Endverschaltung • Kennzeichnungen • Abweichungen |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Errichter |
| Praxisbezug FM | Betrieb, Wartung, Störungsbeseitigung |
Erläuterung:
Die Bestands-Stromlauf- und Schaltpläne dokumentieren die tatsächlich ausgeführte Verdrahtung und Schaltung nach Fertigstellung der Installation. Sie enthalten alle Änderungen und Sonderfälle, die während der Montage entstanden sind, sowie die endgültigen Beschriftungen und Anschlussbelegungen. Diese as-built-Pläne sind zentrale Betriebsunterlagen: Das Instandhaltungs- und Betriebspersonal nutzt sie, um Schalthandlungen sicher durchzuführen, einzelne Stromkreise spannungsfrei zu schalten oder systematisch Fehler zu lokalisieren. Bei Erweiterungen oder Umbauten dienen die Bestandspläne als verlässliche Referenz, damit neue Komponenten sicher in das vorhandene System eingefügt werden können. In der Technischen Betriebsführung (z.B. nach VDI 6026) werden sie in der technischen Betriebsakte abgelegt und müssen während des gesamten Anlagenlebenszyklus aktuell gehalten werden. So gewährleisten sie im Facility Management jederzeit eine präzise Kenntnis der realen Anlagenkonfiguration.
Stromlauf- und Schaltpläne – LPH 5 (Ausführungsplanung)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Schaltpläne (Ausführungsplanung) |
| Zweck & Geltungsbereich | Technische Durcharbeitung der Planung |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Schutzkonzepte • Selektivität • Mess- und Schutztechnik |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Bewertung von Betriebssicherheit und Wartungsaufwand |
Erläuterung:
Die Schaltpläne der Ausführungsplanung (Leistungsphase 5) werden vom Fachplaner TGA erstellt, um das Schutz- und Steuerungskonzept technisch zu präzisieren. Sie legen fest, welche Schutzgeräte und Messinstrumente eingeplant werden, wie die Selektivität der Sicherungen gewährleistet ist und welche Überwachungs- und Redundanzfunktionen vorgesehen sind. Mit diesen Unterlagen kann das Facility Management frühzeitig prüfen, ob das Sicherheitskonzept den Anforderungen an Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit entspricht. Zum Beispiel zeigen die Pläne, ob redundante Einspeisungen vorhanden sind und wie komplex der Wartungsaufwand für Schutz- und Automatisierungstechnik sein wird. Dies ermöglicht fundierte Entscheidungen über betriebliche und wirtschaftliche Kennzahlen schon in der Planungsphase und liefert damit eine Basis für spätere Investitions- und Betriebsstrategien.
Übersichtsschaltplan (allgemein)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Übersichtsschaltplan |
| Zweck & Geltungsbereich | Vereinfachte Gesamtdarstellung der Anlage |
| Rechts- & Normbezug | VDE 0040-1 |
| Wesentliche Inhalte | • Hauptabgänge • Einspeisungen • Schutzstufen |
| Verantwortlich | Fachplaner / Errichter |
| Praxisbezug FM | Schnelle Orientierung im Betrieb |
Erläuterung:
Der allgemeine Übersichtsschaltplan stellt die gesamte Hoch- und Mittelspannungsanlage in vereinfachter Form dar. Er zeigt nur die Hauptabgänge, Einspeiseleitungen, Transformatorenstationen und groben Schutzstufen, ohne in die Detailverdrahtung einzusteigen. Für das Betriebs- und Bereitschaftspersonal ist dieser Plan eine wichtige Schnellreferenz: Er verschafft einen raschen Gesamtüberblick über die Struktur des Systems und seine Hauptversorgungspfade. Auf diese Weise können sich Mitarbeiter oder externe Prüfer schnell orientieren, um beispielsweise im Störfall zügig die betroffenen Anlagenteile zu lokalisieren. Der Übersichtsschaltplan dient somit im FM als wertvolles Instrument, um einen ersten Orientierungsstand ohne langwieriges Studium detailierter Unterlagen zu erhalten.
Übersichtsschaltplan nach DIN EN 61082-1 – LPH 7+ (Montageplanung)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Normkonformer Übersichtsschaltplan |
| Zweck & Geltungsbereich | Einheitliche Darstellung für Montage und Prüfung |
| Rechts- & Normbezug | DIN 18382 (VOB/C ATV) |
| Wesentliche Inhalte | • Normgerechte Symbole • Funktionsübersicht |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Errichter |
| Praxisbezug FM | Abnahme und Funktionskontrolle |
Erläuterung:
Der normgerechte Übersichtsschaltplan nach DIN EN 61082-1 ergänzt die Montageplanung und bietet eine einheitliche, auf Normsymbolik basierende Darstellung der Schaltanlage. Er wird häufig zusammen mit den Montageplänen erstellt, um während der Installation und Abnahme sicherzustellen, dass alle Hauptfunktionen und Schutzstufen korrekt umgesetzt sind. Insbesondere bei der Abnahme und Funktionsprüfung dient dieser Plan als Kontrollinstrument: Die Verwendung standardisierter Symbole ermöglicht allen Beteiligten eine eindeutige Interpretation des Schaltbildes. Für das Facility Management stellt er eine zusätzliche Absicherung dar, da er das angestrebte Funktionsverhalten der Anlage klar dokumentiert. Der normkonforme Plan erleichtert somit die Kommunikation zwischen Monteuren, Prüfingenieuren und späteren Betreibern und unterstützt eine fehlerfreie Inbetriebnahme.
Übersichtsschaltplan nach DIN EN 61082-1 – LPH 8 (Bestandsversion)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Bestands-Übersichtsschaltplan |
| Zweck & Geltungsbereich | Dokumentation der realisierten Schaltstruktur |
| Rechts- & Normbezug | DIN 18382 (VOB/C ATV) |
| Wesentliche Inhalte | • Endzustand • Kennzeichnungen • Revisionen |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Errichter |
| Praxisbezug FM | Dauerhafte Betriebsunterlage |
Erläuterung:
Der Bestands-Übersichtsschaltplan nach DIN EN 61082-1 dokumentiert die tatsächlich umgesetzte Schaltstruktur als zusammenhängendes Gesamtbild. Er zeigt den Endzustand aller Hauptstromkreise, inklusive endgültiger Bezeichnungen und Revisionshinweise. Dieser Plan ist eine verbindliche Referenzunterlage, die im Betriebsbuch abgelegt und bei Änderungen stets aktualisiert wird. Für das Facility Management ist er die grundlegende Bezugsquelle, um den Zustand der Anlage über den gesamten Lebenszyklus nachvollziehen zu können – von der Fertigstellung über Instandhaltungsmaßnahmen bis zu späteren Erweiterungsarbeiten. Er garantiert, dass alle Beteiligten mit derselben, realitätsgetreuen Darstellung der Schaltanlage arbeiten und dient als langfristiger Nachweis der Anlagenkonfiguration.
Ausschreibungsunterlagen mit Leistungsbeschreibung
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Ausschreibungs- und Leistungsunterlagen |
| Zweck & Geltungsbereich | Vergaberechtskonforme Leistungsdefinition |
| Rechts- & Normbezug | HOAI, VOB/A 2019 |
| Wesentliche Inhalte | • Leistungspositionen • Qualitätsanforderungen |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Vertrags- und Nachtragsmanagement |
Erläuterung:
Die Ausschreibungsunterlagen mit Leistungsbeschreibung legen detailliert fest, welche Leistungen für die Errichtung der Hoch- und Mittelspannungsanlage zu erbringen sind. In diesen Dokumenten (gemäß HOAI und VOB/A) werden alle Leistungspositionen, technischen Anforderungen sowie Qualitätskriterien verbindlich definiert. Für das Facility Management sind sie besonders wichtig, da sie den vertraglich geschuldeten Leistungsumfang eindeutig abbilden. Bei Nachtragsmanagement oder Streitfragen kann anhand der ursprünglichen Ausschreibung geprüft werden, ob eine bestimmte Leistung im ursprünglichen Vertragsbild enthalten ist. Zudem schaffen klar formulierte Spezifikationen Transparenz im Beschaffungsprozess und minimieren das Risiko von Missverständnissen zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer. Diese Unterlagen dienen somit als Referenz für spätere Vertragserfüllung und Gewährleistungsfragen.
Vergabevorschlag (Award Proposal)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Vergabevorschlag |
| Zweck & Geltungsbereich | Begründete Zuschlagsempfehlung |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Angebotsvergleich • technische Bewertung |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Transparenz von Beschaffungsentscheidungen |
Erläuterung:
Der Vergabevorschlag dokumentiert die Auswahl des zukünftigen Auftragnehmers auf fundierter Basis. Er enthält einen Angebotsvergleich sowie eine Bewertung nach technischen und wirtschaftlichen Kriterien. Damit wird die Entscheidung, welcher Bieter den Zuschlag erhält, nachvollziehbar begründet. Für das Facility Management ist diese Unterlage von Bedeutung, da sie Transparenz über den Vergabeprozess schafft und als Nachweis für Prüfstellen dient. So kann zu einem späteren Zeitpunkt überprüft werden, warum ein bestimmter Anbieter ausgewählt wurde und dass die Entscheidung nach objektiven Gesichtspunkten getroffen wurde. Der Vergabevorschlag sichert somit die Wirtschaftlichkeit und Nachvollziehbarkeit der Beschaffungsentscheidung.
Wartungs- und Instandhaltungsanweisungen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Wartungsanweisungen |
| Zweck & Geltungsbereich | Sicherstellung des ordnungsgemäßen Anlagenbetriebs |
| Rechts- & Normbezug | DIN 18382 (VOB/C ATV), VDI 6026-1 |
| Wesentliche Inhalte | • Wartungsintervalle • Sicherheitsmaßnahmen |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Errichter |
| Praxisbezug FM | Grundlage für Wartungsverträge |
Erläuterung:
Wartungs- und Instandhaltungsanweisungen legen verbindlich fest, welche Tätigkeiten und Intervalle erforderlich sind, um den sicheren Betrieb der Anlage dauerhaft zu gewährleisten. Sie beschreiben zum Beispiel Prüfpläne, Prüfverfahren und spezifische Sicherheitsvorkehrungen beim Arbeiten an Hoch- und Mittelspannungsanlagen. Die Einhaltung dieser Anweisungen ist in der Regel vertraglich verpflichtend (z.B. nach VOB/C DIN 18382 oder VDI 6026). Für das Facility Management dienen sie als Grundlage für die Erstellung von Wartungsverträgen und die Schulung des Instandhaltungspersonals. Nur durch konsequente Befolgung dieser Vorgaben lassen sich Ausfälle vermeiden und die Lebensdauer der Anlage optimieren.
Instandhaltungsdokumentation nach VDMA 24186
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Instandhaltungsdokumentation |
| Zweck & Geltungsbereich | Strukturierte Erfassung aller Instandhaltungsmaßnahmen |
| Rechts- & Normbezug | VDMA 24186-0 |
| Wesentliche Inhalte | • Wartungshistorie • Befunde • Empfehlungen |
| Verantwortlich | Instandhalter |
| Praxisbezug FM | Zustandsbewertung, Auditnachweis |
Erläuterung:
Die Instandhaltungsdokumentation nach VDMA 24186 erfasst systematisch alle durchgeführten Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen. Dazu gehören zum Beispiel Prüfprotokolle, Wartungsberichte, Dokumentationen von Schäden und ggf. Empfehlungen für Modernisierungen oder Verbesserungen. Für das Facility Management ist diese Dokumentation essenziell, um den Zustand der Anlage langfristig beurteilen zu können. Sie ermöglicht eine nachvollziehbare Bewertung der Anlagenhistorie, unterstützt die Planung weiterer Investitionen (z.B. Austausch oder Erweiterung) und dient als Nachweis gegenüber Auditoren und Behörden, dass die Instandhaltung ordnungsgemäß durchgeführt wurde.
Instandhaltungsplanung und -organisation – Technische Ausrüstung
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Instandhaltungsplanung und -organisation |
| Zweck & Geltungsbereich | Systematische Organisation aller Instandhaltungsprozesse |
| Rechts- & Normbezug | HOAI, BetrSichV, VDE 0105-100 |
| Wesentliche Inhalte | • Instandhaltungsstrategie |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA / Facility Management |
| Praxisbezug FM | Betriebssicherheit, Verfügbarkeitsmanagement |
Erläuterung:
Die Instandhaltungsplanung legt den Gesamtprozess der Wartung, Inspektion und Instandsetzung der Hoch-/Mittelspannungsanlagen fest. Sie umfasst strategische Überlegungen (Lebenszyklusbetrachtung, Risikobewertung, Ersatzteilbevorratung) sowie operative Details (Prüfintervalle, Wartungspläne, Prüfprotokolle). Zuständigkeiten (intern und extern), notwendige Ressourcen (Personal, Werkzeuge, Ersatzteile) und Schnittstellen zu anderen Prozessen (z. B. Alarmmanagement, Versorgungsausfällen) werden klar definiert. Die Planung stellt sicher, dass alle Wartungsarbeiten nach den geltenden Vorschriften (z. B. Betriebssicherheitsverordnung, VDE-Vorschriften) dokumentiert und nachvollziehbar durchgeführt werden. Sie bildet damit die Grundlage für die Ausschreibung von Wartungsverträgen und dient dem Facility Management als Instrument zur Steuerung und Nachverfolgung der Instandhaltungsaktivitäten, um die Verfügbarkeit und Betriebssicherheit der Anlagen langfristig zu gewährleisten.
Arbeits- und Prüfbescheinigungen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Arbeits- und Prüfbescheinigungen |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis fachgerechter Ausführung und Prüfung |
| Rechts- & Normbezug | DIN 18382 (VOB/C ATV) |
| Wesentliche Inhalte | • Prüfumfang |
| Verantwortlich | Auftragnehmer / Errichter |
| Praxisbezug FM | Abnahme, Inbetriebnahme, Haftungsnachweis |
Erläuterung:
Arbeits- und Prüfbescheinigungen dokumentieren detailliert die durchgeführten Installations- und Prüfprozesse an den elektrischen Anlagen. Sie enthalten Angaben zum Umfang der Abnahmen (z. B. Hochspannungs-Festigkeitsprüfung, Schutzrelaisprüfungen), zu gemessenen Werten (Isolation, Erdungswiderstand, Schaltauslösung), zur Freigabe der Anlage und zu den Unterschriften der verantwortlichen Fachkräfte. Nach VOB/C DIN 18382 sind diese Bescheinigungen verpflichtende Nachweise bei der Abnahme, da sie die fachgerechte Ausführung belegen. Nur mit vollständigen Prüfprotokollen kann der Betreiber eine Anlage in Betrieb nehmen – sie sind unerlässlich für den Nachweis gegenüber Behörden und Versicherungen. Gleichzeitig dienen sie als Haftungsnachweis gegenüber dem Errichter (Gewährleistungsphase) und ermöglichen das Forderungsmanagement bei nachträglichen Mängeln.
Wirtschaftlichkeitsnachweis – Technische Ausrüstung
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Wirtschaftlichkeitsnachweis |
| Zweck & Geltungsbereich | Bewertung der Wirtschaftlichkeit über den Lebenszyklus |
| Rechts- & Normbezug | HOAI, ggf. VDI 6025, VDI 2067 |
| Wesentliche Inhalte | • Investitions- und Betriebskosten |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Investitions- und Ersatzentscheidungen |
Erläuterung:
Der Wirtschaftlichkeitsnachweis ist eine betriebswirtschaftliche Analyse, die sämtliche Kosten über den gesamten Lebenszyklus der Anlage erfasst. Er vergleicht den Investitionsaufwand (Anschaffung, Montage, Inbetriebnahme) mit langfristigen Betriebskosten (Energie, Wartung, Instandsetzung) für verschiedene Handlungsoptionen (Neubau, Modernisierung, Weiterbetrieb). Alternativszenarien werden dargestellt und durch Sensitivitätsrechnungen (z. B. Veränderung von Energiepreisen oder Auslastung) auf ihre Stabilität untersucht. Damit liefert er eine fundierte Entscheidungsgrundlage für Neuinvestitionen oder Ersatzbeschaffungen. Der Nachweis orientiert sich an anerkannten Methoden (z. B. VDI-Richtlinien) und unterstützt das FM bei der Planung von Budgets und der langfristigen Asset-Strategie.
Grafische Darstellung – LPH 3 (Entwurfsplanung)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Entwurfszeichnungen |
| Zweck & Geltungsbereich | Visualisierung des technischen Konzepts |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Netzstruktur |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Frühe Betriebseinschätzung |
Erläuterung:
Die Entwurfszeichnung aus Leistungsphase 3 vermittelt erste schematische Darstellungen der Anlage. Sie zeigt beispielsweise die geplante Netzstruktur als Einliniendiagramm, grobe Platzierungen von Transformatoren und Schaltfeldern sowie prinzipielle Funktionsprinzipien (z. B. Schaltverbünde, Redundanzkonzepte). Für das Facility Management sind diese Darstellungen wichtig, um bereits in einem frühen Stadium Zugangswege zu Wartungspunkten, erforderliche Sicherheitsabstände und mögliche Redundanzen (Notstromversorgung, Ersatzstromkreise) zu prüfen. Dadurch lassen sich spätere Betriebserfordernisse (wie Zugänglichkeit für Wartung, Raumtemperatur und Brandschutzanforderungen) abschätzen, noch bevor die Detailplanung erfolgt.
Grafische Darstellung – LPH 5 (Ausführungsplanung)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Ausführungszeichnungen |
| Zweck & Geltungsbereich | Detaillierte Darstellung der Umsetzung |
| Rechts- & Normbezug | HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Detailanschlüsse |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Referenz für Montage, Betrieb und Wartung |
Erläuterung:
In den Ausführungszeichnungen werden alle technischen Details der Anlage festgelegt. Sie umfassen beispielsweise vollständige Anschlusspläne und Stromlaufpläne, die genaue Schutztechnik (Schutzrelais, Erdungssysteme) sowie Maß- und Höhenangaben für die Geräteaufstellung. Diese Zeichnungen bilden die Grundlage für die tatsächliche Montage und Installation. Gleichzeitig erhält der Betreiber mit diesen Unterlagen einen exakten Planungsstand, der als technische Referenz für spätere Wartungsarbeiten und Betriebsszenarien dient. Die Dokumentation hilft bei der Identifikation von Anschlussstellen, Einbaumaßen und speziellen Anforderungen (z. B. Raumklima, Belüftung) und ist unverzichtbar für Materialbestellung und Baukoordination.
Grafische Darstellung – LPH 7 (Vergabeergebnisse)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Vergabebezogene Ausführungsdarstellungen |
| Zweck & Geltungsbereich | Dokumentation der beauftragten Lösung |
| Rechts- & Normbezug | DIN 18379, DIN 18381, HOAI |
| Wesentliche Inhalte | • Beauftragte Komponenten |
| Verantwortlich | Fachplaner TGA |
| Praxisbezug FM | Vertrags- und Gewährleistungsmanagement |
Erläuterung:
Diese Dokumente werden nach Abschluss des Vergabeverfahrens aktualisiert und legen den verbindlichen Soll-Zustand der Anlage fest. Sie spiegeln die im Vertrag spezifizierten Komponenten und Systeme wider sowie deren genaue Abgrenzung (Systemgrenzen) zu anderen Anlagen. Für das Facility Management sind sie essentiell, um später eventuelle Nachträge, Änderungen oder Mängel zu bewerten. Sie dienen als Referenz bei Gewährleistungsansprüchen und helfen, Abweichungen zwischen Plan und Ausführung nachvollziehbar zu machen. So unterstützt diese Planungsversion das Management von Verträgen und Garantien während der gesamten Nutzungsdauer.
Sachkundezertifikat (natürliche Personen) – Umgang mit fluorierten Treibhausgasen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Personenzertifikat |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis der Qualifikation für Arbeiten an F-Gas-Systemen |
| Rechts- & Normbezug | Verordnung (EU) 2024/573 |
| Wesentliche Inhalte | • Qualifikationsstufe |
| Verantwortlich | Zertifizierungsstelle / Arbeitgeber |
| Praxisbezug FM | Umwelt- und Rechtskonformität |
Erläuterung:
Jede Person, die an Anlagen mit fluorierten Treibhausgasen (z. B. SF₆ in GIS-Schaltanlagen) tätig ist, benötigt einen nach EU-Recht vorgeschriebenen Sachkundenachweis. Das Zertifikat bescheinigt, dass die Person für die relevanten Tätigkeiten (Installation, Wartung, Reparatur, Dichtheitsprüfung) qualifiziert und autorisiert ist. Es enthält Informationen zur Qualifikationsstufe, Gültigkeit und zum Umfang der erlaubten Arbeiten. Im Facility Management wird dieser Nachweis dokumentiert, um Umweltschutzauflagen zu erfüllen und bei Audits oder behördlichen Kontrollen vorlegen zu können. Ohne gültiges Sachkundezertifikat dürfen Arbeiten an F-Gas-Anlagen nicht durchgeführt werden.
Unternehmenszertifikat – Umgang mit fluorierten Treibhausgasen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttyp | Unternehmenszertifikat |
| Zweck & Geltungsbereich | Befähigung des Unternehmens zur Durchführung einschlägiger Tätigkeiten |
| Rechts- & Normbezug | Verordnung (EU) 2024/573 |
| Wesentliche Inhalte | • Geltungsbereich |
| Verantwortlich | Zertifizierungsstelle |
| Praxisbezug FM | Vergabe- und Fremdfirmenmanagement |
Erläuterung:
Das Unternehmenszertifikat bestätigt, dass eine Firma berechtigt ist, Arbeiten an Anlagen mit fluorierten Treibhausgasen durchzuführen. Es bescheinigt, dass die erforderlichen organisatorischen Voraussetzungen erfüllt sind (z. B. Gas-Inventar, geschultes Personal, Lecksuchsysteme). Laut F-Gas-Verordnung ist dieses Zertifikat Voraussetzung für die Vergabe entsprechender Aufträge. Im Facility Management wird dieses Zertifikat bei der Auswahl von Dienstleistern und Subunternehmern abgefragt. Es dokumentiert gegenüber Behörden, dass der Betreiber seine umweltrechtlichen Pflichten (z. B. Leckageüberwachung und Meldepflichten) erfüllt.
